• Kloster Paulinzella

    Ruine der Klosterkirche

  • Kloster Paulinzella

    Amtshaus

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× An den Mauerkronen der Klosterruine Paulinzella müssen Mauerkronensicherungen durchgeführt werden. Die Klosterruine ist aber von außen erlebbar.

Kloster Paulinzella

Jagdschloss, Amtshaus, Zinsboden, Kräutergarten

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40 Jahren, so vermerkte es Johann Wolfgang von Goethe 1817 in seinem Tagebuch, habe er „zu Wagen, Pferd und Fuß Thüringen kreuz und quer durchwandert“ und sei doch niemals zuvor in Paulinzella gewesen. Dabei war die Klosterruine im Rottenbachtal schon zu Goethes Zeiten ein lohnendes Ziel. Immerhin gehört Kloster Paulinzella zu den bedeutendsten romanischen Sakralbauten Mitteldeutschlands. Die Klosterkirche stammt aus dem 12. Jahrhundert ist aber nur noch als Ruine erhalten. Das frühere Amtshaus sowie das Jagdschloss der Grafen von Schwarzburg beherbergen ein Museum zur Kloster- und Forstgeschichte.


Paulina war ihr Name und eine sächsische Adelige soll sie gewesen sein. Ansonsten ist über die Klostergründerin nicht allzu viel bekannt. Was man noch weiß, ist, dass sie als Witwe etwa 1102 mit mehreren Frauen in den Thüringer Wald zog, dort als Einsiedlerin lebte und wenig später das Doppelkloster Marienzelle gründete. Der männliche Teil des Konvents wurde mit Benediktinermönchen aus dem Kloster Hirsau besetzt, im weiblichen Teil lebte unter anderem die Adelige. 1106 bekam Paulina die päpstliche Genehmigung zur Klostergründung. Noch zu Paulinas Lebzeiten wurde mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. Deren Fertigstellung erlebte sie jedoch nicht mehr, sie starb bereits 1107. Einige Jahre später sollten ihre Gebeine in der Klosterkirche beigesetzt werden. Ab diesem Zeitpunkt verdrängte der Name „Paulinzella“ den ursprünglichen Klosternamen Marienzelle. Ab Mitte des 14. Jahrhunderts wurde die Anlage schließlich nur noch als Mönchskloster betrieben.


In ihrer Architektur folgte die einst imposante Klosterkirche den Vorgaben der Hirsauer Schule. So wurde die dreischiffige Säulenbasilika ohne Krypta errichtet, dafür aber mit einem „chorus maior“ für die Mönche mit den höheren Weihen und einem „chorus minor“ für die Laienbrüder. Von dem Gotteshaus ist heute zwar nur eine Ruine geblieben, diese ist aber nicht minder beeindruckend. Bemerkenswert ist insbesondere die Säulenreihe im früheren Langhaus mit den charakteristischen Würfelkapitellen. Nach einem Blitzeinschlag im Jahr 1600 brannte das Kloster komplett aus, die Kirche blieb als Ruine zurück, wurde teilweise eingerissen und sollte 1718 schließlich komplett niedergelegt werden. Soweit kam es glücklicherweise aber nicht. Stattdessen begann man sich Ende des 18. Jahrhunderts – im Zuge der aufkommenden Romantik – wieder für das mittelalterliche Baudenkmal zu interessieren. „Sie ist wahrlich schön und die schönste christliche Ruine von Architektur, die mir je vorgekommen ist. (…) Es fehlt einem (…) wirklich etwas Wesentliches, wenn man sie nicht gesehen hat“, schrieb Wilhelm von Humboldt im September 1810, nachdem er Kloster Paulinzella besucht hatte.


Nach der Reformation wurde das Kloster aufgehoben und gelangte in den Besitz der Grafen von Schwarzburg. Diese wandelten die Anlage in eine Domäne um, richteten ein große Amtshaus ein und bauten eines der alten Klostergebäude in ein Jagdschloss um. Der zweigeschossige Renaissancebau ist das jüngste Gebäude auf dem früheren Klostergelände und zeichnet sich durch die zwei großen Zwerchhäuser mit Schweifgiebeln aus. Das älteste heute noch erhaltene Gebäude ist hingegen der sogenannte Zinsboden. Seine Ursprünge gehen auf das 12. Jahrhundert zurück. In der Domänenzeit diente das Gebäude als Speicher für die namensgebenden Zinsabgaben. Im Jagdschloss finden Besucher heute ein Museum zur Kloster-, Jagd- und Forstgeschichte und im Amtshaus zum Thema „544 Jahre – erlebtes Holz“. Die Klosteranlage selbst ist das ganze Jahr über zu besichtigen. Zudem entsteht ein Lapidarium, in dem unter anderem Säulenfragmente und weitere originale Bauplastiken zu sehen sein werden.

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Ausstattungsmerkmale

Bushaltestelle
Drohnen verboten
Führungen
Bahnhof
Museum
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Museum zur Kloster-, Forst- und Jagdgeschichte im Jagdschloss
Amtshaus mit Ausstellung "544 Jahre - erlebtes Holz"

Öffnungszeitraum
6. Mai 2020 bis 31. Oktober 2020
Öffnungszeiten
Heute 10:00 – 17:00 Uhr geöffnet

Mi-So: 10:00 - 17:00 Uhr
Tickets nur im Jagdschloss erhältlich
letzter Einlass 16:30 Uhr


Weitere Einrichtungen
Kräutergarten frei zugänglich


Museum zur Kloster-, Forst- und Jagdgeschichte im Jagdschloss Amtshaus mit Ausstellung "544 Jahre - erlebtes Holz"

Paulinzella 3
07426 Königsee
T: 036739 - 3 11 43

Schlossverwaltung Schloss Heidecksburg | Schloss Schwarzburg | Kloster Paulinzella

Schloßbezirk 1
07407 Rudolstadt
T: 0 36 72 - 44 72 10 schlossverwaltung @schlossheidecksburg.de


Führungen nach Vereinbarung, Voranmeldung bei der Tourist-Information Paulinzella


Erwachsene: 4,- €
ermäßigt: 3,- €
Kombi-Ticket „Kloster Paulinzella“: 6,- €

alle Preiskategorien


Keine Parkplätze am Objekt

Parkplatz im Ort (200 Meter) ca. 100 Plätze für PKW und Busse


nur im Rahmen von Veranstaltungen