Wappen 1 | Herzogtum Sachsen

Herzogtum Sachsen

© Alexander Kühn

Herzogtum Sachsen

© Forschungsbibliothek Gotha

Der Wappenstein

Das Wappen Sachsens ist der Rautenkranz. Der Balkenschild stammt aus der Zeit der Askanier und ging 1423 auf die Wettiner und damit auf alle jüngeren Herzogtümer über. Der Schild ist von Schwarz und Gold neunmal geteilt, darüber liegt ein grüner schrägrechter Rautenkranz. Die Helmzier zeigt einen ebenfalls von Schwarz und Gold neunmal geteilten mit dem schrägrechten Rautenkranz belegten Schaft. Dieser wächst aus der Krone auf dem Helm und ist mit einem Stoß naturfarbener Pfauenfedern besteckt. Die Helmdecke ist schwarz-golden. Im Gegensatz zu den heraldisch „eisenfarbenen“ Helmen ist die Tinktur der Helme der herzoglichen Wappen in den meisten Fällen in Gold überliefert. Das wichtigste Wappen der Wettiner hing ursprünglich über dem Arkadenbogen des Haupttreppenaufgangs zum Corps de Logis, den herrschaftlichen Wohnräumen. Der abgebildete Wappenstein ist eine Neuanfertigung für den Bau des Altans in der Nordostecke des Schlosshofs aus dem Jahre 1896. In den 1980er Jahren wurde er farbig gefasst. Der stark verwitterte Wappenstein aus dem 17. Jahrhundert ist ebenfalls noch vorhanden.

Wettiner erlangen Kurwürde

Das alte Stammgebiet des Herzogtums Sachsen hat mit dem heutigen Freistaat Sachsen territorial nichts zu tun. Das frühmittelalterliche Herzogtum umfasste das Siedlungsgebiet der Sachsen in Niedersachsen, Westfalen und Lippe im heutigen Nordrhein-Westfalen, Holstein im Norden sowie den westlichen Teil von Sachsen-Anhalt. Auf dem Reichstag zu Erfurt 1181 wurde Bernhard, dem jüngsten Sohn des Askaniers Albrecht des Bären, offiziell der Titel „Herzog von Sachsen“ verliehen. 1290 kamen die Burggrafschaft Magdeburg und die Herrschaft Brehna zum Herzogtum Sachsen. Mit der Erbteilung von 1296 entstanden die Herzogtümer Sachsen-Wittenberg und Sachsen-Lauenburg. 1356 wurde die Linie Sachsen-Wittenberg durch die Goldene Bulle Kaiser Karls IV. mit der Kurwürde beliehen. Der Erstgeborene der Linie trug seitdem den Titel „Kurfürst von Sachsen“.

Das Gebiet des Kurfürstentums Sachsen-Wittenberg umfasste die Gegend des Ostharzes mit Gebieten an Saale, Elbe und Mulde. 1420/21 nahmen der Wettiner Friedrich IV., der Streitbare, und sein Bruder Wilhelm II., der Reiche, in führender Rolle am Kreuzzug gegen die Hussiten unter König Sigismund teil. 1422, mitten in den Hussitenkriegen, kam der letzte kursächsische Askanier der Linie Sachsen-Wittenberg, Albrecht III., ums Leben. König Sigismund zog den Kurkreis als erledigtes Lehen ein und vergab ihn am 6. Januar 1423 als Dank für seine Dienste an den 1370 geborenen Wettiner Friedrich den Streitbaren. Gleichzeitig wurde er mit der Burggrafschaft Magdeburg und der schon früher im Besitz der Wettiner gewesenen Herrschaft Brehna und der Pfalz Allstedt belehnt. Mit der Verleihung des Reichserzmarschallamts konnte er sich nun „Kurfürst von Sachsen“ nennen. Der Streit um die sächsische Kurwürde mit den askanischen Herzögen von Sachsen-Lauenburg zog sich noch bis 1439 hin. Die Wettiner gehörten nun zu den sieben Reichsfürsten, die das Recht besaßen, den König des Heiligen Römischen Reichs zu wählen. Neben dem Kurfürstentitel, den als Reichserzmarschall immer der älteste der Erben führen durfte, konnten alle Nachkommen den Titel „Herzog von Sachsen“ führen.

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