Schloss Altenstein mit dem 160 Hektar großen Landschaftspark gehört zu Bad Liebenstein, einem traditionsreichen Kurort in Thüringen. Der Park wurde ab 1798 um den barocken Vorgängerbau des heutigen Schlosses angelegt. Unter dem als Theaterherzog bekannten Georg II. von Sachsen-Meiningen wurde das Schloss von 1888 bis 1890 nach dem Vorbild englischer Landhäuser umgestaltet. Trotz erheblicher Verluste durch einen Brand 1982 im Inneren des Gebäudes ist das Schloss Altenstein ein architektonisches Glanzstück.
Im Park haben drei wesentliche Entwicklungsabschnitte landschaftlicher Gartengestaltung sichtbaren Niederschlag gefunden. Die Gartenarchitekturen des frühen, sentimentalen Landschaftsparks sind mit den großen, raumfassenden Bezügen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie der detailreichen Ausgestaltung mit Blumenbeeten und Skulpturen im Historismus zu einem Gesamtkunstwerk zusammengewachsen. An der Gestaltung des Parks waren die Gartenkünstler Hermann Fürst von Pückler-Muskau, Eduard Petzold und Peter Joseph Lenné beteiligt.
Wenige Kilometer von Thüringens ältestem Kurort Bad Liebenstein entfernt befindet sich das Schloss Altenstein. Erbaut im Stil der Neorenaissance, diente es einst den Herzögen von Sachsen-Meiningen als Sommerresidenz. Umgeben ist das Schloss von einem malerischen Landschaftspark mit Chinesischem Häuschen, kunstvollen Teppichbeeten und Aussichtspunkten ins Werratal. An der Gestaltung des Parks war kein geringerer als Fürst Hermann von Pückler-Muskau beteiligt. Seit 2017 beherbergt das Schloss eine Gedenkstätte für Johannes Brahms, der mehrmals dort zu Besuch war.
Schlossanlage
Sein heutiges Aussehen verdankt Schloss Altenstein Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen (1826–1914). Politisch gesehen, spielte sein Herzogtum eine eher untergeordnete Rolle im Reigen der europäischen Großmächte. Trotzdem erlangte das kleine Sachsen-Meiningen europaweite Berühmtheit, denn sein kunstsinniger Regent sollte als „Theaterherzog“ in die Geschichte eingehen. Georg II. führte Regie, entwarf Kostüme und Bühnenbilder, schrieb Abhandlungen über das Regietheater und verhalf der Meininger Hofkapelle zu neuem Ruhm. Innerhalb von zwei Jahren ließ er das Schloss auf dem Altenstein grundlegend umgestalten, was seinem Hofbaumeister einiges Kopfzerbrechen bereitete. Denn der Herzog, dessen Kunstverständnis vom Historismus geprägt wurde, hatte klare Vorstellungen und strenge Vorgaben. Es entstand ein Bau im Stil englischer Herrenhäuser – mit geschweiften Knickgiebeln, gebogenen Fenstern, halbrunden Erkern, zahlreichen Schornsteinen und Obelisk-Aufsätzen. Im Sommer diente der Altenstein der herzoglichen Familie oft als Wohnsitz und entwickelte sich zu einem Ort der Muse. Der Herzog lud Intellektuelle, Künstler und Musiker dorthin ein. Darunter den Komponisten Johannes Brahms, der mehrmals auf dem Altenstein zu Besuch war. An Clara Schumann schrieb er im November 1894: „Ich wünschte (…), Du mögest hier an meinem Fenster sitzen, auf meinen Balkon hinausgehen können und dann hinaus in den herrlichen Park und Wald. Die schönsten Fasane, Hirsche und Rehe dutzendweis spazieren mit.“
Brahms-Gedenkstätte und Snuff-Bottles
Schloss Altenstein gehört heute zu den wenigen Orten, die noch einen direkten Bezug zu Brahms' Leben aufweisen. Daher werden in der Brahms-Gedenkstätte unter anderem kostbare Autografen, Erstdrucke und Originalbilder ausgestellt. Nachdem ein Brand im Jahr 1982 die baugebundene historische Innenausstattung des Altensteins zerstörte, ist die Eröffnung der Gedenkstätte ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur vollständigen Wiederherstellung des Schlosses.
