Im Rahmen von Planungsmaßnahmen für das Neue Schloss geht es um Infrastruktur und neue Nutzungsperspektiven. Damit sollen Schloss und Park Wilhelmsthal entsprechend seiner ursprünglichen Bestimmung als Ort von Musik und Kunst wieder in Erscheinung treten.
Schloss und Park Wilhelmsthal, Foto: Schatzkammer Thüringen, Marcus Glahn
2020 fasste der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages einen Beschluss, der eine große Chance für die Thüringer Denkmallandschaft bedeutete: 200 Millionen Euro – jeweils zur Hälfte finanziert von Bund und Land – darf die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) für die Sanierung ausgewählter Monumente in ihren Liegenschaften bis 2032 investieren. Die Voraussetzungen dafür schufen Bund und Land 2021 mit einer gemeinsamen Verwaltungsvereinbarung. 13 Kulturdenkmale profitieren von dem Programm. Die STSG geht in 23 Einzelprojekten vor, die dringliche Sanierungsabschnitte ermöglichen und unabhängig voneinander vorangetrieben werden können.
Eine Sonderrolle nimmt Schloss Friedenstein in Gotha ein – 50 Millionen Euro aus dem SIP I kommen der Anlage zugute, für die nun zusammen mit dem bereits seit einigen Jahren laufenden 60-Millionen-Euro-Programm insgesamt 110 Millionen Euro bereitstehen. Gebaut wird im laufenden Betrieb, auch wenn es zu Einschränkungen kommen kann, bleiben die Museen geöffnet. Nicht nur große Residenzstädte, sondern auch der ländliche Raum profitiert vom Programm.
23 Projekte an 13 Orten
Broschüre
Kulturelles Erbe retten, nachhaltig handeln, Handwerk fördern – Informationen zum Bauen im Superlativ auch in unserer Broschüre zum SIP I. Hier zum Download.
Die Schloss- und Parkanlage Wilhelmsthal befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Eisenach und dem Rennsteig. Herzog Johann Wilhelm von Sachsen-Eisenach ließ hier ab 1698 eine nach ihm benannte barocke Jagd- und Lustschlossanlage erbauen. Der von Schlossbauten umstandene Anger in Ost-West-Ausrichtung wurde um eine Gartenachse mit nördlichen und südlichen Anlagen ergänzt. Im Schnittpunkt beider Achsen befand sich das Alte Schloss als Corps de Logis. Gebäude und Gartenanlagen wurden durch einen künstlich angelegten See ergänzt. Nach dem Aussterben der Eisenacher Linie fiel Wilhelmsthal an Ernst August von Sachsen-Weimar-Eisenach, der den Architekten Gottfried Heinrich Krohne mit Umbauarbeiten beauftragte.
Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach ließ ab 1795 die barocke Gartenanlage nach seinen eigenen Vorstellungen zu einem weitläufigen Landschaftspark verändern. Mit dem Neuen Schloss wurde zeitgleich ein neuer westlicher Abschluss geschaffen. Unter Großherzog Carl Alexander gestaltete der Hofgärtner Hermann Jäger den Landschaftspark ab 1853 nach Entwürfen von Fürst Hermann von Pückler-Muskau um. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Schloss ein Kinderdorf eingerichtet. Ab 1992 blieb Wilhelmsthal ungenutzt. 2009 wurde die Schloss- und Parkanlage Wilhelmsthal der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten übertragen. Seither werden am Schlossensemble und im Park Sanierungsarbeiten durchgeführt.