Schloss Bertholdsburg erhebt sich strategisch günstig am Ende eines Höhenzugs an der einst wichtigen Handelsstraße von Erfurt nach Nürnberg. Es ist das Älteste der erhaltenen ehemaligen Residenzschlösser in Thüringen. Begründer der Residenz waren die Grafen von Henneberg, eines der ältesten Grafengeschlechter Frankens. Im frühen 13. Jahrhundert verlegten die Henneberger ihren Hauptsitz nach Schleusingen. Berthold VII. erhielt 1310 die Fürstenwürde und baute die Burg umfangreich aus. Bis in das 16. Jahrhundert wurde die Burg ständig erweitert und modernisiert. Die einst stark befestigte Burganlage wurde zum Renaissanceschloss ausgebaut. So setzt sich die Vierflügelanlage aus Baukörpern unterschiedlicher Entstehungszeiten zusammen. Mit dem Aussterben der Henneberger 1583 fiel die Grafschaft an die Wettiner, 1815 an Preußen. Damit verlor Schloss Bertholdsburg seinen Status als Residenz. Heute befindet sich im Schloss das Naturhistorische Museum.
Aus welcher Richtung man sich auch immer Schleusingen nähert, ein Gebäude ist nicht zu übersehen – die markante Bertholdsburg. Begründet wurde die Residenz durch die Grafen von Henneberg, einem der ältesten Adelsgeschlechter Frankens. Ursprünglich hatten diese ihren Stammsitz auf dem Henneberg nahe der Stadt Meiningen. Doch um das Jahr 1230 verlegten sie ihren Sitz nach Schleusingen, das verkehrsgünstig an der wichtigen Handels- und Heerstraße von Nürnberg nach Erfurt lag. Der Schlossneubau konnte vermutlich dank einer reichen Mitgift realisiert werden. Diese kam durch die Heirat von Graf Poppo VII. mit der Tochter des Landgrafen von Hessen zustande. Ihren späteren Namen verdankte die Burg vermutlich Graf Berthold VII. (um 1272 – 1340). Er trug den huldvollen Beinamen „der Weise“, war eine wichtige politische Persönlichkeit seiner Zeit und fungierte für mehrere Könige und Kaiser als Berater sowie als Vormund für den Sohn Kaiser Ludwigs IV. des Bayern (um 1282–1347).
Von der Burg des 13. Jahrhunderts sind heute noch einzelne Bauelemente zu sehen. Um- und Erweiterungsbauten im 15. und 16. Jahrhundert sorgten dafür, dass sich das Aussehen der Anlage ständig veränderte. Obwohl sich das Adelsgeschlecht zu dieser Zeit bereits im Niedergang befand, wurde die mittelalterliche Wehranlage zu einem vierflügeligen Renaissanceschloss ausgebaut.
Die meist dreigeschossigen Gebäude wurden durch ein Obergeschoss aus Fachwerk aufgestockt und die Türme des Schlosses erhöht. Dieses Aussehen hat sich die Bertholdsburg bis heute weitgehend bewahrt. Von den ehemals neun Türmen sind heute jedoch nur noch sieben vorhanden. Ihre Namen wie Gerichtsturm, Jungfernturm, Hexenturm oder Kapellenturm verweisen auf ihre einstige bzw. zeitweilige Funktion. Der Hauptturm ist als Aussichtsturm in den Museumsbetrieb eingebunden. Nach dem Tod des letzten Henneberger Grafen im Jahr 1583 fielen fast alle Besitzungen an die Wettiner und später an Preußen, woraufhin Schleusingen seinen Residenzstatus verlor. Da die sächsischen und preußischen Schlossherren nun nicht mehr in Schleusingen residierten, zeigten sie auch kein Interesse daran, die Anlage umzugestalten. So blieb das Schloss im ursprünglichen Renaissancestil erhalten.
Herkules in Großformat
Die bedeutendsten erhaltenen Innenräume befinden sich im ersten Obergeschoss des Nordflügels. Dort erwarten Besucher unter anderem ein Saal mit floral stuckierter Decke und ein gewölbter Raum mit gelben und schwarzen Seccomalereien aus der Zeit um 1600. Großformatige Szenen zeigen die Heldentaten des antiken Helden Herkules. Es handelt sich um einen der größten profanen Bilderzyklen in Mitteldeutschland. Heute beherbergt das Schloss das Naturhistorische Museum, das seinen Besuchern drei Dauerausstellungen präsentiert – zur Regionalgeschichte, Geologie sowie zur Naturkunde, darunter bedeutende Fossilien- und Mineraliensammlungen.
