4 Projekte mit Weitsicht für Schloss Sondershausen
Schloss Sondershausen gehört zu den Großprojekten im SIP I. Vier Projekte werden in der Schlossanlage umgesetzt und damit wertvolle Denkmalsubstanz erhalten, neue Nutzungsperspektiven geschaffen und wichtige Schritte für den Objekt- und Brandschutz getan. Die ersten beiden Projekte sind mit der Fenstersanierung am Westflügel und dem Einbau einer Löschwasserzisterne samt der Erneuerung des maroden Entwässerungsnetztes im Schlossgarten bereits abgeschlossen.
Schloss Sondershausen, Foto: Schatzkammer Thüringen, Marcus Glahn
Alter Nordflügel (Sanierung der Baukonstruktion, barrierearme Erschließung), Dachsanierung Süd- und Ostflügel
700 Jahre lang gewachsene Bausubstanz, dazu starke Setzungen durch den Kalibergbau in der Region – die Baukonstruktion des Alten Nordflügels ächzt unter starken Belastungen und schwachem Grund. Im SIP I können dringende Sicherungsmaßnahmen erfolgen, damit wird die älteste Bausubstanz des Schlosses erhalten. Außerdem bedürfen die Dächer am Süd- und Ostflügel einer Sanierung, die ebenfalls mit einem ersten Abschnitt begonnen wird.
Alte Flügel und Schlossturm von Schloss Sondershausen, Foto: Schatzkammer Thüringen, Marcus GlahnNotgesicherter Deckenstuck in den Alten Flügeln von Schloss Sondershausen, Foto: STSG, Sibylle ManiaSterngewölbe mit Notsicherung, Foto: STSG, Iris Palzer
Entwässerungssystem mit Löschwasserzisterne
Rund 200 Kubikmeter Wasser fasst die neue Löschwasserzisterne auf Schloss Sondershausen. Im Boden versteckt, aber mit großer Bedeutung für den Brandschutz sorgt die Löschwasserzisterne für mehr Objektsicherheit in der Schlossanlage.
Gesamtsanierung Jägerhaus
1795 wurde das Jägerhaus im westlichen Bereich von Schloss Sondershausen erbaut. In ihm war einst ein Teil des fürstlichen Jagdpersonals untergebracht. Heute stark baufällig, soll das Gebäude zukünftig zu Beherbergungs- und Probenräume der Thüringer Landesmusikakademie aufnehmen. Hierfür wird das Ensemble mit denkmalpflegerischer Behutsamkeit vom Keller bis zum Dach saniert.
Jägerhaus mit notgesichertem Dach, Foto: STSG, Manuel MuchaJägerhaus von Schloss Sondershausen, Foto: STSG, Franz Nagel
Fenstersanierung Westflügel
73 Fenster wurden am Westflügel von Schloss Sondershausen saniert – vom Blauen Saal bis zum Probenraum der Musikschule. Alterung, Witterung und Abnutzung hatte die in den 1980er Jahren eingebauten Verbundfenster stark geschädigt. Sie wurden teils ersetzt. Die neuen Kastenfenster aus Eichenholz mit historischer Profilierung wurden in der Werkstatt vorgefertigt und schrittweise eingebaut. Historische Originalfenster blieben erhalten.
Neue Fenster im Westflügel von Schloss Sondershausen, Foto: STSG, Sibylle ManiaDetail der neuen Fenster am Westflügel von Schloss Sondershausen, Foto: STSG, Sibylle ManiaNeues Fenster im Westflügel von Schloss Sondershausen, Foto: STSG, Sibylle ManiaPlanungsberatung mit Musterfenster im Blauen Saal von Schloss Sondershausen, Foto: STSG, Jana Lorenz
2020 fasste der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages einen Beschluss, der eine große Chance für die Thüringer Denkmallandschaft bedeutete: 200 Millionen Euro – jeweils zur Hälfte finanziert von Bund und Land – darf die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) für die Sanierung ausgewählter Monumente in ihren Liegenschaften bis 2032 investieren. Die Voraussetzungen dafür schufen Bund und Land 2021 mit einer gemeinsamen Verwaltungsvereinbarung. 13 Kulturdenkmale profitieren von dem Programm. Die STSG geht in 23 Einzelprojekten vor, die dringliche Sanierungsabschnitte ermöglichen und unabhängig voneinander vorangetrieben werden können.
Eine Sonderrolle nimmt Schloss Friedenstein in Gotha ein – 50 Millionen Euro aus dem SIP I kommen der Anlage zugute, für die nun zusammen mit dem bereits seit einigen Jahren laufenden 60-Millionen-Euro-Programm insgesamt 110 Millionen Euro bereitstehen. Gebaut wird im laufenden Betrieb, auch wenn es zu Einschränkungen kommen kann, bleiben die Museen geöffnet. Nicht nur große Residenzstädte, sondern auch der ländliche Raum profitiert vom Programm.
23 Projekte an 13 Orten
Broschüre
Kulturelles Erbe retten, nachhaltig handeln, Handwerk fördern – Informationen zum Bauen im Superlativ auch in unserer Broschüre zum SIP I. Hier zum Download.