In Thüringen lassen sich herausragende Gartenkunstwerke entdecken. Bedeutende Gartenkünstler wie die Mitglieder der Familie Sckell, Hermann Fürst von Pückler-Muskau und Eduard Petzold hinterließen hier Spuren ihres künstlerischen Wirkens. Der zeitliche Bogen reicht von der Renaissance – etwa im Schlossgarten von Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden – über barocke Gestaltungen – beispielsweise in der Orangerie von Schloss Friedenstein, im Orangerieparterre von Schloss Schwarzburg oder im Schlosspark Molsdorf – bis ins 19. Jahrhundert. In Molsdorf lässt sich anschaulich der Übergang zum Landschaftspark ablesen. Solche Parkanlagen sind in beeindruckender Weise im Herzoglichen Park Gotha, im Fürstlich Greizer Park und der größten Parkanlage Thüringens, dem Schlosspark Altenstein in Bad Liebenstein, erhalten geblieben.
Die Gärten und Parks gehören zum höfischen Erbe der Residenzkultur. Im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts wuchs das Interesse an Gartenkunst und Botanik auch bei den Bürgern. Der Garten am Kirms-Krackow-Haus veranschaulicht diese Entwicklung. Hier entstand ab 1750 ein privates Paradies mit reichem Blumenschmuck und vielfältigen Obstsorten.
Gartenparadiese –
Paradiesgärten
Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten bewahrt, pflegt und vermittelt diesen grünen Kulturschatz. Gärten sind lebende Kunstwerke – und deswegen wollen wir Ihnen einen möglichst lebendigen Eindruck vermitteln. Staunen Sie über die Höhepunkte der historischen Gartenkunst wie das Teppichbeet im Schlosspark Altenstein und seltene Baumgreise von 1810 wie Tulpenbaum, Bergahorn, Stieleiche im Fürstlich Greizer Park. Erfahren Sie, mit wie viel Können und Mühe Exoten wie Zitruspflanzen, Agaven, Kamelien oder Ananas in der Herzoglichen Orangerie Gotha gezogen und gepflegt werden – und welche Tradition sie dort haben. Sehen Sie pücklersche Säuleneichen im Schlosspark Wilhelmsthal oder begeben Sie sich während eines Rundgangs durch den Fürstlich Greizer Park auf eine Weltreise und sehen Sie Exoten wie die amerikanische Rot-Eiche, die orientalische Fichte, eine chinesische Zierquitte, eine amerikanische Sumpfzypresse oder japanische Nelken-Kirschen. Erfahren Sie, mit welcher Kompetenz unsere Gärtner Bäume und Sträucher kultivieren. Gartendenkmale zu pflegen und zu erhalten, ist eine besondere Herausforderung. Das gilt vor allem vor dem Hintergrund des Klimawandels. Eingriffe, Neupflanzungen und Verjüngungen sind erforderlich. Informieren Sie sich, wie unsere Gartendenkmalpfleger intensiv an Lösungen forschen.
Am besten erkunden lassen sich die Garten- und Parkanlagen zu Fuß! Wir freuen uns darauf, Sie bald im Schlosspark Altenstein, im Herzoglichen Park Gotha, in den Dornburger Schlossgärten oder einer unserer anderen Anlagen begrüßen zu dürfen!
Gartenarchitekturen und freistehende Felsformationen
Ein Landschaftspark der besonderen Art prägt die Umgebung von Schloss Altenstein in Bad Liebenstein. Am westlichen Ausläufer des Thüringer Waldes auf halber Höhe zum Rennsteig gelegen, bietet der außerordentlich weitläufige Bergpark weite Aussichten ins Werratal und bis in die Rhön. Die Wege folgen dem bergigen Gelände, sie führen durch naturnahe Waldareale und vorbei an schroffen Felsformationen. Immer wieder begegnen Inszenierungen mit kleinen Architekturen wie das Chinesische Häuschen, der Blumenkorbfelsen, die Ritterkapelle oder die Teufelsbrücke. Sie gehen auf die Zeit um 1800 zurück, als die Anlage nach der damals modernen Idee eines sentimentalen Landschaftsparks konzipiert wurde. Später gab der berühmte Gartenkünstler Hermann Fürst von Pückler-Muskau Anregungen für die Umgestaltung.
Schlosspark Altenstein
Der Landschaftspark Altenstein ist durch die kunstvolle Verschmelzung der gartenkünstlerischen Gestaltung mit den landschaftsprägenden Felsformationen charakterisiert. Um 1800 umgab Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen seine Sommerresidenz mit zahlreichen den Idealvorstellungen der Gartenkunst Ende des 18. Jahrhunderts folgenden sentimental-romantischen Landschaftsszenen, z. B. der Teufelsbrücke, der Sennhütte, dem Chinesischen Häuschen u. der Chinesischen Rotunde. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts waren mit Hermann Fürst von Pückler-Muskau, Carl Eduard Petzold und Peter Joseph Lenné drei der bekanntesten deutschen Gartenkünstler auf dem Altenstein tätig und ergänzten den Park durch gezielte Pflanzungen und ein System von Sichtachsen. Die endgültige Gestaltung des Parks geht auf Georg II. ab 1866 zurück. Mit dem Umbau des Schlosses 1888-90 erfolgte die intensive gärtnerische Gestaltung der Schlossterrassen und des Innenparks mit Blumenbeeten und exotischen Gehölzen. Das große Teppichbeet wird jährlich nach historischen Vorbildern bepflanzt und gehört zu den Attraktionen im Schlosspark.
Blumenkorbfelsen
Der Blumenkorbfelsen entstand in den Jahren 1802/03. Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen ließ das Ensemble zu Ehren seiner verstorbenen Mutter Charlotte Amalie errichten. Dazu nutzte er eine 18 Meter hohe Felsnadel, deren Spitze eine kleine begehbare Plattform mit großem steinernem Blumenkorb erhielt. Am Fuß des Felsens entstand unter einer grottenartigen Wölbung die Greifenbank mit einer Büste Charlotte Amalies auf der Rückenlehne. Etwa zeitgleich wurden im Park auch andere Kleinarchitekturen errichtet, etwa die Ritterkapelle, das Chinesische Häuschen und die Teufelsbrücke.
Vorbild für die Altensteiner Greifenbank waren antike Bänke in Pompeji, um 1800 ein beliebtes Reiseziel europäischer Adeliger. So wurden halbrunde Steinbänke mit Greifen an den Wangen zu beliebten Ausstattungsstücken in Landschaftsgärten nördlich der Alpen. Herzog Georg I. nutzte das Motiv im antiken Sinn als Erinnerungsort.
Als Material für Blumenkorb und Greifenbank kam Sandstein zum Einsatz.
Die Dornburger Schlossgärten umfassen auf circa 4 Hektar mehrere Gärten: den Landschaftsgarten am Renaissanceschloss, den geometrisch gestaltete Garten vor dem Rokokoschloss sowie den Obst- und Grasegarten am Alten Schloss. Die Steilhänge zur Saale unterhalb der Schlösser wurden ab 1736 in Weinberge verwandelt.
