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Thüringer Schlösser und Gärten : Home

Schmalkalden

Schloss Wilhelmsburg, Landkreis Schmalkalden-Meiningen

 

Nebenresidenz der Landgrafen von Hessen-Kassel, erbaut 1585-1590. Vierflügeliges Renaissanceschloss mit Treppentürmen in den Ecken des Hofs und prachtvollen Sandsteinportalen, Innenarchitektur mit originaler Raumdisposition. Festsäle und Schlosskirche mit einzigartigen Malereien und Stuckaturen

Auf der Sonnenseite des Thüringer Waldes gelegen, ist das 874 erstmals urkundlich erwähnte Fachwerkstädtchen Schmalkalden Reiseziel für Naturfreunde, Geschichtsinteressierte und Kunstliebhaber. Die Gründung des Schmalkaldischen Bundes (Mitbegründer war Landgraf Philipp von Hessen, der profilierteste und tatkräftigste politische Wegbereiter der Reformation) und Martin Luthers Schmalkaldische Artikel erinnern an die Reformationszeit, als die Stadt und die in jener Zeit noch über ihr thronende mittelalterliche Burg im Mittelpunkt europäischer Politik standen. Schmalkalden existierte zwischen den Jahren 1360 und 1583 in einem Kondominat (Doppelherrschaft) zwischen der Landgrafschaft Hessen-Kassel und der gefürsteten Grafschaft Henneberg.

Als im Jahr 1583 Graf Georg Ernst von Henneberg kinderlos starb, fielen die Henneberger Besitzungen an den kunstsinnigen und in Baudingen gebildeten Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen-Kassel. Der weitgereiste und „in Rissen“ erprobte Herrscher ließ in Schmalkalden anstelle der existierenden, aber bereits verfallenden Burg eine nach ihm benannte Nebenresidenz – Schloss Wilhelmsburg – errichten. Das die neuen Machtverhältnisse symbolisierende Schloss baute der Sohn des Regenten, Moritz der Gelehrte, bis in die zwanziger Jahre des 17. Jahrhunderts aus. Er vervollständigte die Innenausstattung, legte Lustgärten und Terrassen an und veranlasste weitere Bauten im Areal des Schlosses.

Beim Rundgang durch die weitgehend museal, aber auch für Konzerte, Lesungen und Sonderausstellungen genutzte Wilhelmsburg verdienen die Festsäle und einstigen Wohnräume, die Herrenküche, vor allem aber die beeindruckende, mehrgeschossige Schlosskapelle ganz besondere Aufmerksamkeit. In der Schlosskapelle wurde erstmals das protestantische Glaubensbekenntnis architektonisch umgesetzt: Altar, Kanzel und Orgel sind in einer Achse vertikal angeordnet. Ihr gegenüber wohnte der hessische Landgraf in seiner Herrschaftsempore dem Gottesdienst bei. Die am 23. Mai 1590 eingeweihte Renaissance-Orgel ist die älteste Thüringens und gehört darüber hinaus zu den ältesten noch bespielbaren Holzorgeln in Europa. Jährlich zwischen den Monaten Mai und September anberaumte Konzerte verleihen dem Raumkunstwerk Schlosskapelle einen einzigartigen Klang. Eine großdimensionierte Kassettendecke mit insgesamt 90 Bildern auf Leinwand gibt dem Fest- oder Riesensaal seine außerordentliche Prägung.

Kleiner zwar, aber nicht weniger beeindruckend ist das zeitweilig als Thronsaal genutzte familiäre Tafelgemach. Dessen auf seine Ursprungsfunktion Bezug nehmende Innenausstattung entstammt mehreren Zeitschichten. Die repräsentative, heute wie eine Schauküche wirkende Herrenküche im Erdgeschoss, dominiert ein nach vier Seiten offener Kamin, dessen Esse sich wie ein Baldachin über der Feuerstelle ausnimmt. Der nur noch fragmentarisch zu erlebende Schlossgarten mit seiner teilweise erhaltenen Wasserkunst ist einer der wenigen Renaissancegärten Thüringens überhaupt. Die Dauerausstellung im Museum Schloss Wilhelmsburg entführt nicht nur in die Zeit der Reformation, Martin Luthers und des Schmalkaldischen Bundes sondern auch an den Hof der hessischen Landgrafen. In einem Gewölbe von Schloss Wilhelmsburg ist außerdem die 1:1-Kopie eines Raumes zu sehen, der sich im Keller des Gebäudes „Hessenhof“ am Neumarkt der Innenstadt befindet. In dem hochmittelalterlichen Gebäude – dereinst Verwaltungssitz der hessischen Landgrafen – wurden Ende des 19. Jahrhunderts 22 großfigurige hochromanische Wandmalereien eines unbekannten Künstlers entdeckt. Sie illustrieren die von dem mittelalterlichen Dichter Hartmann von Aue geschriebene Iwein-Sage. Um das einzigartige Kunstwerk zu schützen, zugleich aber der Öffentlichkeit nicht vorzuenthalten müssen, wurde die Kopie angefertigt.

Kontakt

Schlossverwaltung
Schloss Wilhelmsburg

Frau Lorenz
Schlossberg 9
98574 Schmalkalden

T: 0 36 83/40 19 76
F: 0 36 83/40 86 44
schlossverwaltung
@schlosswilhelmsburg.de

Neue Dauerausstellung

Der Schmalkaldische Bund — der politische Arm der Reformation

Neue Dauerausstellung ab 29. April 2017

Schloss und Schlossgarten

Parkmöglichkeiten
kein Parkplatz in der Anlage,
200 PKW- und 5 Busparkplätze
5 Minuten entfernt

Museum Schloss Wilhelmsburg
Ausstellung „Aufbruch in die neue Zeit“ zur Geschichte des Schmalkaldischen Bundes und der Reformation, Höfische Kultur- und Lebensweise, Stadt-, Bau- und Nutzungsgeschichte, Sonderausstellungen zur zeitgenössischen Kunst, Konzertveranstaltungen, Sonderausstellung "Fatale Lust – Philipp zu Hessen und seine Doppelehe" bis 8.1.2017, Erwachsene 5,- Euro, Kombikarte 8,- Euro, Familienkarte 10,- Euro, Familien-Kombikarte 16,- Euro

T: 0 36 83/40 31 86
F: 0 36 83/60 16 82
info@museumwilhelmsburg.de

www.museumwilhelmsburg.de

Öffnungszeiten
Apr-Okt: täglich 10-18 Uhr
Nov-Mär: Di-So 10-16 Uhr,
an gesetzlichen Feiertagen ganzjährig geöffnet, mit Ausnahme 24., 25. und 31. Dez  

Eintrittspreise
Erwachsene 3,50 Euro
ermäßigt 2,- Euro
Familienkarte 7,- Euro
Gruppen ab 10 Pers. 3,- Euro/Pers.
Führungen (90 Min) 25,‑ Euro zzgl. Eintritt
Einführungsvortrag (15 Min) 15,- Euro zzgl. Eintritt
Führung Schlosskirche (30 Min) 20,- Euro zzgl. Eintritt
Museumspädagogik pauschal 20,- Euro
Schulklassen pauschal 10,- Euro

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