Drei Projekte stehen im SIP I auf Schloss Heidecksburg an. Das Residenzschloss der Grafen von Schwarzburg-Rudolstadt gehört damit zu den Großprojekten im Programm. Bei der Sanierung kann das Schloss mit pferdestarker Baugeschichte aufwarten. Sowohl die Säulensäle im Südflügel als auch der Marstall wurden beide einst als Pferdestallungen genutzt und werden saniert. Am West- und Nordflügel erfolgt der Lückenschluss – hunderte Quadratmeter Dachfläche werden hier saniert.
Schloss Heidecksburg Rudolstadt, Foto: STSG, André Kranert
Dachsanierung West- und Nordflügel
Das Dach des West- und Nordflügels ist undicht, eingedrungene Feuchtigkeit hat die Traufbereiche stark geschädigt. Auch an Teilen der in den darunter liegenden Geschossen befindlichen wertvollen Raumfassungen haben die Feuchtigkeitsschäden bereits sichtbare Spuren hinterlassen. Der stark durch die Witterung angegriffene Schaft des Schlossturms wird im Rahmen des Projektes ebenfalls saniert. Zudem wird der Brandschutz im Westflügel verbessert.
Gerüstbau am Westflügel, Foto: STSG, Carolin SchartNotsicherungen am Schlossturm, Foto: STSG, Carolin SchartFeuchtigkeitsschäden im zweiten Obergeschoss des Westflügels, Foto: STSG, André Kranert
Sanierung Säulensäle
Die Säulensäle im Südflügel dienten zunächst als Pferdestallungen und wurden im 19. Jahrhundert zu Festsälen umgebaut. Im Rahmen der Sanierung werden statische Schäden behoben und neue Nutzungsmöglichkeiten geschaffen. Auch die Oberflächen der mit Stuckmarmor, Vertäfelungen und Malereien ausgestatteten Säle werden restauriert.
Säulensäl im Südflügel von Schloss Heidecksburg, Foto: STSG, Thomas MüllerSäulensäle im Südflügel von Schloss Heidecksburg, Foto: STSG, Thomas MüllerGewölbe mit Rissen in den Säulensälen von Schloss Heidecksburg, Foto: STSG, Thomas Müller
Sanierung Marstall
Der Marstall wird im Rahmen des SIP I gesamtsaniert. Bei den Voruntersuchungen stellten die Bauforscher fest, dass das Dach des Marstalls eigentlich als Provisorium nach einem Schlossbrand Mitte des 18. Jahrhunderts entstand. Stark marode wird das Gebäude vom Keller bis zum Dach saniert und auch die Haustechnik erneuert.
Marstall von Schloss Heidecksburg, Foto: STSG, André KranertBlick in den Marstall von Schloss Heidecksburg, Foto: STSG, André KranertDachgeschoss, Marstall Schloss Heidecksburg, Foto: STSG, André Kranert
Baureportage
Schloss Heidecksburg
Achtung Baustelle
Info-Pavillon auf Schloss Heidecksburg
Multimediale Informationsausstellung zum Sonderinvestitionsprogramm I
Pavillon im Schlosshof April bis Oktober Di – So 10 – 17 Uhr geöffnet
Bauen im laufenden Betrieb
Gebaut wird im laufenden Betrieb, das Thüringer Landesmuseum freut sich über Ihren Besuch. Zu sehen sind weiterhin die Ausstellung Rococo en miniature, die Gemäldegalerie und fürstlichen Räume im Südflügel und das Naturhistorische Museum im Nordflügel.
Rudolstadt, Schloss Heidecksburg, Goldener Salon, 1. OG
2020 fasste der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages einen Beschluss, der eine große Chance für die Thüringer Denkmallandschaft bedeutete: 200 Millionen Euro – jeweils zur Hälfte finanziert von Bund und Land – darf die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) für die Sanierung ausgewählter Monumente in ihren Liegenschaften bis 2032 investieren. Die Voraussetzungen dafür schufen Bund und Land 2021 mit einer gemeinsamen Verwaltungsvereinbarung. 13 Kulturdenkmale profitieren von dem Programm. Die STSG geht in 23 Einzelprojekten vor, die dringliche Sanierungsabschnitte ermöglichen und unabhängig voneinander vorangetrieben werden können.
Eine Sonderrolle nimmt Schloss Friedenstein in Gotha ein – 50 Millionen Euro aus dem SIP I kommen der Anlage zugute, für die nun zusammen mit dem bereits seit einigen Jahren laufenden 60-Millionen-Euro-Programm insgesamt 110 Millionen Euro bereitstehen. Gebaut wird im laufenden Betrieb, auch wenn es zu Einschränkungen kommen kann, bleiben die Museen geöffnet. Nicht nur große Residenzstädte, sondern auch der ländliche Raum profitiert vom Programm.
23 Projekte an 13 Orten
Broschüre
Kulturelles Erbe retten, nachhaltig handeln, Handwerk fördern – Informationen zum Bauen im Superlativ auch in unserer Broschüre zum SIP I. Hier zum Download.
Herrliche Ausblicke in das Saaletal bietet das über dem Städtchen Rudolstadt thronende Schloss Heidecksburg, von 1571 bis 1918 Residenz der Grafen und späteren Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt. Der heutigen Schlossanlage mit zwei östlich vorgelagerten Terrassen gingen eine Burganlage und ein dreiflügeliges Renaissanceschloss voraus. Die St. Andreaskirche östlich des Schlossbergs war Residenzkirche und Grablege der Schwarzburg-Rudolstädter.
Nachdem ein Brand 1735 den Nord- und Westflügel des Schlosses weitgehend zerstört hatte, wurde unter Fürst Friedrich Anton zunächst mit der Neuerrichtung des Westflügels nach Plänen von Johann Christoph Knöffel begonnen. Die Innenausstattung entwarf Gottfried Heinrich Krohne. Besonderer Blickfang ist der 44 Meter hohe Schlossturm über dem Haupttreppenhaus. Heute beherbergt Schloss Heidecksburg das Thüringer Landesmuseum, das Landesarchivs Thüringen – Staatsarchiv Rudolstadt und ist zudem Hauptsitz der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten.