Erste Brandschäden auf der Burg Weißensee behoben | Fluchtweg wird fertiggestellt

Auf der Burg Weißensee/Runneburg kommt die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) mit der Behebung der Brandschäden von Ende März voran. Das feuergeschädigte Dach des Palasturms ist bereits repariert und die Fassadenarbeiten laufen. Die Alte Küche, wo der Brand ausgebrochen war, ist beräumt und gesichert. 2027 soll sie ein neues Dach bekommen, wobei die STSG auch Mittel aus mehreren privaten Spendenaktionen einsetzt. Parallel zur Schadensbehebung wird in den nächsten Wochen der zweite Fluchtweg aus der Burganlage fertiggestellt, damit künftig wieder große Veranstaltungen in der Burganlage stattfinden können.

Brandschäden

Ende März 2026 war in der Alten Küche ein Feuer ausgebrochen. Dabei wurde das Gebäude aus dem Spätmittelalter bis auf die Außenmauern zerstört und es entstanden Schäden an den benachbarten Gebäuden, dem Palasturm und dem Wagenhaus. Zu den Verlusten der Brandnacht gehören mehrere Särge der Fürsten von Schwarzburg, die das Land Thüringen in der Alten Küche vorübergehend eingelagert hatte. Die Überreste der Särge wurden im September durch das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie geborgen.

Das geschwungene Dach des Palasturms war wenige Monate vor dem Brand im Sonderinvestitionsprogramm I der STSG mit Mitteln von Bund und Land saniert worden. Die Zuwendungsgeber ermöglichten auch die zügige Reparatur. An der Westseite mussten die Dachschalung und die Schieferdeckung teilweise ersetzt werden, dort werden nun auch an der einige Jahre zuvor restaurierten Natursteinfassade die Brandschäden behoben. Quader und Verfugungen müssen teilweise ausgetauscht werden.

Die verbliebenen Außenmauern der ausgebrannten Alten Küche wurden zunächst notgesichert und das Dach des angrenzenden Wagenhauses repariert. Nach einer groben Beräumung konnten die Überreste der Schwarzburger Särge von Archäologen aus dem Brandschutt geborgen werden. Nach der anschließenden vollständigen Beräumung können nun die Mauern grundlegend auf ihre Tragfähigkeit untersucht werden. Die Ergebnisse fließen in die Planung für das neue Dach und die Instandsetzung der Mauern ein. Der Baubeginn ist vorbehaltlich der Finanzierung für die erste Jahreshälfte 2027 vorgesehen. Dafür wird die STSG auch die mehr als 20.000 Euro Spenden einsetzen, die nach dem Brand durch private Spendenaktionen in der Region gesammelt wurden.

Zweiter Fluchtweg

In wenigen Wochen wird die Burg Weißensee über einen zweiten Fluchtweg verfügen. Bereits bei der Sanierung eines 50 Meter langen Abschnitts der Burgmauer in ihrem Sonderinvestitionsprojekt I hatte die STSG die aus dem 19. Jahrhundert stammende baufällige Mauerpforte ersetzt und mit einer ausreichend breiten Treppe versehen. Für die Verbindung zum nächstgelegenen öffentlichen Weg konnte die STSG nun ein Grundstück von der Stadt Weißensee erwerben. Dort wird nun ein befestigter Weg gebaut, der im Notfall ein sicheres Flüchten erlaubt und die sehr enge Tordurchfahrt für die Einsatzkräfte freihält. Der zweite Fluchtweg ist eine wichtige Voraussetzung für Veranstaltungen mit zahlreichen Gästen.

Abbildung: Sicherungsarbeiten an der Brandruine der Alten Küche, Foto: STSG, Tino Trautmann

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