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Thüringer Schlösser und Gärten : Home

Paulinzella

Kloster Paulinzella mit Jagdschloss, Landkreis Saalfeld-Rudolstadt

 

Ehemaliges Benediktinerkloster, durch die Adelige Paulina zwischen 1102 und 1105 gegründet. Anschluss an die Hirsauer Reform 1107. Ruine der eindrucks- vollen romanischen Klosteranlage als hervorragendes Beispiel der Hirsauer Reformbewegung. Zinsboden, zum Amtshaus ausgebaute Klausurgebäude, Jagdschloss des Hauses Schwarzburg aus dem 17. Jahrhundert im Renaissancestil

„Einsam steh’n des öden Tempels Säulen, / Epheu rankt am unverschlossnen Tor. / Nichts ist bleibend, alles eilt von hinnen, / Jammer und erhörter Liebe Glück. / Und der Schöpfung größtes Meisterstück / Sinkt veraltet in den Staub zurück.“ Es ist nicht zweifelsfrei bewiesen, ob der Urheber dieses im Kloster-Gästebuch zu findenden Textes wirklich Friedrich Schiller (1759-1805) ist.

Schließlich war es zu jener Zeit, wie bei Johann Wolfgang Goethe (1749-1832) nachzulesen, „noch nicht Mode, diese kirchlichen Ruinen als höchstbedeutend und ehrwürdig zu betrachten.“ Da man ihm jedoch „den großartigen Anblick rühmte“, entschloss sich Goethe, hier seinen 68. Geburtstag zu verbringen. Was er gesehen hat, veranlasste den Architekturkenner Goethe unter anderem zum Resümee, dass die Entstehung des Bauwerks in den Anfang des 12. Jahrhunderts falle, „wo noch die Anwendung der Halbzirkelbogen stattfand. Die Reformation versetzte solches in die Wüste worin es entstanden war; das geistliche Ziel war verschwunden, aber es blieb ein Mittelpunkt weltlicher Gerechtsame und Einnahme bis auf den heutigen Tag ...“.

Unweit von Bad Blankenburg, in der Ruhe des idyllischen Rottenbachtales, gründete die sächsische Adelige Paulina zwischen 1102 und 1105 das zunächst Marienzelle genannte Kloster, das sich 1107 der vom Kloster Hirsau im Schwarzwald ausgehenden Reformbewegung anschloss. Dass im Kloster Paulinzella, wie es bald nach dem Tod der Gründerin (1107) benannt wurde, bauerfahrene Mönche aus Hirsau Hand anlegten, war eine logische Folge.

Was über mehrere Bauabschnitte entstand und 1124 feierlich geweiht wurde, gilt noch jetzt, da die Klosterkirche nur eine eindrucksvolle romanische Ruine ist, als hervorragendes Beispiel der seinerzeit in über 100 Klöstern akzeptierten Hirsauer Reformbewegung. Nach der Reformation verfiel das Kloster, wurden ganze Partien „Steinwerk“ für den Schlossbau in Gehren und andere Baustellen abgetragen; ein Feuer führte zu weiteren Verlusten. Mit dem ausgehenden 18. Jahrhundert setzte ein Umdenken ein, begann der Schutz des Überkommenen.

Auf dem Klostergelände, das seit 1994 zur Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten gehört, stehen neben der im Sommer konzertant bespielten Ruine der Klosterkirche noch der wohl aus dem Hospital hervorgegangene, zu Teilen aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts stammende Zinsboden, das zum Amtshaus ausgebaute einstige Klausurgebäude sowie das auf den Mauern des Abthauses im Renaissancestil errichtete, seit 2002 museal genutzte Jagdschloss der Grafen von Schwarzburg.

Kontakt

Schlossverwaltung
Schloss Heidecksburg

Frau Giller
Schloss Heidecksburg
07407 Rudolstadt

T: 0 36 72/4 47-2 10
F: 0 36 72/4 47-2 11
schloss-heidecksburg
@thueringerschloesser.de

Klosterareal

Parkmöglichkeiten
Parkplatz im Ort (200 Meter) ca. 100 Plätze für PKW und Busse

Klosterruine
frei zugänglich
Führungen nach Vereinbarung, Voranmeldung bei der Tourist-Information Paulinzella
T: 03 67 39/3 11 43
Führungen nach Vereinbarung

Jagdmuseum Paulinzella im Jagdschloss
T: 03 67 39/3 11 43
museum@heidecksburg.de
www.heidecksburg.de

Öffnungszeiten
Apr-Okt:
Mi-So 10-17 Uhr

Eintrittspreise
Erwachsene 3,50 €
ermäßigt 2,50 €
Kindergruppen (15-18 Jahre) im Klassenverband: je Kind 0,50 €
Kinder bis 14 Jahre frei
Führungen durch die Klosterruine nach Vereinbarung
Audio-Guide erhältlich


Restaurant "Zum Jagdschloss"
Di-Fr 14-21 Uhr
Sa 11.30-21 Uhr
So 11.30-18 Uhr

Ab 15 Personen auf Anmeldung auch wochentags Mittagstisch.

T: 03 67 39/31 32 12
paulinzella-jagdschloss@gmx.de

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