Architekturgeschichtlich gehört das ehemalige Prämonstratenserkloster Veßra zu den bedeutendsten romanischen Baudenkmälern Thüringens. Gestiftet wurde es 1131 vom Grafen von Henneberg. Nach der Reformation wurde das Kloster in eine Domäne umgewandelt. Die markanten Türme der Klosterkirche sind nach wie vor weithin sichtbar, das Kirchenschiff ist als imposante Ruine erhalten. Heute wird die Anlage museal genutzt. Besucher können die Kloster- und Domänengebäude besichtigen und in einer Ausstellung tiefer in die Geschichte des Ortes eintauchen. Neben der Klostergeschichte gibt das Hennebergische Museum Kloster Veßra Einblicke in die Volkskunde und Kulturgeschichte des „Henneberger Landes“, zeigt spannende Exponate aus der Landtechnik und -wirtschaft und erörtert Themen der Nachhaltigkeit.
Am Übergang von der Romantik zur Gotik
An der Mündung der Schleuse in die Werra liegt das ehemalige Prämonstratenserkloster Veßra. Es gehört zu den wenigen mittelalterlichen Klosteranlagen Thüringens, bei denen sich sowohl Klosterkirche als auch Konvents- und Wirtschaftsgebäude erhalten haben. Gestiftet wurde das Kloster im Jahr 1131 von Graf Gotebold I. von Henneberg. Anfangs beherbergte es sowohl Chorherren und Laienbrüder als auch Nonnen. Letztere siedelten jedoch im Jahr 1175 in das Kloster im nahe gelegenen Trostadt um. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Kloster immer wieder baulich erweitert und verändert. Bis heute haben sich aber große Teile der mittelalterlichen Anlage erhalten – darunter die Klausur- und Wirtschaftsgebäude, das Klostertor, die rund 800 Meter lange Klostermauer sowie die Henneberger Kapelle, die dem gleichnamigen Grafengeschlecht einst als Grablege diente. Im Inneren sind Reste spätmittelalterlicher Fresken zu sehen. Sie zeigen Szenen des Jüngsten Gerichts – ein für Grabkapellen oft verwendetes Thema. Heute wird die Kapelle als Dorfkirche genutzt. Die Klosterkirche St. Marien wurde als kreuzförmige, dreischiffige Pfeilerbasilika errichtet und bereits 1138, nur wenige Jahre nach der Klosterstiftung geweiht. Ihre beiden Türme sind schon von weitem sichtbar. Architekturgeschichtlich sind sie besonders interessant, da an ihnen der Übergang von der Romanik zur Gotik deutlich wird. Auch farblich lässt sich dieser Wandel erkennen. Während die unteren Stockwerke aus grauem Muschelkalk gebaut wurden, nutzte man für die oberen Geschosse Buntsandstein.
Vom Kloster zur Domäne
Im 16. Jahrhundert ging die Zeit des Klosters Veßra schließlich zu Ende. Denn die Grafen von Henneberg, in deren Machtbereich das Kloster nach wie vor lag, traten zum lutherischen Glauben über. Getreu dem Leitspruch „cuius regio, eius religio“ taten es ihnen die Chorherren zwar nach, doch die Säkularisierung konnte damit nicht aufgehalten werden. 1573 wurde Veßra in eine Domäne umgewandelt. Die einstigen Klostergebäude wurden in der Folge umgestaltet oder niedergelegt, neben dem Klosterhof entsteht ein kleines Dorf und die einstmals prächtige Kirche wurde in ein Getreidelager umgewandelt. Dazu wurden der Chor und die Apsiden abgerissen. 1833 besucht der Architekt Friedrich Schinkel die Domäne und setzt sich für eine Restaurierung der Kirche ein – doch vergebens. Bei Drescharbeiten kommt es 1939 zu einem Brand, der die Kirche weitgehend zerstörte. Auch wenn sie heute nur noch Ruine erhalten ist, ist das einstige Gotteshaus nicht minder imposant. Bis 1990 wurde das Klostergelände sowohl landwirtschaftlich als auch museal genutzt, ab dann ausschließlich als Hennebergisches Museum. Heute können Besucher, neben der alten Klosteranlage, ein Freilichtmuseum mit historischen Fachwerkhäusern besichtigen. Diese wurden aus der Region hierher umgesetzt und veranschaulichen die landwirtschaftliche Wirtschafts- und Wohnkultur vergangener Jahrhunderte. Seit 2013 wird das Freilichtmuseum durch eine historische Landmaschinenausstellung ergänzt.
