Wappen 53 | Pfalz Sachsen-Allstedt

Pfalz Sachsen-Allstedt

© Alexander Kühn

Pfalz Sachsen-Allstedt

© Forschungsbibliothek Gotha

Der Wappenstein

Das Wappen der Pfalzgrafschaft Sachsen gehört zu den wichtigen Komponenten im sächsischen Gesamtwappen. Wie in der Wappenvorlage aus dem Bestand der Forschungsbibliothek Gotha dargestellt, zeigt es einen gekrönten goldenen Adler auf blauem Grund. Die Helmzier auf dem gekrönten Helm ist wiederum der gekrönte goldene Adler. Die Helmdecken sind blau-golden. Dem ansonsten gut erhaltenen Wappenstein fehlt die Helmzier. Ein Fragment dieses Adlers hat sich jedoch erhalten und ließe sich nach den vorhandenen Vorlagen wiederherstellen.

Bedeutender Titel

Die Pfalzgrafschaft Sachsen wurde von Kaiser Otto I. in der Saale-Unstrut-Region eingerichtet und umfasste ein Gebiet vom Südharz bis um Dornburg an der Saale. Die Pfalzgrafen – abgeleitet vom lateinischen „palatinus“ (im Palast) – verwalteten die im Gebiet liegenden Königspfalzen und traten in Abwesenheit des Königs oder Kaisers als deren Vertreter auf. Sie gehörten ab dem Spätmittelalter dem Reichsfürstenstand an und waren den Herzögen gleichgestellt. Um 1040 im Besitz der Grafen von Goseck hatten ab 1088 die Grafen von Sommerschenburg die Pfalzgrafschaft inne. Nach deren Aussterben (1180) belehnte Kaiser Friedrich I. Barbarossa die Landgrafen von Thüringen mit den Reichslanden zwischen Sangerhausen und Dornburg. Die Wettiner unter Heinrich dem Erlauchten übernahmen mit der Landgrafschaft Thüringen nach dem Tode Heinrich Raspes und dem Erbfolgekrieg 1247/1264 auch die Pfalzgrafschaft Sachsen.

Markgraf Albrecht der Entartete ging deren nördlicher Teil jedoch 1291 an die Askanier, den Markgrafen von Brandenburg, verlustig. Der verbliebene südliche Teil wurde nun als Pfalzgrafschaft Thüringen bezeichnet. 1347 konnte die Hälfte des verkauften nördlichen Teils der Pfalzgrafschaft Sachsen durch Markgraf Friedrich den Freidigen für die Wettiner wiedergewonnen werden, was Kaiser Karl IV. 1350 bestätigte. Dieses Gebiet wurde im Jahre 1363 erstmals als Pfalzgrafschaft Sachsen-Allstedt bezeichnet. Als Amt Allstedt wird der Landesteil 1485 den Ernestinern zugeschlagen. 1526 an die Mansfelder Grafen verpfändet, überließen es diese 1542 den Stolbergern. Erst 1575 konnten die ernestinischen Wettiner das Amt wieder einlösen. 1640 ging es an Sachsen-Altenburg. Seit 1741 zu Sachsen-Weimar-Eisenach gehörend, verblieb die thüringische Exklave bis 1918 bei dem Großherzogtum Sachsen-Weimar. Heute gehört die Kleinstadt Allstedt zu Sachsen-Anhalt und liegt im Landkreis Mansfeld-Südharz. Die Königspfalz Allstedt, in der auch König Heinrich I. und Kaiser Otto I. urkundeten, befand sich im Bereich des heutigen Schlosses.

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