Erste Entwürfe für den Garten am Rokokoschloss stammen aus dem Jahr 1735/36. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kamen der Eschengang, der Teeplatz mit den „Acacien“, der Rosenlaubengang und zahlreiche Rosenspaliere hinzu. Ab 1824 wurde von Carl August Christian Sckell der kleine Landschaftsgarten am Renaissanceschloss mit geschlängelten Wegen, Gehölzgruppen und Blumenbeeten für Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach angelegt.
Nach ersten Wiederherstellungsmaßnahmen der Goethe-Gesellschaft von 1926-28, folgten ab den 1950er Jahren Erneuerungs- und Rekonstruktionsarbeiten in großem Umfang. Das Gartenparterre nordöstlich des Rokokoschlosses wurde nach dem barockisierenden Entwurf des Gartenarchitekten Hermann Schüttauf 1966 neu angelegt.
Gärten als verbindendes Element
Mit dem Erwerb des Renaissanceschlosses wurde die Zusammenführung der drei Schlösser zu einer Aufgabe für die Gartenkunst. Damit beauftragte Carl August den aus einer deutschlandweit tätigen Gartenkünstlerfamilie stammenden Carl August Christian Sckell. Er schuf auf dem Gelände des früheren Ritterguts einen kleinen Landschaftspark und verwob diesen mit den intimen Gartenräumen um das Rokokoschloss und das Alte Schloss.
Verbunden sind die Gärten durch Terrassenwege am Steilhang mit weiter Aussicht in das Saaletal. Die Parterres am Rokokoschloss erhielten eine detailreiche Gestaltung mit Blumenbeeten und Laubengängen. Das nördliche Parterre zeigt heute eine Neuschöpfung der 1960er Jahre im Rückgriff auf barocke Formen.
Am Alten Schloss greift die moderne Gestaltung die Gartenideen der Renaissance auf. Berühmt sind die Dornburger Schlossgärten für ihre zahllosen Rosen in historischen und neueren Sorten, aber auch für die unterhalb der Terrassen gepflegten Weinberge.
Goethe und die Schlossgärten
Kurz nach seiner Ankunft schrieb Goethe an den Freund Carl Friedrich Zelter: „Die Aussicht ist herrlich und fröhlich, die Blumen blühen in den wohlunterhaltenen Gärten, die Traubengeländer sind reichlich behangen, und unter meinem Fenster seh ich einen wohlgediehenen Weinberg, den der Verblichene auf dem ödesten Abhang noch vor drei Jahren anlegen ließ und an dessen Ergrünung er sich die letzten Pfingsttage noch zu erfreuen die Lust hatte. Von den andern Seiten sind die Rosenlauben bis zum Feenhaften geschmückt und die Malven und was nicht alles blühend und bunt, und mir erscheint das alles in erhöhteren Farben wie der Regenbogen auf schwarzgrauem Grunde.“
Barrierefreie Wege durch die Dornburger Gärten
Für Ihre Planung finden Sie hier eine Karte mit Wegen, die für Rollstuhlfahrer oder auch Besucher mit Kinderwagen gut geeignet sind.
Besonders hervorzuheben sind der von Reinecken umgestaltete Blumengarten und Pleasureground, das weiterentwickelte Pinetum mit seltenen Gehölzen und der Parksee mit seinen Inseln und geschwungenen Ufern.
Beispiel spätklassizistischer Gartenkunst
Anstelle eines Vorgängerbaues initiierte er hier den bis 1769 errichteten Neubau des Sommerpalais. Die aufwändige Ausstattung dauerte bis 1778 an. Bis 1783 kam die Neugestaltung des Gartensaals hinzu. Nordöstlich des Palais wurde ein erster landschaftlich gestalteter Gartenbereich angelegt, dessen Besonderheit das einzigartige Pinetum ist – eine Sammlung einheimischer wie exotischer Nadelgehölze. Nachdem ein Hochwasser den Lustgarten zerstört hatte, begann man mit der Anlage eines Landschaftsparks rund um das Sommerpalais. Im 19. Jahrhundert wurde die wirtschaftlich aufstrebende Stadt an die Eisenbahn angeschlossen. Deren zunächst geplanter Trassenverlauf hätte das Areal empfindlich gestört und stieß darum auf die konsequente Ablehnung des Reußischen Hauses. Man fand Kompromisse. Die ausgehandelte Neuplanung des Streckenverlaufs ermöglichte nicht nur die für ein Refugium wünschenswerte Ruhe, sondern spülte auch einiges Kautionsgeld in die fürstliche Schatulle. Dies nutzte Heinrich XXII. Reuß, um den renommierten Pückler-Schüler und zeitweiligen Weimarer Hofgärtner Carl Eduard Petzold mit der Planung des heute rund 45 Hektar großen Greizer Landschaftsparks zu beauftragen.
Greiz, Luftaufnahme, Ornamentbeet
Für die Umsetzung seiner Entwürfe empfahl Petzold mit Erfolg den ihm aus Muskau gut bekannten Gärtner Rudolph Reinecken. Zu sagen, dass die Gesamtanlage dessen Handschrift trägt, stellt nicht Petzolds Grundideen in den Schatten. Wohl aber hat Reinecken über die fünf Jahrzehnte seines Wirkens in Greiz manches von Petzold Entworfene in Frage gestellt, sich da und dort Abweichungen gestattet und sogar vollkommen Neues hinzugefügt. Höhepunkte der Parkanlage, die als ein in Thüringen unvergleichbares Beispiel spätklassischer landschaftlicher Gartenkunst geschätzt wird, sind neben dem bereits erwähnten Pinetum der etwa acht Hektar große Binsenteich in der Mitte des Parks, die Lindenallee und die Rotunde. Das „Weiße Kreuz“, nach dem frühen Tod der Fürstin Sophie, Gemahlin Heinrich XX. Reuß älterer Linie errichtet, schließt ebenso eine wunderbare Sichtachse ab wie der an eine Fürstenhochzeit erinnernde rundum offene Gasparinentempel. Der Pleasureground und der Blumengarten am Sommerpalais sind im Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts reich mit Schmuckbeeten und Kübelpflanzen ausgestattet.
Landschaftspark am Elsterufer
1873 lieferte der europaweit gefragte Gartenkünstler Carl Eduard Petzold, ein Schüler Pücklers, einen Entwurfsplan mit bedeutsamen Korrekturen, um die Idee des Landschaftsparks noch konsequenter zum Tragen zu bringen. Prägend ist der Kontrast zwischen aufwendig gepflegten Arealen um das Schloss und naturnahen Wiesen mit malerischen Baumgruppen in größerer Entfernung. Für die Umsetzung sorgte jahrzehntelang Hofgärtner Rudolph Reinecken, auf dessen Ideen der feingliedrige Blumengarten und die Schmuckbeete im Pleasureground zurückgehen. In den großen Parks des 19. Jahrhunderts spielt Weiträumigkeit eine wichtige Rolle, sie gehen in die Landschaft über.