Verwaltung
Schlossverwaltung Schloss Bertholdsburg und Kloster Veßra Burgstraße 6 98553 Schleusingen T: +49 173 576 98 71 E-Mail
Er führte Regie, entwarf Kostüme und Bühnenbilder, schrieb Abhandlungen über das Regietheater und verhalf der Meininger Hofkapelle zu neuem Ruhm. Als „Theaterherzog“ wurde Georg II. von Sachsen-Meiningen berühmt und ging in die Geschichtsbücher ein. Beeinflusst von der Burgenromantik des 19. Jahrhunderts verwirklichte er auf der Veste Heldburg seine romantischen Vorstellungen eines Märchenschlosses. Bei einem Großbrand im Jahr 1982 wurde die kostbare Innenausstattung jedoch in weiten Teilen zerstört. Heute lädt das Deutsche Burgenmuseum zum Besuch ein.
Sonderausstellung zum Leben und Wirken Georg II.
Anlässlich des 200. Geburtstags Georgs II. von Sachsen-Meiningen (1826–1914) zeigt das Deutsche Burgenmuseum eine Sonderausstellung zum Leben und Wirken des „Theaterherzogs“ auf der Veste Heldburg. Erkunden Sie, wie die Veste ab 1874 durch seine visionären Umbauten ihre bis heute prägende Gestalt erhielt – von der eindrucksvollen Architektur bis hin zu den detailreich gestalteten Innenräumen und Gärten.
In seinem Testament wünschte sich Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen (1826-1914), dass „diese Feste in ihrem Zustand auch in der fernen Zukunft erhalten bleibe und zum Besten der Stadt Heldburg und der Umgebung einen Anziehungspunkt für fremde Besucher bilde (…)“. Fast wäre aus diesem Wunsch nichts geworden. Denn ein Feuer im Jahr 1982 zerstörte große Teile der Veste Heldburg. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten präsentiert sich die landschaftsbeherrschende Anlage jedoch wieder in altem Glanz – und beherbergt heute das Deutsche Burgenmuseum, wo Spannendes zur Funktion, Entwicklung und Nutzung von Burgen im deutschsprachigen Raum anhand von Originalen erklärt wird. Bauteile und Werkzeuge, aber auch Waffen und Rüstungen, Möbel, oder gar Spielzeug beleuchten verschiedene Aspekte des Burglebens. Den Beinamen „Fränkische Leuchte“ verdankt die Veste ihrer Lage im Süden Thüringens. Denn bis ins 18. Jahrhundert hinein wurde die Region dem heute benachbarten Franken zugerechnet. Die Burg selbst diente als wichtiger Wachposten für die Veste Coburg, zu der Sichtkontakt besteht. Nachts verständigte man sich zwischen den beiden Burgen mit weithin leuchtenden Feuerpfannen.
Ein Renaissancebaumeister am Werk
Ihr Aussehen hat die Veste Heldburg vor allem im 16. und 19. Jahrhundert erhalten. Ihre Geschichte reicht jedoch deutlich weiter zurück, vermutlich bis ins 12. Jahrhundert. Entscheidenden Einfluss auf die Gestaltung der Anlage nahm der Renaissancebaumeister Nikolaus Gromann. Sein Verdienst ist es, aus der mittelalterlichen Burg ein repräsentatives Ensemble geformt zu haben – und zwar eines mit herausragender kunstgeschichtlicher Bedeutung. Er riss Überkommens nicht einfach ab, sondern integrierte es klug in das neue Bauvorhaben. Der ab 1560 errichtete Französische Bau bildet heute den architektonischen Höhepunkt der Veste.
Im Laufe der Zeit verlor die Veste Heldburg jedoch nach und nach an Bedeutung und begann ab 1783 zusehends zu verfallen. Knapp 100 Jahre später sollte jedoch wieder Leben in die herrschaftliche Anlage einziehen. Georg II. von Sachsen-Meiningen, der als „Theaterherzog“ in die Geschichtsbücher einging, hatte die Burg erworben – und machte sie in der Folgezeit zu einem musenfreundlichen Bergschloss, seinem Refugium und bevorzugten Wohnsitz. 1891 sandte die Frau des Herzogs ihrem Bruder Grüße von der Veste, „wo es so wundervoll still und ruhig ist“. Der Herzog selbst wurde von der Burgenromantik des 19. Jahrhunderts beeinflusst und regte verschiedene Veränderungen am Erscheinungsbild an. Dabei ging Georg II. bemerkenswert behutsam und kenntnisreich vor. Der Hexenturm und insbesondere der Hausmannsturm wurden aufgestockt und so eine neue Silhouette geschaffen, die die Fernwirkung der Anlage bis heute prägt. Besonderes Augenmerk legte der Herzog aber auf die Umgestaltung des Französischen Baus, wo unter anderem Beletage, Großer Saal sowie die Gemächer wohnlicher gestaltet wurden.