Herzog – Bauherr – Künstler Georg II. von Sachsen-Meiningen und die Veste Heldburg
Anlässlich des 200. Geburtstags Georgs II. von Sachsen-Meiningen (1826–1914) zeigt das Deutsche Burgenmuseum in Kooperation mit der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten eine Sonderausstellung zum Leben und Wirken des sogenannten „Theaterherzogs“ auf der Veste Heldburg.
Ab 1874 erlangte die Veste Heldburg dank der umfangreichen Instandsetzungs- und Umbaumaßnahmen Herzog Georgs II. von Sachsen-Meiningen ihre heutige markante Gestalt. Doch nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern auch die Innenausstattung und die umgebenden Gartenanlagen entstanden nach den akribisch genauen Vorstellungen des Herzogs. Anhand der Architektur, der heute erhaltenen Reste der Ausstattung und weiterer Objekte, Dokumente und interaktiver Stationen wird die persönliche Beteiligung Herzogs Georg II. und seiner Frau Helene Freifrau von Heldburg – der ehemaligen Schauspielerin Ellen Franz – an der Umgestaltung der Veste Heldburg erfahrbar gemacht: Eingebettet in die historischen Zusammenhänge und Strömungen zur Zeit Georgs beantwortet die Ausstellung auf anschauliche Weise Fragen nach Künstlern, Baumeistern, Gleichgesinnten und Theoretikern, aber auch Firmen, die alle auf direkte oder indirekte Weise zum Gelingen des herzoglichen Bauprojektes beitrugen.
Sonderausstellung
Schlossverwaltung Schloss Bertholdsburg und Kloster Veßra Herzog – Bauherr – Künstler Georg II. von Sachsen-Meiningen und die Veste Heldburg Deutsches Burgenmuseum Veste Heldburg 1. März 2026 bis 3. Januar 2027
Er führte Regie, entwarf Kostüme und Bühnenbilder, schrieb Abhandlungen über das Regietheater und verhalf der Meininger Hofkapelle zu neuem Ruhm. Als „Theaterherzog“ wurde Georg II. von Sachsen-Meiningen berühmt und ging in die Geschichtsbücher ein. Beeinflusst von der Burgenromantik des 19. Jahrhunderts verwirklichte er auf der Veste Heldburg seine romantischen Vorstellungen eines Märchenschlosses. Bei einem Großbrand im Jahr 1982 wurde die kostbare Innenausstattung jedoch in weiten Teilen zerstört. Heute lädt das Deutsche Burgenmuseum zum Besuch ein.
Sonderausstellung zum Leben und Wirken Georg II.
Anlässlich des 200. Geburtstags Georgs II. von Sachsen-Meiningen (1826–1914) zeigt das Deutsche Burgenmuseum eine Sonderausstellung zum Leben und Wirken des „Theaterherzogs“ auf der Veste Heldburg. Erkunden Sie, wie die Veste ab 1874 durch seine visionären Umbauten ihre bis heute prägende Gestalt erhielt – von der eindrucksvollen Architektur bis hin zu den detailreich gestalteten Innenräumen und Gärten.
In seinem Testament wünschte sich Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen (1826-1914), dass „diese Feste in ihrem Zustand auch in der fernen Zukunft erhalten bleibe und zum Besten der Stadt Heldburg und der Umgebung einen Anziehungspunkt für fremde Besucher bilde (…)“. Fast wäre aus diesem Wunsch nichts geworden. Denn ein Feuer im Jahr 1982 zerstörte große Teile der Veste Heldburg. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten präsentiert sich die landschaftsbeherrschende Anlage jedoch wieder in altem Glanz – und beherbergt heute das Deutsche Burgenmuseum, wo Spannendes zur Funktion, Entwicklung und Nutzung von Burgen im deutschsprachigen Raum anhand von Originalen erklärt wird. Bauteile und Werkzeuge, aber auch Waffen und Rüstungen, Möbel, oder gar Spielzeug beleuchten verschiedene Aspekte des Burglebens. Den Beinamen „Fränkische Leuchte“ verdankt die Veste ihrer Lage im Süden Thüringens. Denn bis ins 18. Jahrhundert hinein wurde die Region dem heute benachbarten Franken zugerechnet. Die Burg selbst diente als wichtiger Wachposten für die Veste Coburg, zu der Sichtkontakt besteht. Nachts verständigte man sich zwischen den beiden Burgen mit weithin leuchtenden Feuerpfannen.
Ein Renaissancebaumeister am Werk
Ihr Aussehen hat die Veste Heldburg vor allem im 16. und 19. Jahrhundert erhalten. Ihre Geschichte reicht jedoch deutlich weiter zurück, vermutlich bis ins 12. Jahrhundert. Entscheidenden Einfluss auf die Gestaltung der Anlage nahm der Renaissancebaumeister Nikolaus Gromann. Sein Verdienst ist es, aus der mittelalterlichen Burg ein repräsentatives Ensemble geformt zu haben – und zwar eines mit herausragender kunstgeschichtlicher Bedeutung. Er riss Überkommens nicht einfach ab, sondern integrierte es klug in das neue Bauvorhaben. Der ab 1560 errichtete Französische Bau bildet heute den architektonischen Höhepunkt der Veste.