Fast ohne Erhebungen geht es im Fürstlich Greizer Park zu – er nimmt die weite Talaue zu Füßen des Felsens mit dem Oberen Schloss Greiz ein, dem Stammsitz der älteren Linie des Hauses Reuß. Dort entstand nahe dem Elsterufer im 18. Jahrhundert ein Lustschloss, das Sommerpalais. Vor ihm breitete sich ein regelmäßiger barocker Garten mit Orangeriekübeln aus, bis 1799 ein Hochwasser kam. Die Zerstörung des Gartens brachte einen völligen Neubeginn. In den nun entstehenden Landschaftspark bezog man die großen angrenzenden Auenwiesen ein. Aus einem Fischteich wurde ein unregelmäßig geformter Parksee, gezielte Pflanzungen und geschwungene Wege sorgten für abwechslungsreiche Ansichten.
Die Park- und Gartenanlagen rund um Schloss Friedenstein sind ein Zeugnis verschiedener Epochen der Gartenkunst und in dieser Komplexität einmalig in Thüringen. Gleich zwei Besonderheiten birgt der Herzogliche Park in Gotha – einen späten Barockgarten und einen der frühesten Landschaftsparks nach englischem Vorbild.
Der Englische Garten
Eine neue Qualität erlangten die zum Schloss gehörenden Gärten unter der Regierung von Fürst Ernst II., der sein Amt 1772 antrat. Nur 20 Jahre nach der kostspieligen Anlage noch ganz vom Gartenverständnis des Barock geprägten Gartenareals hielt in Gotha bereits eine neue Epoche Einzug. Der Englische Garten südlich des Schlossbergs gilt neben Wörlitz als frühester Landschaftspark auf dem europäischen Festland. Diese Sensation ist der fortschrittlichen Gesinnung Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg zu verdanken, der mit John Haverfield aus Kew Gardens einen Gartenkünstler direkt aus dem Mutterland der Landschaftsgartenkunst nach Gotha holte. Nach dessen Plänen entstand ein Park mit geschwungenen Wegen, wechselnden lebendigen Landschaftsbildern und einem See, der sich nie ganz überschauen lässt.
Im 19. Jahrhundert wurde das ganze Schlossareal weiträumig gestaltet, die einzelnen Anlagen wuchsen zum Herzoglichen Park zusammen. Auf der Fläche des einstigen Küchengartens wurde 1864 das Naturkundemuseum erbaut. Die erst im 20. Jahrhundert angelegten Flächen nördlich und südlich vor den Auffahrten zum Schloss wurden mehrfach umgestaltet.
Orangerieparterre mit Orangenhaus und Lorbeerhaus
Eine der ältesten noch erhaltenen Gartenanlagen von Schloss Friedenstein ist der ab 1747 östlich vom Schloss entstandene Orangeriegarten. Das Orangerieparterre am östlichen Schlossberg von Schloss Friedenstein wurde 1749 angelegt, streng symmetrisch und in regelmäßigen Formen, flankiert von Treibhäusern und repräsentativen Bauten zur Überwinterung der exotischen Pflanzen. Im Sommer standen die unzähligen wertvollen Kübelpflanzen, darunter verschiedene Zitrussorten und die in Gotha mit besonderer Hingabe gezüchtete Ananas, im Gartenparterre aufgereiht wie in einem Amphitheater.
Garten
Die Festungsanlagen wurden ab 1772 zum großen Teil abgetragen, was auch Platzgewinn für das Anlegen von Gartenanlagen bedeutete. Der erste verbürgte Garten war der sogenannte Schlosswallgarten vor der Ostseite des Schlosses. Er verschwand vermutlich mit der Entfestigung im Jahr 1772. Eine der ältesten noch erhaltenen Gartenanlagen von Schloss Friedenstein ist der ab 1747 östlich vom Schloss entstandene Orangeriegarten. Eine neue Qualität erlangten die zum Schloss gehörenden Gärten unter der Regierung von Fürst Ernst II., der sein Amt 1772 antrat. Von einer Englandreise reichlich mit Anregungen ausgestattet, ließ er einen Englischen Garten anlegen, dessen Zentrum ein langgezogener Teich ist. Auf der Fläche des einstigen Küchengartens wurde 1864 das Naturkundemuseum erbaut. Die erst im 20. Jahrhundert angelegten Flächen nördlich und südlich vor den Auffahrten zum Schloss wurden mehrfach umgestaltet. Die Park- und Gartenanlagen rund um Schloss Friedenstein sind ein Zeugnis verschiedener Epochen der Gartenkunst und in dieser Komplexität einmalig in Thüringen.
Einen Steinwurf von der Herderkirche entfernt öffnet sich hinter einer schlichten Fassade ein lichter Innenhof, an den sich einer der reizvollsten Stadtgärten Weimars anschließt. Das Ensemble gehörte in der Goethezeit zu den bedeutenden Treffpunkten der Weimarer Gesellschaft. Die Brüder Franz und Carl Kirms standen in herzoglichen Diensten und pflegten rege Beziehungen zum Hof und zu Künstlern, Wissenschaftlern und Stadtbürgern. Schon im Lauf des 19. Jahrhunderts wurde das Haus als privater Erinnerungsort an diese Glanzzeit kaum verändert. Der umfangreiche Originalbestand sorgt für eine einzigartige Atmosphäre. Seit 1917 Museum, ist das Kirms-Krackow-Haus heute beliebter Geheimtipp für Flaneure und Kulturgenießer sowie begehrter Veranstaltungsort.
Wohnkultur erleben
Eine Wohnetage des in hohem Maß authentisch erhaltenen Anwesens ist als Museum zugänglich. Eine vollständige Wohnungseinrichtung macht die Wohnkultur des frühen 19. Jahrhunderts erlebbar. Wechselausstellungen widmen sich der Alltagskultur im bürgerlichen Umfeld des Weimarer Hofs.
Es ist eines der ältesten Häuser Weimars, war ab 1701 das Zuhause der Familie Kirms und ein wichtiger Treffpunkt für Künstler, Musiker und Gelehrte. Berühmte Persönlichkeiten wie Franz Liszt, Johann Nepomuk Hummel oder Hans Christian Andersen waren regelmäßig an der Jakobstraße zu Gast. Wer das Kirms-Krackow-Haus heute besucht, taucht ein in die Wohnkultur des gehobenen Bürgertums der Goethezeit – und darf obendrein einen intimen Blick in das Familienleben der Kirms werfen. Ein Kleinod mitten in der Weimarer Altstadt ist zudem der bürgerliche Blumengarten.
Blumisten
Besucher des Krims-Krackow-Hauses sollten unbedingt einen Blick in den Hausgarten werfen. Der Blumenliebhaber Franz Kirms zog dort seltene Apfel-, Mandel- und Maulbeerbäume heran, Rosen sowie seltene Pflanzen aus aller Welt. Unter seiner Hand bekam der Garten seine Gestaltung im Biedermeierstil, der maßgeblich für die heutige Gestalt ist – und erreichte damit seinen gestalterischen Höhepunkt.
