Schloss Bertholdsburg

Thüringens ältestes Residenzschloss

Schloss Bertholdsburg erhebt sich strategisch günstig am Ende eines Höhenzugs an der einst wichtigen Handelsstraße von Erfurt nach Nürnberg. Es ist das Älteste der erhaltenen ehemaligen Residenzschlösser in Thüringen. Begründer der Residenz waren die Grafen von Henneberg, eines der ältesten Grafengeschlechter Frankens. Im frühen 13. Jahrhundert verlegten die Henneberger ihren Hauptsitz nach Schleusingen. Berthold VII. erhielt 1310 die Fürstenwürde und baute die Burg umfangreich aus. Bis in das 16. Jahrhundert wurde die Burg ständig erweitert und modernisiert. Die einst stark befestigte Burganlage wurde zum Renaissanceschloss ausgebaut. So setzt sich die Vierflügelanlage aus Baukörpern unterschiedlicher Entstehungszeiten zusammen. Mit dem Aussterben der Henneberger 1583 fiel die Grafschaft an die Wettiner, 1815 an Preußen. Damit verlor Schloss Bertholdsburg seinen Status als Residenz. Heute befindet sich im Schloss das Naturhistorische Museum.

Auf einen Blick

Adresse

Naturhistorisches Museum
Burgstraße 6
98553 Schleusingen
T: 03 68 41 – 53 10
E-Mail
Website

Öffnungszeiten

Naturhistorisches Museum
Di – Fr 9 – 17 Uhr
Sa/So, Feiertage 10 – 18 Uhr
Einlass bis 1 Stunde vor Schließung
24.12. geschlossen
25., 26., 31. Dezember 13 – 18 Uhr
01. Januar 13 – 18 Uhr

Park/Garten
ganzjährig geöffnet
Mo – Fr 8 – 17 Uhr
Sa/So, Feiertage 10 – 18 Uhr

Von der Burg zum Renaissanceschloss

Aus welcher Richtung man sich auch immer Schleusingen nähert, ein Gebäude ist nicht zu übersehen – die markante Bertholdsburg. Begründet wurde die Residenz durch die Grafen von Henneberg, einem der ältesten Adelsgeschlechter Frankens. Ursprünglich hatten diese ihren Stammsitz auf dem Henneberg nahe der Stadt Meiningen. Doch um das Jahr 1230 verlegten sie ihren Sitz nach Schleusingen, das verkehrsgünstig an der wichtigen  Handels- und Heerstraße von Nürnberg nach Erfurt lag. Der Schlossneubau konnte vermutlich dank einer reichen Mitgift realisiert werden. Diese kam durch die Heirat von Graf Poppo VII. mit der Tochter des Landgrafen von Hessen zustande. Ihren späteren Namen verdankte die Burg vermutlich Graf Berthold VII. (um 1272 – 1340). Er trug den huldvollen Beinamen „der Weise“, war eine wichtige politische Persönlichkeit seiner Zeit und fungierte für mehrere Könige und Kaiser als Berater sowie als Vormund für den Sohn Kaiser Ludwigs IV. des Bayern (um 1282–1347).

Von der Burg des 13. Jahrhunderts sind heute noch einzelne Bauelemente zu sehen. Um- und Erweiterungsbauten im 15. und 16. Jahrhundert sorgten dafür, dass sich das Aussehen der Anlage ständig veränderte. Obwohl sich das Adelsgeschlecht zu dieser Zeit bereits im Niedergang befand, wurde die mittelalterliche Wehranlage zu einem vierflügeligen Renaissanceschloss ausgebaut.

Die meist dreigeschossigen Gebäude wurden durch ein Obergeschoss aus Fachwerk aufgestockt und die Türme des Schlosses erhöht. Dieses Aussehen hat sich die Bertholdsburg bis heute weitgehend bewahrt. Von den ehemals neun Türmen sind heute jedoch nur noch sieben vorhanden. Ihre Namen wie Gerichtsturm, Jungfernturm, Hexenturm oder Kapellenturm verweisen auf ihre einstige bzw. zeitweilige Funktion. Der Hauptturm ist als Aussichtsturm in den Museumsbetrieb eingebunden. Nach dem Tod des letzten Henneberger Grafen im Jahr 1583 fielen fast alle Besitzungen an die Wettiner und später an Preußen, woraufhin Schleusingen seinen Residenzstatus verlor. Da die sächsischen und preußischen Schlossherren nun nicht mehr in Schleusingen residierten, zeigten sie auch kein Interesse daran, die Anlage umzugestalten. So blieb das Schloss im ursprünglichen Renaissancestil erhalten.

Herkules in Großformat

Die bedeutendsten erhaltenen Innenräume befinden sich im ersten Obergeschoss des Nordflügels. Dort erwarten Besucher unter anderem ein Saal mit floral stuckierter Decke und ein gewölbter Raum mit gelben und schwarzen Seccomalereien aus der Zeit um 1600. Großformatige Szenen zeigen die Heldentaten des antiken Helden Herkules. Es handelt sich um einen der größten profanen Bilderzyklen in Mitteldeutschland. Heute beherbergt das Schloss das Naturhistorische Museum, das seinen Besuchern drei Dauerausstellungen präsentiert – zur Regionalgeschichte, Geologie sowie zur Naturkunde, darunter bedeutende Fossilien- und Mineraliensammlungen.

Verwaltung

Schlossverwaltung Bertholdsburg
Burgstraße 6
98553 Schleusingen
T: +49 173 576 98 71
E-Mail

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