Im Laufe der Zeit verlor die Veste Heldburg jedoch nach und nach an Bedeutung und begann ab 1783 zusehends zu verfallen. Knapp 100 Jahre später sollte jedoch wieder Leben in die herrschaftliche Anlage einziehen. Georg II. von Sachsen-Meiningen, der als „Theaterherzog“ in die Geschichtsbücher einging, hatte die Burg erworben – und machte sie in der Folgezeit zu einem musenfreundlichen Bergschloss, seinem Refugium und bevorzugten Wohnsitz. 1891 sandte die Frau des Herzogs ihrem Bruder Grüße von der Veste, „wo es so wundervoll still und ruhig ist“. Der Herzog selbst wurde von der Burgenromantik des 19. Jahrhunderts beeinflusst und regte verschiedene Veränderungen am Erscheinungsbild an. Dabei ging Georg II. bemerkenswert behutsam und kenntnisreich vor. Der Hexenturm und insbesondere der Hausmannsturm wurden aufgestockt und so eine neue Silhouette geschaffen, die die Fernwirkung der Anlage bis heute prägt. Besonderes Augenmerk legte der Herzog aber auf die Umgestaltung des Französischen Baus, wo unter anderem Beletage, Großer Saal sowie die Gemächer wohnlicher gestaltet wurden.
Schloss Altenstein mit dem 160 Hektar großen Landschaftspark gehört zu Bad Liebenstein, einem traditionsreichen Kurort in Thüringen. Der Park wurde ab 1798 um den barocken Vorgängerbau des heutigen Schlosses angelegt. Unter dem als Theaterherzog bekannten Georg II. von Sachsen-Meiningen wurde das Schloss von 1888 bis 1890 nach dem Vorbild englischer Landhäuser umgestaltet. Trotz erheblicher Verluste durch einen Brand 1982 im Inneren des Gebäudes ist das Schloss Altenstein ein architektonisches Glanzstück.
Im Park haben drei wesentliche Entwicklungsabschnitte landschaftlicher Gartengestaltung sichtbaren Niederschlag gefunden. Die Gartenarchitekturen des frühen, sentimentalen Landschaftsparks sind mit den großen, raumfassenden Bezügen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie der detailreichen Ausgestaltung mit Blumenbeeten und Skulpturen im Historismus zu einem Gesamtkunstwerk zusammengewachsen. An der Gestaltung des Parks waren die Gartenkünstler Hermann Fürst von Pückler-Muskau, Eduard Petzold und Peter Joseph Lenné beteiligt.
Verwaltung
Schlossverwaltung Schloss Altenstein Altenstein 4 | Kavaliershaus 36448 Bad Liebenstein T: 03 69 61 - 7 02 22 E-Mail
Abenteuer im Park Altenstein mit dem Entdeckerrucksack und Drache Bruno
Der Drache Bruno sucht in einem der schönsten Landschaftsparks Deutschlands seine Schwester. Schnappt Euch euren Entdeckerrucksack im Besucherzentrum und begleitet ihn bei seiner Suche! Es geht vorbei an beeindruckenden Felsen, alten Ruinen und einem majestätischen Schloss. Kompass, Fernglas, Musikinstrumente und mehr kommen bei diesem Abenteuer zum Einsatz.
Für wen? Kinder zwischen 6 und 10 Jahren, in Begleitung Erwachsener
Wo? Rund um das Schloss Altenstein, Bad Liebenstein
Wie? Entdeckerrucksack im Besucherzentrum ausleihen und loslegen
Hör mal im Garten - Audioguide von Kindern für Kinder
Ein Streifzug mit der Schlossparkkatze durch den Altensteiner Schlosspark – dazu lädt der neue Kinder-Audioguide „Hör mal im Garten Altenstein“ ein. Die Schlossparkkatze nimmt alle Interessierten mit auf einen ca. einstündigen Rundgang durch den Innen- und Außenpark. Bereits seit 49 Katzenjahren herrscht sie über dieses große Gartenreich. An 12 Stationen haben aber auch Drachen, Gespenster und ein kleines freches Reh so einiges Wissenswertes über die historische Parkanlage zu erzählen.
Der Audioguide wurde im Rahmen eines Ferienkurses erarbeitet. Zehn Teilnehmer im Alter zwischen 10 und 17 Jahren leihen Schlossparkkatze und Co. ihre Stimmen. Sie führen Jung und Alt durch den größten Landschaftspark in Thüringen mit seinen imposanten Felsformationen, kleinen Parkgebäuden und vielen tollen Aussichtspunkten. Die spannendsten Stationen im Park wählten die Kinder und Jugendlichen selbst aus und setzten das Projekt im Rahmen eines einwöchigen Workshops um. Dazu gehörten das Schreiben der Dialoge, das Einsprechen der Texte, das Aufnehmen der Geräusche sowie die Regie beim Tonschnitt.
Das Projekt ist eine Gemeinschaftsproduktion der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, der Wartburg-Sparkasse, der Thüringer Landesmedienanstalt, des Wartburg-Radios 96,5, der Jugendkunstschule Wartburgkreis e. V. und der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten.
Über das Projekt „Hör mal!“
Das Projekt »Hör mal« ist eine Kooperation zwischen Schulen, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) und verschiedenen Institutionen als Träger historischer Gärten. In vielen Orten Thüringens produzieren Kinder und Jugendliche in einem Garten ihrer Stadt Audioguides für Kinder. Dabei sollen im Unterricht erlernte Themen vertieft und das erworbene Wissen bei den Schülern gefestigt werden. Der Lernort Schule wird erweitert und der Garten als Ort der Wissensvermittlung etabliert. Die Bindung der Schüler an ihren Heimatort wird durch dieses Projekt intensiviert.