Mit den beiden Burgruinen Ehrenstein und Bad Liebenstein wird steinalte Geschichte im SIP I bewahrt. Auf beiden Burgruinen wurden Sicherungsmaßnahmen durchgeführt und das Mauerwerk steinrestauratorisch bearbeitet. Auch die Mauerkronen kamen in die Kur.
Burgruine Bad Liebenstein, Foto: STSG, Constantin BeyerBurgruine Ehrenstein, Foto: STSG, Philipp Hort
Ruinensicherung Burgruine Ehrenstein
Von den Grafen von Schwarzburg im 13. Jahrhundert errichtet, ist die Burgruine Ehrenstein über die Jahrhunderte zu einem Teil der Naturlandschaft geworden. Seit einigen Jahren wegen herabfallender Teile für die Öffentlichkeit gesperrt, wurde die Ruine im Sonderinvestitionsprogramm I gesichert. Damit werden nicht nur wichtige Schritte für den Erhalt der Burgruine gegangen, das geschichtsträchtige Denkmal kann damit auch der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden.
Burgruine Ehrenstein, Foto: STSG, Philipp HortMauerkronensanierung bei Wind und Wetter, Burgruine Ehrenstein, Foto: STSG, Philipp HortRuinensicherung auf der Burgruine Ehrenstein, Foto: STSG, Philipp HortSaniertes Mauerwerk, Burgruine Ehrenstein, Foto: STSG, Philipp HortRuinensicherung auf der Burgruien Ehrenstein, Foto: STSG, Philipp Hort
Ruinensicherung Burgruine Bad Liebenstein
Schon um 1800 ließ Herzog Georg I. von Sachsen-Meinigen erste Maßnahmen für den Erhalt der Burgruine Bad Liebenstein durchführen. An diese Tradition knüpft das SIP I an. Im Rahmen des Programms wurden weite Teile der Burgruine gesichert. Auch die Burgbrücke, der einzige Zugang in die Ruine wurde instandgesetzt. Sie bietet nun wieder sicheres Geleit in die Burg, die schon den Herren vom Stein einst Zuflucht bot.
Burgruine Bad Liebenstein, Foto: STSG, Constantin BeyerSanierte Burgbrücke mit neuem Geländer auf der Burgruine Bad Liebenstein, Foto: STSG, Constantin BeyerRuinensicherung Burgruine Bad Liebenstein, Foto: STSG, Constantin BeyerBurgruinenbaustelle mit Fernsicht, Foto: STSG, Constantin BeyerSanierung der Bogenbrücke der Burgruien Bad Liebenstein, Foto: STSG, Constantin Beyer
2020 fasste der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages einen Beschluss, der eine große Chance für die Thüringer Denkmallandschaft bedeutete: 200 Millionen Euro – jeweils zur Hälfte finanziert von Bund und Land – darf die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) für die Sanierung ausgewählter Monumente in ihren Liegenschaften bis 2032 investieren. Die Voraussetzungen dafür schufen Bund und Land 2021 mit einer gemeinsamen Verwaltungsvereinbarung. 13 Kulturdenkmale profitieren von dem Programm. Die STSG geht in 23 Einzelprojekten vor, die dringliche Sanierungsabschnitte ermöglichen und unabhängig voneinander vorangetrieben werden können.
Eine Sonderrolle nimmt Schloss Friedenstein in Gotha ein – 50 Millionen Euro aus dem SIP I kommen der Anlage zugute, für die nun zusammen mit dem bereits seit einigen Jahren laufenden 60-Millionen-Euro-Programm insgesamt 110 Millionen Euro bereitstehen. Gebaut wird im laufenden Betrieb, auch wenn es zu Einschränkungen kommen kann, bleiben die Museen geöffnet. Nicht nur große Residenzstädte, sondern auch der ländliche Raum profitiert vom Programm.