Der Garten war Mitte des 18. Jahrhunderts erweitert und mit einem spätbarocken Pavillon ausgestattet worden. Die Entwürfe für den ursprünglich mit Dachterrasse errichteten Bau stammen vermutlich aus dem Umfeld der herzoglichen Baumeister Johann Adolph Richter und Gottfried Heinrich Krohne. Seinen gestalterischen Höhepunkt mit biedermeierlichen Blumenbeeten, Spalierobst und vielen botanischen Raritäten erreichte der Garten unter Franz Kirms (1750-1826), der dem Verein der Weimarer „Blumisten“ (Pflanzenliebhaber) angehörte.
Treffpunkt der Weimarer Gesellschaft im Umkreis des Hofes
Der Weimarer Hof war im Hinblick auf die Gartenkunst seit dem 18. Jahrhundert stets auf der Höhe der Zeit. Auch die in seinem Umfeld ansässigen Bürger entfalteten zum Teil großen gärtnerischen Ehrgeiz. Zu den wenigen erhaltenen Zeugnissen gehört der Garten am Kirms-Krackow-Haus in Weimar. In der Mitte des 18. Jahrhunderts hatte die Familie Kirms das Anwesen so weit vergrößert, dass auf dem Grundstück ein Garten Platz fand. Im barocken Gartenpavillon konnten Feste gefeiert und empfindliche Pflanzen untergestellt werden. Zur Goethezeit avancierte das Kirms-Krackow-Haus zu einem wichtigen Treffpunkt der Weimarer Gesellschaft im Umkreis des Hofes. Man beschäftigte sich mit Literatur, Kunst und Musik – und mit Pflanzen. Hofrat Franz Kirms gehörte zu den weit über die Stadtgrenzen hinaus vernetzten Blumisten, die sich in Zeitschriften und persönlichen Gesprächen über ihre Erfolge in der Blumenzucht austauschten. Der liebevoll gepflegte Biedermeiergarten zeigt, wie anspruchsvolle bürgerliche Haushalte die Notwendigkeit des Obst- und Gemüseanbaus mit ästhetischen und repräsentativen Ambitionen verbanden.
Spuren barocker Gartenkunst sind auch im Schlosspark Molsdorf zu erleben. Als gegen Ende des 18. Jahrhunderts der heutige Landschaftspark gestaltet wurde, blieb vieles von der aufwendigen Anlage erhalten, die in den 1730er Jahren entstanden war. Damals hatte der im Ruf eines Lebemanns stehende Gustav Adolf Graf von Gotter die Molsdorfer Wasserburg erworben und zu einem Lustschloss umbauen lassen. Ähnlich aufwendig wie Fassade und Innenräume ließ Gotter auch den Garten anlegen. Eine langgestreckte Achse mit Gartenparterres war umgeben von Kanälen und geschmückt mit zahllosen Skulpturen. Die Grundformen des Barockparterres wurden als symmetrische Rasenflächen in den Landschaftspark integriert, auch einige der Skulpturen blieben an Ort und Stelle und begegnen dem Flaneur an den Parkwegen.
Schlosspark Molsdorf
Der bereits Anfang des 18. Jahrhunderts entstandene barocke Schlossgarten erreichte unter Reichsgraf Gustav Adolf von Gotter um 1748 seinen gestalterischen Höhepunkt. Historische Pläne belegen die klassische Abfolge von zentral vor dem Schloss angeordneten Broderieparterres, gefolgt von Bosketträumen, die jeweils symmetrisch an der vom Schloss in die Landschaft reichenden Hauptachse angeordnet waren. Der Garten war mit Wasseranlagen und zahlreichen Gartenskulpturen ausgestattet. Nach Übernahme durch das Herzoghaus Sachsen-Gotha-Altenburg folgte Ende des 18. Jahrhunderts die landschaftliche Überformung. In deren Folge wurden die Kanäle verfüllt, die Fontänen und die Kaskade zerstört, einige Alleen und Hecken entfernt und viele der Skulpturen verkauft. Dafür entstanden malerische Baumgruppen, Rasenflächen und ein Teich mit geschwungener Uferlinie. Die Umgestaltung lag in den Händen von Rudolph Eyserbeck, Sohn des bekannten Wörlitzer Gärtners Johann Friedrich Eyserbecks, und seinem Nachfolger, dem Hofgärtner Friedrich Emil Wehmeyer. Der Schlossgarten Molsdorf ist ein eindrucksvolles Beispiel für eine harmonische Verbindung von architektonischer und landschaftlicher Gartenkunst in Thüringen.
Schloss Sondershausen gehört bau- und kunstgeschichtlich zu den bedeutendsten Residenzanlagen Thüringens. Über 600 Jahre war es Regierungssitz der Grafen und Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen. Der aus dem 13. Jahrhundert erhaltene Burgturm wurde in das ab 1534 errichtete Renaissanceschloss integriert. Bis ins 17. Jahrhundert entstand eine dreiflügelige, barock überformte Schlossanlage.
Westlich des Schlossgebäudes entstand im Lustgarten bis 1710 das Achteckhaus. Unter Fürst Christian Günther III. (reg. 1758–1794) begann ab 1764 der Neubau des Westflügels und des Neuen Nordflügels. Damit erhielt das Residenzschloss seine endgültige architektonische Prägung als unregelmäßige Vierflügelanlage.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Teile der Schlossanlage, wie der Westflügel oder der Marstall klassizistisch überformt. Zeitgleich erfolgten auch die Umgestaltung des Lustgartens, des Lohplatzes und des Lohparkbereichs nördlich des Schlossbergs. In den Jahren 1914/15 entstand eine zweigeschossige Galerie, die Turm, Ost- und Südflügel sowie den neuen Treppenturm miteinander verbindet.
Das Schloss beherbergt das Schlossmuseum Sondershausen sowie das Carl Schroeder Konservatorium. Der Museumsrundgang umfasst einen Teil der Innenräume. Das Marstallgebäude wird durch die Thüringer Landesmusikakademie Sondershausen genutzt.
Ein Schloss, viele Stilepochen
Rund 560 Jahre lang herrschten die Grafen und Fürsten von Schwarzburg über die kleine Stadt am Kyffhäuser – und so verwundert es nicht, dass das Schloss ein Abbild ihrer langen Geschichte ist. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Sondershausen im Jahr 1125, fiel später an die Grafen von Hohnstein und anschließend an die Grafen von Schwarzburg – das älteste edelfreie Geschlecht Thüringens. Diese ließen die mittelalterliche Burg zu einem repräsentativen Residenzschloss ausbauen, im Laufe der Jahrhunderte erweitern und den jeweiligen Bedürfnissen des Herrschers anpassen. Einer der wichtigsten Einschnitte in der Geschichte des Adelsgeschlechts erfolgte im Jahr 1697. Damals wurden die Grafen in den Reichsfürstenstand erhoben – und das Residenzschloss dem neuen Herrschaftsverständnis angepasst. Heute präsentiert sich Schloss Sondershausen als unregelmäßige Vierflügelanlage, in der sich verschiedene Epochen herrschaftlichen Bauens auf besondere Weise verbinden. Daher zählt Sondershausen zu den bau- und kunstgeschichtlich bedeutendsten Schlosskomplexen Thüringens. Auch wenn sich im Laufe der Jahrhunderte vieles veränderte, einer blieb stets erhalten – der Schlossturm. Er geht auf einen mittelalterlichen Wohnturm zurück und wurde in die späteren Bauten miteinbezogen, als Zeichen von Tradition und Herrschaft.
