Schloss Sondershausen mit Park

Parcours der Stilepochen und Raum für die Künste

Schloss Sondershausen gehört bau- und kunstgeschichtlich zu den bedeutendsten Residenzanlagen Thüringens. Über 600 Jahre war es Regierungssitz der Grafen und Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen. Der aus dem 13. Jahrhundert erhaltene Burgturm wurde in das ab 1534 errichtete Renaissanceschloss integriert. Bis ins 17. Jahrhundert entstand eine dreiflügelige, barock überformte Schlossanlage.

Westlich des Schlossgebäudes entstand im Lustgarten bis 1710 das Achteckhaus. Unter Fürst Christian Günther III. (reg. 1758–1794) begann ab 1764 der Neubau des Westflügels und des Neuen Nordflügels. Damit erhielt das Residenzschloss seine endgültige architektonische Prägung als unregelmäßige Vierflügelanlage.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Teile der Schlossanlage, wie der Westflügel oder der Marstall klassizistisch überformt. Zeitgleich erfolgten auch die Umgestaltung des Lustgartens, des Lohplatzes und des Lohparkbereichs nördlich des Schlossbergs. In den Jahren 1914/15 entstand eine zweigeschossige Galerie, die Turm, Ost- und Südflügel sowie den neuen Treppenturm miteinander verbindet.

Das Schloss beherbergt das Schlossmuseum Sondershausen sowie das Carl Schroeder Konservatorium. Der Museumsrundgang umfasst einen Teil der Innenräume. Das Marstallgebäude wird durch die Thüringer Landesmusikakademie Sondershausen genutzt.

Auf einen Blick

Adresse

Schlossmuseum Sondershausen
Schloss 1
99706 Sondershausen
T: 0 36 32 – 62 24 20
E-Mail
Website

Förderverein
Thüringer Schlossfestspiele Sondershausen
Website

Öffnungszeiten

Schlossmuseum mit Kunstsammlungen
ganzjährig Di – So 10 – 17 Uhr

Ein Schloss, viele Stilepochen

Rund 560 Jahre lang herrschten die Grafen und Fürsten von Schwarzburg über die kleine Stadt am Kyffhäuser – und so verwundert es nicht, dass das Schloss ein Abbild ihrer langen Geschichte ist. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Sondershausen im Jahr 1125, fiel später an die Grafen von Hohnstein und anschließend an die Grafen von Schwarzburg – das älteste edelfreie Geschlecht Thüringens. Diese ließen die mittelalterliche Burg zu einem repräsentativen Residenzschloss ausbauen, im Laufe der Jahrhunderte erweitern und den jeweiligen Bedürfnissen des Herrschers anpassen. Einer der wichtigsten Einschnitte in der Geschichte des Adelsgeschlechts erfolgte im Jahr 1697. Damals wurden die Grafen in den Reichsfürstenstand erhoben – und das Residenzschloss dem neuen Herrschaftsverständnis angepasst. Heute präsentiert sich Schloss Sondershausen als unregelmäßige Vierflügelanlage, in der sich verschiedene Epochen herrschaftlichen Bauens auf besondere Weise verbinden. Daher zählt Sondershausen zu den bau- und kunstgeschichtlich bedeutendsten Schlosskomplexen Thüringens. Auch wenn sich im Laufe der Jahrhunderte vieles veränderte, einer blieb stets erhalten – der Schlossturm. Er geht auf einen mittelalterlichen Wohnturm zurück und wurde in die späteren Bauten miteinbezogen, als Zeichen von Tradition und Herrschaft.

Kostbarkeiten höfischer Präsentation

Seine Bedeutung erlangt Schloss Sondershausen vor allem durch seine einzigartigen Raumkunstwerke. Das sogenannte „Gewölbe am Wendelstein“ gehört hierbei zu den frühesten. Die üppigen Stuckdekorationen wurden 1616 gefertigt, in den wuchernden Ornamentformen sind unter anderem Szenen aus Ovids „Metamorphosen“ dargestellt. Der imposante Riesensaal entstand 1695 im Zuge der Erhebung in den Reichsfürstenstand und zählt zu den Höhepunkten der barocken Ausstattung. Seinen Namen verdankt der Saal den 16 überlebensgroßen Figuren antiker Gottheiten. Obwohl rund 100 Jahre später mit dem „Blauen Saal“ ein weiterer Festsaal entstand, blieb der „Riesensaal“ in Form und Ausstattung unverändert. Mit dem Titel „thüringisches Bernsteinzimmer“ wurde das sogenannte Steinzimmer geadelt, verziert mit Kalksteinplättchen aus der Region, die von Hand geschliffen und poliert wurden und eine nobel-glänzende Oberfläche erzeugen. Die Idee dazu soll von Fürst Christian Günther gestammt haben, der selbst als Steinschleifer tätig war.

Musiktradition im Marstall und Achteckhaus

Mitte des 16. Jahrhunderts entstanden am Schloss erste Gartenanlagen, die um 1700 erweitert und umgestaltet wurden. Von den erhaltenen Gebäuden ist vor allem das Ensemble aus Achteckhaus und Marstall bemerkenswert. Das Achteckhaus wird vielfach für Veranstaltungen genutzt. Unter anderem wird dort die lange Sondershäuser Musiktradition gepflegt, von der Franz Liszt einmal sagte, sie ein „große[s] Wunder, eingesperrt in einer kleinen Stadt“. Im Marstall hat heute die Thüringer Landesmusikakademie ihren Sitz, ein Thüringer Musikzentrum mit landesweitem und internationalem Renommee.

Schlosspark

Schon seit 1533 ist ein Garten nachgewiesen. Ende des 17. Jahrhunderts begann die barocke Gestaltung des Lustgartens, zu der die große Orangerie und das Achteckhaus gehörten, ein Gebäude zum Karussell fahren. Der heutige, etwa 30 ha große Park wurde maßgeblich durch die Gartenkünstler Ekart und Petzold geprägt. Die Umsetzung eines weitläufigen Landschaftsgartens entlang der Wipper mit zwei Parkseen, dem Blumengarten am Prinzenpalais und geschwungenen Wegen wurde ab 1836 unter dem Hofgärtner Ekart begonnen. Dessen Sohn Tobias Ekart führte die Arbeiten mit der Vorstellung von einem Volksgarten als Teil einer übergreifenden Landesverschönerung fort. 1850 erhielt Carl Eduard Petzold den Auftrag, die nähere Umgebung des Schlosses neu zu gestalten. Um den Lustgarten großzügiger gestalten zu können, wurden alle Treib- und Gewächshäuser aus dem Orangeriegarten abgebrochen und als Ersatz eine neue Hofgärtnerei am Jägerhaus errichtet. Der Park wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Derzeit wird der Schlosspark in Anlehnung an das Werk Ekarts und Petzolds wieder instand gesetzt.

Verwaltung

Schlossverwaltung Schloss Sondershausen
Schloss
99706 Sondershausen
T: 0 36 32 – 66 66 51 0
E-Mail

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