23 Projekte an 13 Orten
Broschüre
Kulturelles Erbe retten, nachhaltig handeln, Handwerk fördern – Informationen zum Bauen im Superlativ auch in unserer Broschüre zum SIP I. Hier zum Download.
Zwischen Weimar und Rudolstadt, oberhalb der kleinen Gemeinde Ehrenstein, erhebt sich die eindrucksvolle gleichnamige Burgruine. Einst residierten auf dem Berg die Grafen von Schwarzburg. Nach diversen Besitzerwechseln wurde die Burg Ende des 17. Jahrhunderts aufgegeben. Bemerkenswert sind die kompakte Bauform der Anlage sowie die abgerundeten Ecken. Schon von weitem kann man den 25 Meter hohen, viereckigen Bergfried erblicken.
Mit königlichen Ehren
Als „hus zcu dem erinstein“ – so wird die Burg Ehrenstein in ihrer ältesten Nennung aus dem Jahr 1346 bezeichnet. Die Burg gehörte damals den Grafen von Schwarzburg, erbaut wurde sie vermutlich von Günther XXI. (1301–1349). Dieser ging in die Geschichtsbücher ein, als er sich als Kandidat der Wittelsbacher für die Nachfolge Ludwigs des Bayern aufstellen ließ.
Am 30. Januar 1349 wurde Günther in der Reichsstadt Frankfurt tatsächlich zum deutschen König gewählt. Damit wurde er zum Gegenspieler Karls IV., dessen Wahl von den Wittelsbachern nicht anerkannt worden war. Am Ende konnte Karl IV. den Machtkampf für sich entscheiden. Diplomatisches Geschick, militärische Überlegenheit und eine tödliche Erkrankung führten schlussendlich zu Günthers Verzicht auf die Krone.
Obwohl sie Gegner waren, veranlasste Karl, dass der Verstorbene im Frankfurter Dom beigesetzt wird, mit allen königlichen Ehren.
Die Burg mit den runden Ecken
Als Bauherr hat Günther vermutlich nicht nur auf dem Ehrenstein seine Handschrift hinterlassen, sondern unter anderem wohl auch auf der Burg Liebenstein im Ilmkreis. Die beiden Anlagen entstanden in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Sie zeichnen sich durch ihre Schlichtheit in der Form sowie durch ihre Reduktion auf die wesentlichen Funktionsaspekte aus. Auffällig sind die kompakte Bauform sowie die abgerundeten Ecken, für die eigens Steine zugehauen wurden.
Die runden Ecken waren aber wohl weniger der Wehrhaftigkeit geschuldet, als vielmehr der Optik. Der älteste Teil der Burg Ehrenstein ist der Kernbereich. Er erhebt sich auf dem höchsten Punkt des Bergsporns und setzt sich aus einem Turm sowie dem dreigeschossigen, fast 30 Meter langen Wohnbau zusammen.
Dem Kernbereich gegenüber steht der Bergfried. Mit einer Höhe von etwa 25 Metern ist der markant viereckige Turm schon von weither sichtbar. Umgeben ist die Anlage von einem zwölf Meter breiten Halsgraben. Dieser künstlich angelegte Graben sollte die Burg vor Angreifern schützen.
Der Kreis schließt sich
Über mehrere Jahrhunderte befand sich der Ehrenstein im Besitz der Familie von Schwarzburg. Auf sie folgten die Grafen von Gleichen, die die Burg aber aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nicht dauerhaft halten konnten. Es folgten weitere Besitzerwechsel, bevor die Anlage 1610 schließlich wieder an die Schwarzburger ging. Damit schloss sich zwar der Kreis, doch die Burg befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits in einem desolaten Zustand.
Zeitweise wurde sie noch als Sitz für den Amtmann genutzt, doch der Niedergang konnte nicht aufgehalten werden, und so wurde die Anlage Ende des 17. Jahrhunderts schließlich aufgegeben und der Dachstuhl abgenommen. Damit war die Burg Ehrenstein offiziell zur Ruine geworden.