Kostbarkeiten höfischer Präsentation
Seine Bedeutung erlangt Schloss Sondershausen vor allem durch seine einzigartigen Raumkunstwerke. Das sogenannte „Gewölbe am Wendelstein“ gehört hierbei zu den frühesten. Die üppigen Stuckdekorationen wurden 1616 gefertigt, in den wuchernden Ornamentformen sind unter anderem Szenen aus Ovids „Metamorphosen“ dargestellt. Der imposante Riesensaal entstand 1695 im Zuge der Erhebung in den Reichsfürstenstand und zählt zu den Höhepunkten der barocken Ausstattung. Seinen Namen verdankt der Saal den 16 überlebensgroßen Figuren antiker Gottheiten. Obwohl rund 100 Jahre später mit dem „Blauen Saal“ ein weiterer Festsaal entstand, blieb der „Riesensaal“ in Form und Ausstattung unverändert. Mit dem Titel „thüringisches Bernsteinzimmer“ wurde das sogenannte Steinzimmer geadelt, verziert mit Kalksteinplättchen aus der Region, die von Hand geschliffen und poliert wurden und eine nobel-glänzende Oberfläche erzeugen. Die Idee dazu soll von Fürst Christian Günther gestammt haben, der selbst als Steinschleifer tätig war.
Musiktradition im Marstall und Achteckhaus
Mitte des 16. Jahrhunderts entstanden am Schloss erste Gartenanlagen, die um 1700 erweitert und umgestaltet wurden. Von den erhaltenen Gebäuden ist vor allem das Ensemble aus Achteckhaus und Marstall bemerkenswert. Das Achteckhaus wird vielfach für Veranstaltungen genutzt. Unter anderem wird dort die lange Sondershäuser Musiktradition gepflegt, von der Franz Liszt einmal sagte, sie ein „große[s] Wunder, eingesperrt in einer kleinen Stadt“. Im Marstall hat heute die Thüringer Landesmusikakademie ihren Sitz, ein Thüringer Musikzentrum mit landesweitem und internationalem Renommee.
Schlosspark
Schon seit 1533 ist ein Garten nachgewiesen. Ende des 17. Jahrhunderts begann die barocke Gestaltung des Lustgartens, zu der die große Orangerie und das Achteckhaus gehörten, ein Gebäude zum Karussell fahren. Der heutige, etwa 30 ha große Park wurde maßgeblich durch die Gartenkünstler Ekart und Petzold geprägt. Die Umsetzung eines weitläufigen Landschaftsgartens entlang der Wipper mit zwei Parkseen, dem Blumengarten am Prinzenpalais und geschwungenen Wegen wurde ab 1836 unter dem Hofgärtner Ekart begonnen. Dessen Sohn Tobias Ekart führte die Arbeiten mit der Vorstellung von einem Volksgarten als Teil einer übergreifenden Landesverschönerung fort. 1850 erhielt Carl Eduard Petzold den Auftrag, die nähere Umgebung des Schlosses neu zu gestalten. Um den Lustgarten großzügiger gestalten zu können, wurden alle Treib- und Gewächshäuser aus dem Orangeriegarten abgebrochen und als Ersatz eine neue Hofgärtnerei am Jägerhaus errichtet. Der Park wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Derzeit wird der Schlosspark in Anlehnung an das Werk Ekarts und Petzolds wieder instand gesetzt.
Epochen und Meilensteine der Geschichte – von der Monarchie bis zu den Anfängen der Demokratie und dem Nationalsozialismus – prägen Schloss Schwarzburg bis heute. Dies macht die Schlossanlage zu einem Denkort der deutschen Geschichte. Sie war Stammsitz eines der ältesten Adelsgeschlechter in Thüringen, das sich neben den dominierenden Ernestinern behaupten konnte und bis 1918 zwei eigene Fürstentümer regierte. Spätestens in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts als mittelalterliche Burg errichtet, wurde die Anlage im 17. Jahrhundert zur Festung ausgebaut.
Im Zusammenhang mit der Erhebung der Schwarzburger vom Grafen- in den Reichsfürstenstand 1710 wurde der als Jagdschloss und Sommersitz genutzte Stammsitz zum dynastischen Repräsentationsort.
Nach dem Ende der Monarchie erhielt das letzte Fürstenpaar Wohnrecht auf Schloss Schwarzburg, während der erste Reichspräsident Friedrich Ebert 1919 in Sichtweite zum Schloss mit der Weimarer Verfassung die erste deutsche demokratische Verfassung unterzeichnete. 1940 begannen die Nationalsozialisten mit einem Umbau der Schlossanlage zum Reichsgästehaus, der zwei Jahre später eingestellt wurde. Das Schloss-Hauptgebäude blieb über 70 Jahre Bauruine, bis 2021 die ersten beiden Räume wieder eröffnet werden konnten. Im Tor- und Zeughaus empfangen die Fürstlichen Erlebniswelten Besucherinnen und Besucher.
Schloss Schwarzburg
Auf einem Bergsporn über dem Schwarzatal erhebt sich Schloss Schwarzburg. Den gleichnamigen Grafen diente die Höhenburg über Jahrhunderte als Stammsitz. In den Blickpunkt des Weltinteresses rückte es 1919, als Friedrich Ebert in unmittelbrer Nachbarschaft die Weimarer Verfassung unterzeichnete. Das Schloss durchlebte wechselvolle Zeiten. Unter den Nationalsozialisten sollte es in ein „Reichsgästeheim“ umgewandelt werden. Dafür wurde es stark zerstört. Seit 2009 laufen umfangreiche Arbeiten, um das Schloss für Besucher wieder zugänglich zu machen. Ein wichtiger Meilenstein war die Wiedereröffnung des Zeughauses mit der einzigartigen Prunkwaffensammlung.
Der Legionär und sein Speer
Sie gehören zu den ältesten und mächtigsten Dynastien Thüringens – die Grafen und Fürsten von Schwarzburg. Warum sie ihren Stammsitz ausgerechnet im Tal der Schwarza errichteten, erfährt man in ihrer Gründungslegende. Diese ist in einem Deckengemälde im Kaisersaal von Schloss Schwarzburg festgehalten. Zu sehen ist ein römischer Legionär, der seinen hölzernen Speer in den Boden stößt. Aus dem scheinbar toten Stück Holz treiben jedoch Blätter und Zweige hervor. Für den Legionär ist klar, an dieser Stelle will er sich niederlassen. Und so soll sie ihren Anfang gefunden haben, die Geschichte der Schwarzburger. 1071 wurde die Höhenburg erstmals urkundlich erwähnt. 1453 berichten Quellen von einer aufwendigen Anlage, bestehend aus mehreren Kemenaten, einem Hospital, einer Kapelle und verschiedenen Türmen. Allerdings verlor sie bereits in jener Zeit an Bedeutung, da Arnstadt, Rudolstadt und Sondershausen zu Residenzstädten der Schwarzburger aufgestiegen waren. Dass diese ihren Stammsitz aber nie vollends aufgaben, hat auch mit der Erhebung der Schwarzburg-Rudolstädter Grafen in den Reichsfürstenstand im Jahr 1710 zu tun. Fürst Ludwig Friedrich hatte Schwarzburg zum Ort seiner Erhebungszeremonie gewählt – und so wurde das Schloss wieder zum Mittelpunkt höfischer Repräsentation und Selbstdarstellung. Das als Orangerie geplante Gartenhaus wurde fertiggestellt und in einen Ehrentempel der fürstlichen Abstammung verwandelt. Das Ergebnis ist das heutige Kaisersaalgebäude. Die aufgesetzte, quadratische Laterne des Gebäudes taucht den darunterliegenden Saal in ein geradezu mystisches Licht. Die Magie des Raumes wird durch die lebensgroßen Darstellungen mittelalterlicher Kaiser und Könige noch verstärkt.
