Richtfest am Prinzessinnenbau der Wasserburg Kapellendorf gefeiert

Auf der Wasserburg Kapellendorf kommen die Arbeiten zur Sanierung des Prinzessinnenbaus gut voran. Im Sonderinvestitionsprogramm I (SIP I) der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG), finanziert durch Bund und Land, werden Dach und Fassaden des Barockbaus für rund 4 Millionen Euro saniert. Jetzt konnte mit den Handwerkern und dem Planungsteam Richtfest gefeiert werden. 2027 sollen die Arbeiten abgeschlossen werden.

Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, freut sich über die bereits sichtbaren Sanierungserfolge am Prinzessinnenbau: „Der Prinzessinnenbau ist vor allem deshalb ein besonderer Schatz, weil er als barocker Rohbau bis heute erhalten ist. Dank der Förderung durch Bund und Land in unserem Sonderinvestitionsprogramm I können wir dieses besondere Kulturgut für die nächsten Generationen erhalten. Zugleich eröffnen sich mit der Sanierung erste neue Nutzungsperspektiven für das Gebäude, womit ein lang gehegter Wunsch der Menschen im Ort in greifbare Nähe rückt.“

Die Bauarbeiten am Prinzessinnenbau begannen im Juni 2026 mit der Sanierung des Dachtragwerks. Gerade die Fußpunkte der historischen Dachkonstruktion waren stark geschädigt. Saniert wird im Bestand, so viel wie möglich soll von den historischen Balken und Sparren erhalten bleiben. Durch spätere Umbauten und Überlastungen und vor allem einen zwischenzeitlichen Ausbau des Dachgeschosses zu Wohnzwecken war das statische Gefüge durcheinandergeraten.

Stephan Laub, Projektleiter für das Bauprojekt von der STSG, gibt einen Ausblick auf das Jahresziel: „Die Handwerker leisten sehr gute Arbeit und wir kommen gut voran. Unser Ziel ist es, bis zum Ende des Jahres die Dachsanierung abzuschließen. Das Dach soll dann wieder mit Biberschwanzziegeln eingedeckt sein. Nach Plan wird dann auch das Baugerüst wieder bis auf Traufhöhe zurückgebaut.“ Parallel zur Dachsanierung begannen in diesem Jahr auch die Natursteinarbeiten an den Fassaden. Der Fassadenputz aus den 1970er Jahren wurde entfernt, Mauerwerk und Fugen wurden gereinigt. Alte Fugenmörtel wurden abgenommen. „Auch die Natursteinarbeiten an den Fassaden planen wir im kommenden Frühjahr abzuschließen“, berichtet Laub.

In den letzten Jahrzehnten konnte der Prinzessinnenbau aufgrund statischer Probleme und eines fehlenden zweiten Fluchtwegs nicht mehr genutzt werden. Bei der Sanierung steht der Bestandserhalt im Vordergrund, durch die Maßnahmen wird aber auch ein Teilausbau ermöglicht. Zwei neue Treppenhäuser erschließen zukünftig die Veranstaltungsräume im Prinzessinnenbau. Auch die Haustechnik wird erneuert, ein wesentlicher Schritt für die Wiedernutzbarmachung des historischen Gebäudes. Zudem werden Brandschutzmaßnahmen für die Objektsicherheit umgesetzt.

Der Prinzessinnenbau wurde im 18. Jahrhundert als Witwensitz für Herzogin Eleonore Wilhelmine von Sachsen-Weimar errichtet. Die Witwe starb jedoch noch vor Fertigstellung und Ausbau des Gebäudes. Dadurch hat sich bis heute ein barocker Rohbau erhalten, erkennbar unter anderem am unfertigen Bauschmuck der Fenstergewände und am fehlenden Innenausbau. Das Innere wurde später als Scheune genutzt, im 20. Jahrhundert dann als Saal für Veranstaltungen.

Das SIP I der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hat ein Volumen von 200 Millionen Euro, die Bund und Land jeweils zur Hälfte bereitstellen. Mit diesem Programm kann die STSG wesentliche Sanierungsschritte für viele ihrer Liegenschaften erreichen. Das SIP I ist in 23 Einzelprojekte in Kulturdenkmalen in ganz Thüringen aufgeteilt, die unabhängig voneinander vorangetrieben werden. Für Maßnahmen am Prinzessinnenbau der Wasserburg Kapellendorf stehen im Programm 4 Millionen Euro bereit.

Abbildungen

  • Richtfest auf der Wasserburg Kapellendorf, Foto: STSG, Philipp Hort
  • Zimmerer Thomas Schröder vom Bauunternehmen Pfeiffer sprach den Richtspruch, Foto: STSG, Uta Kolano
  • Projektleiter Stephan Laub von der STSG schlägt den symbolischen letzten Nagel ein, Foto STSG, Philipp Hort

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