1828 weilte Johann Wolfgang von Goethe für einige Wochen im Renaissanceschloss auf dem Balkon Thüringens. Seine Wohnräume und sein Arbeitszimmer, die Bergstube, lagen in einem Anbau aus der Zeit um 1800. Dieser driftet in den letzten Jahren langsam ab, höchste Zeit für die Sanierung. Dabei wird nicht nur das statische Problem gelöst, auch das undichte Dach, die Baukonstruktion insgesamt und die Fassaden gehen in die Kur. Auch Barrierefreiheit und Objektsicherheit werden dabei verbessert.
Dornburger Schlösser und Gärten mit dem eingerüsteten Renaissanceschloss, Foto: STSG, Philipp Hort
Renaissanceschloss (Sanierung von Dach, Baukonstruktion und Fassaden, Objektsicherheit)
Im Rahmen der Sanierung wird abschnittweise das Dach abgedeckt und Zimmerleute sanieren das Dachtragwerk. Bearbeitet werden außerdem Deckenkonstruktionen und tragende Wände im Inneren. Auch Barrieren im Museumsrundgang werden reduziert und ein neues Treppenhaus mit Aufzug eingebaut.
Renaissanceschloss Dornburg während der Sanierung, Foto: STSG, Philipp HortBaugerüst am Renaissanceschloss Dornburg, Foto: STSG, Philipp HortBeräumte Bergstube während der Sanierung, Foto: STSG, Philipp HortBlick in den historischen Dachstuhl des Renaissanceschlosses, Foto: STSG, Philipp Hort
Bauen im laufenden Betrieb
Während der Sanierung ist das Renaissanceschloss geschlossen. Das Rokokoschloss und die Schlossgärten freuen sich weiterhin auf Ihren Besuch.
Der Rundgang durch das Museum Dornburger Schlösser führt durch zwei Gebäude, das Rokokoschloss und das Renaissanceschloss. Außerdem kann das benachbarte Bauhaus-Werkstatt-Museum besichtigt werden.
Geschichte entdecken
Im Rokokoschloss sind die beiden Wohn- und Repräsentationsgeschosse zu besichtigen, dort sind unter anderem der mit Stuckmarmor ausgestattete Festsaal und der Speisesaal mit barockem und chinesischem Porzellan zu sehen. Außerdem gibt der Rundgang Einblicke in die Nutzung als Sommerresidenz der Großherzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach.
Im Renaissanceschloss sind unter anderem die Räume zu sehen, in denen Johann Wolfgang von Goethe 1828 für mehrere Monate lebte. Vor allem die Bergstube mit dem Schreibsekretär und hinterlassenen Kritzeleien an den Fensterrahmen entfaltet eine große Anziehungskraft. Derzeit ist das Renaissanceschloss wegen Bauarbeiten nicht im Rundgang erhalten, es ist ab 2028 wieder zu besichtigen.
RokokoschlossRenaissanceschloss
Der frühere Marstall befindet sich gegenüber dem Rokokoschloss. Dort ist das Bauhaus-Werkstatt-Museum Dornburg untergebracht, betrieben durch das Keramik-Museum Bürgel. Es zeigt die Originalwerkstatt der Keramik-Klasse des Weimarer Bauhauses und keramische Arbeiten von Bauhaus-Künstlern.
Die Museumskasse mit Museumsshop befindet sich im Rokokoschloss. Dort können auch Kombitickets für den Rundgang einschließlich Bauhaus-Werkstatt-Museum erworben werden.
Ausstellungen
Dauerausstellung
Der Museumsrundgang beginnt derzeit im Rokokoschloss. Haben Sie eine Kombi-Karte mit dem Besuch des Bauhaus-Werkstatt-Museums im Marstall gelöst, erreichen Sie dieses über den Ehrenhof des Rokokoschlosses.
Sonderausstellungen
Sonderausstellungen finden in der Mansarde im Rokokoschloss statt, gelegentlich werden Sie auch in den Rundgang integriert. Fotoausstellungen sind regelmäßig im Untergeschoss des Rokokoschlosses zu sehen.
Im Rahmen von Ausstellungen kooperiert die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten mit verschiedenen Partnern, beispielsweise dem Verband Bildender Künstler Thüringen e.V., dem Dornburger Impressionen e.V. und dem Keramik-Museum Bürgel.
Informationen für Reiseanbieter
Am Rand eines schroffen Felsens hoch über der Saale liegt das imposante Ensemble der Dornburger Schlösser, bis 1918 Sommerresidenz der Großherzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach. Ihre liebevoll gepflegten historischen Gärten in unterschiedlichen Stilen sind verbunden durch Terrassenwege, die eine phantastische Aussicht in die Landschaft des Saaletals bieten. Schon beim Gartenspaziergang lassen sich viele Details entdecken, etwa das weit ins Tal ragende Fünfeck und romantische Laubengänge. Rosenliebhaber finden mit über 2.000 Rosenstöcken eine große Sortenvielfalt vor.
Ein Besuch auf den Dornburger Schlössern, für den zwei bis drei Stunden einzuplanen sind, lässt sich gut mit Aufenthalten in den nahe gelegenen Städten Weimar und Jena sowie im Saale-Unstrut-Gebiet mit dem Naumburger Dom und den Weinbaugebieten um Freyburg verbinden.
Von April bis Oktober ist Museumssaison, die Gärten sind ganzjährig von 9 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet. Die Rosen stehen meist Mitte Juni in voller Blüte, sind jedoch bis in den Herbst hinein zu bewundern. Ein üppiger Wechselflor und eine liebevolle Pflege machen den Besuch der Gärten während der ganzen Saison reizvoll. Der am Steilhang angebaute Dornburger Wein wird im Museumsshop angeboten.
Anfahrt und Parken
Direkte Zufahrt von der B88 im Saaletal nur für Fahrzeuge bis 3,5t. Anfahrt mit Reise-bussen über Zimmern. Ein- und Ausstieg Markt Dornburg. Busparkplatz Friedrich-Ludwig-Jahn-Str., gegenüber Nr. 11.
Dornburger Kinder- und Rosenfest am letzten Juniwochenende
Genussmarkt der Thüringer Tischkultur im September
Gastronomie und Übernachtung
Ratskeller am Marktplatz Dornburg mit Mittagstisch und Abendessen sowie Möglichkeit zu Gruppenbuchungen. Weitere Restaurants und Hotels in Jena, Weimar sowie in Richtung Bad Kösen/Naumburg.
Bild- und Infomaterial
Sie benötigen für die Vermarktung Ihrer Reise oder Veranstalter aussagekräftige Fotos? Dann wenden Sie sich bitte an die Fotothek der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten: fotothek@thueringerschloesser.de.
Auf einem schroffen Felsen thronen die Dornburger Schlösser hoch über dem Saaletal, verbunden durch bis in den Steilhang reichende Gärten unterschiedlicher Stile. Das Ensemble war im 19. Jahrhundert bevorzugte Sommerresidenz der Großherzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach und geschätzter Aufenthaltsort Johann Wolfgang von Goethes. Alle wichtigen Epochen seit dem Hochmittelalter hinterließen hier ihre Spuren und schufen eine eigentümliche Verbindung von Vielfalt und Harmonie.
Die Schlösser entstanden als einzelne Anlagen und wurden ab 1824 unter Großherzog Carl August durch die Gartengestaltung zusammengeführt. Ab etwa 1870 sorgte sein Enkel Carl Alexander für behutsame Umgestaltungen im Sinne des Historismus, die bis heute das Bild der Anlage mitprägen. Nach 1918 wurden das Renaissance- und das Rokokoschloss Museen.
2020 fasste der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages einen Beschluss, der eine große Chance für die Thüringer Denkmallandschaft bedeutete: 200 Millionen Euro – jeweils zur Hälfte finanziert von Bund und Land – darf die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) für die Sanierung ausgewählter Monumente in ihren Liegenschaften bis 2032 investieren. Die Voraussetzungen dafür schufen Bund und Land 2021 mit einer gemeinsamen Verwaltungsvereinbarung. 13 Kulturdenkmale profitieren von dem Programm. Die STSG geht in 23 Einzelprojekten vor, die dringliche Sanierungsabschnitte ermöglichen und unabhängig voneinander vorangetrieben werden können.
Eine Sonderrolle nimmt Schloss Friedenstein in Gotha ein – 50 Millionen Euro aus dem SIP I kommen der Anlage zugute, für die nun zusammen mit dem bereits seit einigen Jahren laufenden 60-Millionen-Euro-Programm insgesamt 110 Millionen Euro bereitstehen. Gebaut wird im laufenden Betrieb, auch wenn es zu Einschränkungen kommen kann, bleiben die Museen geöffnet. Nicht nur große Residenzstädte, sondern auch der ländliche Raum profitiert vom Programm.
23 Projekte an 13 Orten
Broschüre
Kulturelles Erbe retten, nachhaltig handeln, Handwerk fördern – Informationen zum Bauen im Superlativ auch in unserer Broschüre zum SIP I. Hier zum Download.
Auf einem schroffen Felsen thronen die Dornburger Schlösser hoch über dem Saaletal, verbunden durch bis in den Steilhang reichende Gärten unterschiedlicher Stile. Das Ensemble war im 19. Jahrhundert bevorzugte Sommerresidenz der Großherzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach und geschätzter Aufenthaltsort Johann Wolfgang von Goethes. Alle wichtigen Epochen seit dem Hochmittelalter hinterließen hier ihre Spuren und schufen eine eigentümliche Verbindung von Vielfalt und Harmonie.
Die Schlösser entstanden als einzelne Anlagen und wurden ab 1824 unter Großherzog Carl August durch die Gartengestaltung zusammengeführt. Ab etwa 1870 sorgte sein Enkel Carl Alexander für behutsame Umgestaltungen im Sinne des Historismus, die bis heute das Bild der Anlage mitprägen. Nach 1918 wurden das Renaissance- und das Rokokoschloss Museen.