Ein Schloss mit bewegter Geschichte
1726 brach auf dem Schloss ein verheerendes Feuer aus. Das Kaisersaalgebäude blieb von den Flammen verschont, das Hauptgebäude wurde jedoch zerstört. Die Schwarzburger bauten ihren Stammsitz als Jagd- und Sommerschloss wieder auf – und bis zum Juni 1940 sollte es der Familie dienen. An den Tag des Auszugs erinnerte sich Anna Luise von Schwarzburg-Rudolstadt als „bösen Traum“. Nach den Plänen der Nationalsozialisten sollte das Barockschloss nun in ein „Reichsgästeheim“ umgebaut werden. Das Torhaus und die Kirche fielen dem Umbau zum Opfer, im Hauptgebäude wurden Decken, Wände, Stuckaturen und Malereien entfernt. 1942 kamen die Bauarbeiten kriegsbedingt zum Erliegen und das Schloss blieb stark zerstört zurück. Seit 2009 laufen umfangreiche Maßnahmen, um den Bestand zu sichern. Heute befinden sich im teilsanierten Schloss-Hauptgebäude zwei Veranstaltungsräume, die zum Lernen, Diskutieren und Nachdenken über Demokratie und Gesellschaft anregen sollen – als außerschulischer Lernort Schloss Schwarzburg und als Denkort der Demokratie für die demokratische Zivilgesellschaft. Im Rahmen der baulichen und restauratorischen Maßnahmen innerhalb der beiden Räume soll die wechselvolle Geschichte mit den Spuren der fürstlichen Schlossausstattung und den Zeugnissen der brachialen Zerstörungen der 1940er Jahre ablesbar und sichtbar bleiben.
Ein um 1744 entstandener Gartenplan wurde bei der vor Jahren unumgänglichen Neugestaltung des etwa 5000 Quadratmeter großen Gartens vor dem Kaisersaalgebäude berücksichtigt. Rasen und eine Fontäne, eine als Reminiszenz an die einstige Funktion angelegte Mini-Orangerie und ein „Baumsaal“ laden zum Verweilen und Flanieren ein.
Zeughaus
Das Zeughaus ist der älteste Bau der Anlage. Über die Jahrhunderte entstand hier eine der größten zeitlich zusammenhängenden höfischen Waffensammlungen Europas. Zeitweise wurde die Sammlung nach Schloss Heidecksburg ausgelagert. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten kann sie seit März 2018 wieder in ihrer Gesamtheit im Zeughaus besichtigt werden.
Acht Kilometer südlich von Eisenach liegen Schloss und Park Wilhelmsthal im Tal der Elte. Der Bach Elte wurde Anfang des 18. Jahrhunderts zu einem See angestaut, der noch heute zentraler Bestandteil der Gartenanlage ist. Der Landschaftspark aus dem späten 18. Jahrhundert wurde durch Fürst Hermann von Pückler-Muskau und Hermann Jäger umgestaltet.
Die südlich von Eisenach gelegene Schlossanlage ist nach ihrem Erbauer Herzog Johann Wilhelm von Sachsen-Eisenach benannt. Mit dem Ausbau des Jagdschlosses zur Sommerresidenz entstand auch ein Barockgarten. Unter Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach begann ab 1795 die Umgestaltung der inzwischen vernachlässigten Anlage in einen Landschaftsgarten mit zahlreiche Blumenpflanzungen und exotischen Gehölzgruppen. Mitte des 19. Jahrhunderts veranlasste Großherzog Carl Alexander die Erneuerung der Gartenanlagen. Für die Gestaltung konnte Fürst Hermann von Pückler-Muskau und der Hofgärtner Hermann Jäger gewonnen werden. Im 20. Jh. wurde das Schloss als Lazarett, Kinderheim sowie für ein Pionierlager genutzt. Die damit verbundenen baulichen Änderungen und mangelnde Pflege Parks führten zu einem starken Verfall der ursprünglichen Gestaltung, der gestoppt werden konnte. Die harmonische Einbindung des Schlosses und der Parkanlage in die umgebende Landschaft machen das Ensemble zu einem einzigartigen Kulturdenkmal.
Barocker Garten mit Schlossachse und Gartenachse
Seit dem 16. Jahrhundert wurde das Areal um die Hohe Sonne von den ernestinischen Landesherrn als Jagdgebiet genutzt. Historischer Ausgangspunkt der Schlossanlage ist das Corps de Logis, auch Altes Schloss genannt, das zu Beginn des 18. Jahrhunderts frühere Jagdhäuser ersetzte. Südlich des Alten Schlosses wurde zunächst der „obere Garten“ angelegt, dem später auf dem zum See hin abfallenden Gelände vor dem Schloss ein terrassierter Lustgarten als Pendant hinzugefügt wurde.
Diese auf das Schlossgebäude ausgerichtete Gartenachse kreuzte eine von Nord nach Süd verlaufende Schlossachse, entlang derer sich neben dem Hauptbau pavillonartig zahlreiche weitere Logis- und Wirtschaftsgebäude paarweise gegenüber standen.
1719 kam der später in den Komplex des Neuen Schlosses eingebundene (heutigen) Telemann-Saal hinzu. Unter Ernst August von Sachsen-Weimar-Eisenach erfuhr Wilhelmsthal in den Jahren 1743 bis 1748 eine Überarbeitung unter Leitung des Architekten Gottfried Heinrich Krohne (1703-1756). Die Schlossachse wurde an ihrem westlichen Ende mit einer Orangerie baulich geschlossen, die Gartenachse stärker betont, die regelmäßigen Anlagen erweitert. Wie sein Vorgänger legte Ernst August großen Wert auf die Nutzung des Sees mit Booten und Gondeln, die er nach venezianischem Vorbild zimmern ließ.
Englischer Landschaftsgarten
Nach einer langen Zeit des Verfalls und der nur notdürftigen Bestandssicherung unter Herzogin Anna Amalia zog Wilhelmsthal ab 1777 die Aufmerksamkeit des jungen Carl August (1757-1828) auf sich – wie bei seinen Vorgängern zunächst unter den Vorzeichen des Jagdvergnügens. Vor allem seine Gattin, Herzogin Louise (1757-1830), hielt sich trotz schlechten Bauzustandes jährlich im Sommer in Wilhelmsthal auf. Wirtschaftliche und ästhetisch-weltanschauliche Gründe führten zur Entscheidung für eine Umgestaltung der barocken Gartenanlage zu einem englischen Landschaftspark mit Übergängen in die umgebende Natur.
In den 1790er Jahren wurde das Gelände um Schloss Wilhelmsthal nach Ideen, die Carl August selbst mit dem Eisenacher Baurat Georg Christian Sartorius (1774-1838) entwickelt hatte, vollständig umgestaltet: Unter Beteiligung der Gärtnerfamilie Sckell nahm man dem Seeufer seine streng regelmäßige Form, legte Baumgruppen und Sichtachsen an und entfernte die barocke Skulpturenausstattung. Unterhalb des Sees wurden ein Wasserfall und Brücken errichtet.
Das am westlichen Waldrand gelegene reizvolle Schweizerhaus ist ebenfalls Bestandteil dieser Umgestaltungsphase. Auch in den Gebäudebestand griff Carl August ein. Gegenüber dem 1719 erbauten Festsaal ließ er durch Sartorius ein Pendantgebäude errichten und beide durch eine Kolonnade zum später so genannten Neuen Schloss verbinden. Die nun außerhalb dieses westlichen Abschlusses gelegenen Pavillongebäude wurden abgetragen. So gelang eine neue Ausrichtung des Komplexes auf den umgestalteten Park. An die Stelle der axialen Ausrichtung auf das Alte Schloss trat die malerische Einbettung des Neuen Schlosses in den Landschaftsgarten mit der Doppelfassade als Hauptansicht, die durch die Verbindung der beiden Saalgiebel mit der Kolonnade entstanden war. Nach dem Abschluss der Umgestaltungs- und Umbauarbeiten diente Wilhelmsthal regelmäßig als Sommerresidenz des Weimarer Hofes. Auch herrschaftliche Besucher wurden dort empfangen.
Pückler
In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde auf Anordnung Carl Alexanders (1818-1901) der Park einer Erneuerung nach Plänen von Fürst Hermann von Pückler-Muskau und dem Hofgarteninspektor Hermann Jäger unterzogen. Man orientierte sich am Vorgefundenen, legte neue Pflanzungen und Wege an und sorgte dafür, dass der abermals verformte See seine Wirkung voll entfalten konnte. „Wilhelmsthal muß den Eindruck machen, als habe man den ehemaligen Urwald (von dem noch einige Bäume Zeugniß geben) nur deshalb gelichtet, um Raum für freundliche Wohnungen mit lichter Umgebung zu gewinnen, wobei ein tiefer Natursinn sorgfältig die schönsten Bäume schonte …“, schrieb Hermann Jäger 1853. Seit 2009 wurden Teilbereiche des Landschaftsparks wiederhergestellt.
Auf einem sanften Ausläufer des Thüringer Walds erhebt sich über der mittelalterlichen Fachwerkstadt Schmalkalden Schloss Wilhelmsburg. Ab 1585 als Nebenresidenz der Landgrafen von Hessen-Kassel entstanden, zählt es mit seinen herausragenden Innenraumdekorationen und der weitgehend erhaltenen Gesamtanlage zu den bedeutendsten Renaissanceschlössern in Deutschland. Seit dem hohen Mittelalter teilten sich die hessischen Landgrafen und die Henneberger Grafen das wirtschaftlich ertragreiche Amt Schmalkalden. Nach dem Aussterben der Henneberger 1583 fiel es den Landgrafen von Hessen-Kassel zu. Als Zeichen der neuen Machtverhältnisse errichtete Wilhelm IV. von Hessen-Kassel (reg. 1567–1592) anstelle einer mittelalterlichen Burg das Renaissanceschloss.
Das Museum Schloss Wilhelmsburg zeigt heute Dauerausstellungen zur Geschichte des Schlosses, zur Residenzkultur der Renaissance sowie zur Reformationsgeschichte.
Das Schloss Wilhelmsburg
In der Zeit der Reformation war Schmalkalden einer der politischen Brennpunkte schlechthin. Sowohl die Blicke des Kaisers als auch die des Papstes richteten sich auf die Stadt im Südwesten des Thüringer Walds. Denn in der letzten Dezemberwoche des Jahres 1530 schlossen sich dort protestantische Fürsten, Adelige und Städte zum Schmalkaldischen Bund zusammen, angeführt von Philipp I. von Hessen und Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen. Sie waren sich einig, dass nur ein gemeinsames Bündnis aller Protestanten Schutz gegen den Kaiser bieten könne. Acht Mal kam der Bund in Schmalkalden zusammen. Wenn die Teilnehmer hinauf in Richtung der Queste blickten, sahen sie damals noch die verfallene Wallrabsburg der Grafen von Henneberg. Nachdem dieses Adelsgeschlecht ausgestorben war, fielen deren Besitzungen um Schmalkalden an den Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen-Kassel. Dieser ließ die Burg ab 1585 zu einer Nebenresidenz umbauen. Heute thront die Wilhelmsburg über der Schmalkaldener Altstadt. Aufgrund seiner originalen Raumstruktur, den prächtigen Wandmalereien und Stuckaturen sowie seiner Außenanlagen ist die Wilhelmsburg ein Juwel unter den Renaissance-Schlössern Deutschlands. Mit der Weihe der Schlosskirche am 23. Mai 1590 wurde das Schloss zur Nutzung freigegeben, wenngleich die Innenausstattung noch nicht vollständig abgeschlossen war.
Die Schlosskapelle
Der Sohn des Landgrafen baute das Schloss später weiter aus und vervollständigte die Inneneinrichtung, zudem ließ er Lustgärten und Terrassen anlegen und gab weitere Bauten rund um das Schloss in Auftrag. Bemerkenswert ist vor allem die Schlosskapelle, die ihr Vorbild in der Torgauer Schlosskirche fand und heute zu den ältesten und schönsten protestantischen Kirchen Deutschlands zählt. Erstmals wurden dort dem protestantischen Verständnis folgend Altar, Kanzel und Orgel in einer vertikalen Achse angeordnet. Ein besonderes Highlight bildet die Renaissance-Orgel. Sie ist die älteste Thüringens und gehört darüber hinaus zu den ältesten noch bespielbaren Holzorgeln in Europa. Ihren Klang können Zuhörer bei zahlreichen Konzerten genießen. Der Thronsaal der restaurierte Festsaal, auch Riesensaal des Schlosses genannt sowie die Herrenküche sind sehenswert. Der Festsaal gehört zu den repräsentativsten Festsälen des ausgehenden 16. Jahrhunderts. Außerdem beherbergt das Schloss eine Kopie des Kellergewölbes aus dem „Hessenhof“. Das Haus am Neumarkt diente als Verwaltungssitz der hessischen Landgrafen. Ende des 19. Jahrhunderts wurden im Keller romanische Wandermalereien mit Szenen aus dem Iwein-Epos des Hartmann von Aue entdeckt. Aus konservatorischen Gründen sind sie nicht öffentlich zugänglich. Um sie Besuchern zeigen zu können, wurde eine Kopie in der Wilhelmsburg angefertigt.
Terassengarten
Ab 1602 entstand unter Landgraf Moritz von Hessen-Kassel südlich von Schloss Wilhelmsburg ein eindrucksvoller Terrassengarten. Stilistisch ist die Anlage noch stark durch die Renaissance geprägt. Seitliche Begrenzungsmauern und die Stützmauern der Gartenterrassen sowie eine ab 1687 eingefügte Wasserkunst, die in Resten erhalten ist, lassen sie zur künstlerischen Einheit mit dem Schlossgebäude verschmelzen. Der trapezförmige Grundriss und die geneigten Terrassen bedingen eine besondere perspektivische Wirkung des Gartens. Nach der weitgehenden Aufgabe des Lustgartencharakters im 18. Jahrhundert wurden die Gärten der Wilhelmsburg als Pachtgärten genutzt. Zur Landesgartenschau 2015 in Schmalkalden wurde die Gartenanlage wiederhergestellt. Nach der Errichtung neuer Stützmauern gestaltete man die vier Gartenterrassen neu. Die Konzeption nimmt Bezug auf die Gartengeschichte: Ein Buchsbaumparterre präsentiert die Gestaltungsprinzipien der Entstehungszeit nach einem Entwurf von 1672. Auf weiteren Gartenterrassen wird beispielhaft das Zier- und Nutzpflanzenspektrum des 17. Jahrhunderts gezeigt. Die Anlage ist ein bedeutendes und frühes Beispiel für die in Deutschland eher seltenen Terrassengärten.
Herrliche Ausblicke in das Saaletal bietet das über dem Städtchen Rudolstadt thronende Schloss Heidecksburg, von 1571 bis 1918 Residenz der Grafen und späteren Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt. Der heutigen Schlossanlage mit zwei östlich vorgelagerten Terrassen gingen eine Burganlage und ein dreiflügeliges Renaissanceschloss voraus. Die St. Andreaskirche östlich des Schlossbergs war Residenzkirche und Grablege der Schwarzburg-Rudolstädter.
Nachdem ein Brand 1735 den Nord- und Westflügel des Schlosses weitgehend zerstört hatte, wurde unter Fürst Friedrich Anton zunächst mit der Neuerrichtung des Westflügels nach Plänen von Johann Christoph Knöffel begonnen. Die Innenausstattung entwarf Gottfried Heinrich Krohne. Besonderer Blickfang ist der 44 Meter hohe Schlossturm über dem Haupttreppenhaus. Heute beherbergt Schloss Heidecksburg das Thüringer Landesmuseum, das Landesarchivs Thüringen – Staatsarchiv Rudolstadt und ist zudem Hauptsitz der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten.
Schloss Bertholdsburg erhebt sich strategisch günstig am Ende eines Höhenzugs an der einst wichtigen Handelsstraße von Erfurt nach Nürnberg. Es ist das Älteste der erhaltenen ehemaligen Residenzschlösser in Thüringen. Begründer der Residenz waren die Grafen von Henneberg, eines der ältesten Grafengeschlechter Frankens. Im frühen 13. Jahrhundert verlegten die Henneberger ihren Hauptsitz nach Schleusingen. Berthold VII. erhielt 1310 die Fürstenwürde und baute die Burg umfangreich aus. Bis in das 16. Jahrhundert wurde die Burg ständig erweitert und modernisiert. Die einst stark befestigte Burganlage wurde zum Renaissanceschloss ausgebaut. So setzt sich die Vierflügelanlage aus Baukörpern unterschiedlicher Entstehungszeiten zusammen. Mit dem Aussterben der Henneberger 1583 fiel die Grafschaft an die Wettiner, 1815 an Preußen. Damit verlor Schloss Bertholdsburg seinen Status als Residenz. Heute befindet sich im Schloss das Naturhistorische Museum.
Von der Burg zum Renaissanceschloss
Aus welcher Richtung man sich auch immer Schleusingen nähert, ein Gebäude ist nicht zu übersehen – die markante Bertholdsburg. Begründet wurde die Residenz durch die Grafen von Henneberg, einem der ältesten Adelsgeschlechter Frankens. Ursprünglich hatten diese ihren Stammsitz auf dem Henneberg nahe der Stadt Meiningen. Doch um das Jahr 1230 verlegten sie ihren Sitz nach Schleusingen, das verkehrsgünstig an der wichtigen Handels- und Heerstraße von Nürnberg nach Erfurt lag. Der Schlossneubau konnte vermutlich dank einer reichen Mitgift realisiert werden. Diese kam durch die Heirat von Graf Poppo VII. mit der Tochter des Landgrafen von Hessen zustande. Ihren späteren Namen verdankte die Burg vermutlich Graf Berthold VII. (um 1272 – 1340). Er trug den huldvollen Beinamen „der Weise“, war eine wichtige politische Persönlichkeit seiner Zeit und fungierte für mehrere Könige und Kaiser als Berater sowie als Vormund für den Sohn Kaiser Ludwigs IV. des Bayern (um 1282–1347).
Von der Burg des 13. Jahrhunderts sind heute noch einzelne Bauelemente zu sehen. Um- und Erweiterungsbauten im 15. und 16. Jahrhundert sorgten dafür, dass sich das Aussehen der Anlage ständig veränderte. Obwohl sich das Adelsgeschlecht zu dieser Zeit bereits im Niedergang befand, wurde die mittelalterliche Wehranlage zu einem vierflügeligen Renaissanceschloss ausgebaut.
Die meist dreigeschossigen Gebäude wurden durch ein Obergeschoss aus Fachwerk aufgestockt und die Türme des Schlosses erhöht. Dieses Aussehen hat sich die Bertholdsburg bis heute weitgehend bewahrt. Von den ehemals neun Türmen sind heute jedoch nur noch sieben vorhanden. Ihre Namen wie Gerichtsturm, Jungfernturm, Hexenturm oder Kapellenturm verweisen auf ihre einstige bzw. zeitweilige Funktion. Der Hauptturm ist als Aussichtsturm in den Museumsbetrieb eingebunden. Nach dem Tod des letzten Henneberger Grafen im Jahr 1583 fielen fast alle Besitzungen an die Wettiner und später an Preußen, woraufhin Schleusingen seinen Residenzstatus verlor. Da die sächsischen und preußischen Schlossherren nun nicht mehr in Schleusingen residierten, zeigten sie auch kein Interesse daran, die Anlage umzugestalten. So blieb das Schloss im ursprünglichen Renaissancestil erhalten.
Herkules in Großformat
Die bedeutendsten erhaltenen Innenräume befinden sich im ersten Obergeschoss des Nordflügels. Dort erwarten Besucher unter anderem ein Saal mit floral stuckierter Decke und ein gewölbter Raum mit gelben und schwarzen Seccomalereien aus der Zeit um 1600. Großformatige Szenen zeigen die Heldentaten des antiken Helden Herkules. Es handelt sich um einen der größten profanen Bilderzyklen in Mitteldeutschland. Heute beherbergt das Schloss das Naturhistorische Museum, das seinen Besuchern drei Dauerausstellungen präsentiert – zur Regionalgeschichte, Geologie sowie zur Naturkunde, darunter bedeutende Fossilien- und Mineraliensammlungen.