Altenstein, Schloss Altenstein, Chinesisches Kabinett, Snuf Bottles, 1. OGAltenstein, Schloss Altenstein, Chinesisches Kabinett, Snuf Bottles, 1. OG
Der Park: Ein „Edelstein“ der Landschaftsarchitektur
Die Anfänge des heute weitläufigen Parks gehen auf Georg I. von Sachsen-Meiningen zurück (1771–1803). Der Herzog machte Altenstein, zu seiner Sommerresidenz und begann mit dem Aufbau eines Landschaftsgartens. Damit legte er den Grundstein für eine der größten historischen Parkanlagen Thüringens. 1853 schrieb der Landeskundler Georg Brückner vom „Edelstein der Thüringer Waldnatur“. Kein Wunder, berühmte Landschaftsarchitekten wie Fürst Hermann von Pückler-Muskau und Peter Joseph Lenné hatten wichtige Ideen zur Gestaltung der Parkanlage beigesteuert. Pückler-Muskau war bei seinen Besuchen über die „wundervolle Lage, üppige Grasflächen, (…) jäh abstürzende Felsen mit Terrassengärten“ begeistert, dennoch kam er nicht umhin „Rat über die Parkanlage“ zu geben – und so wurden unter anderem große Sichtachsen angelegt, die den Blick ins Werratal freigeben. Der weitläufige Park lockt zudem mit Aussichtpunkten und Parkarchitekturen wie dem Morgenplateau, der Ritterkapelle oder dem Chinesischen Häuschen. Rund um das Schloss finden sich das Altensteiner Teppichbeet und das Knotenbeet.
Unterhalb der Parkanlage befindet sich die 1799 bei Straßenbauarbeiten entdeckte Altensteiner Höhle. Hier ließ Herzog Georg I. 1800 einen unterirdischen Landschaftspark einrichten. Dieser Park ist seit Dezember 2023 im Rahmen von Führungen wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.
Gartenarchitekturen und freistehende Felsformationen
Ein Landschaftspark der besonderen Art prägt die Umgebung von Schloss Altenstein in Bad Liebenstein. Am westlichen Ausläufer des Thüringer Waldes auf halber Höhe zum Rennsteig gelegen, bietet der außerordentlich weitläufige Bergpark weite Aussichten ins Werratal und bis in die Rhön. Die Wege folgen dem bergigen Gelände, sie führen durch naturnahe Waldareale und vorbei an schroffen Felsformationen. Immer wieder begegnen Inszenierungen mit kleinen Architekturen wie das Chinesische Häuschen, der Blumenkorbfelsen, die Ritterkapelle oder die Teufelsbrücke. Sie gehen auf die Zeit um 1800 zurück, als die Anlage nach der damals modernen Idee eines sentimentalen Landschaftsparks konzipiert wurde. Später gab der berühmte Gartenkünstler Hermann Fürst von Pückler-Muskau Anregungen für die Umgestaltung.
Schlosspark Altenstein
Der Landschaftspark Altenstein ist durch die kunstvolle Verschmelzung der gartenkünstlerischen Gestaltung mit den landschaftsprägenden Felsformationen charakterisiert. Um 1800 umgab Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen seine Sommerresidenz mit zahlreichen den Idealvorstellungen der Gartenkunst Ende des 18. Jahrhunderts folgenden sentimental-romantischen Landschaftsszenen, z. B. der Teufelsbrücke, der Sennhütte, dem Chinesischen Häuschen u. der Chinesischen Rotunde. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts waren mit Hermann Fürst von Pückler-Muskau, Carl Eduard Petzold und Peter Joseph Lenné drei der bekanntesten deutschen Gartenkünstler auf dem Altenstein tätig und ergänzten den Park durch gezielte Pflanzungen und ein System von Sichtachsen. Die endgültige Gestaltung des Parks geht auf Georg II. ab 1866 zurück. Mit dem Umbau des Schlosses 1888-90 erfolgte die intensive gärtnerische Gestaltung der Schlossterrassen und des Innenparks mit Blumenbeeten und exotischen Gehölzen. Das große Teppichbeet wird jährlich nach historischen Vorbildern bepflanzt und gehört zu den Attraktionen im Schlosspark.
Blumenkorbfelsen
Der Blumenkorbfelsen entstand in den Jahren 1802/03. Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen ließ das Ensemble zu Ehren seiner verstorbenen Mutter Charlotte Amalie errichten. Dazu nutzte er eine 18 Meter hohe Felsnadel, deren Spitze eine kleine begehbare Plattform mit großem steinernem Blumenkorb erhielt. Am Fuß des Felsens entstand unter einer grottenartigen Wölbung die Greifenbank mit einer Büste Charlotte Amalies auf der Rückenlehne. Etwa zeitgleich wurden im Park auch andere Kleinarchitekturen errichtet, etwa die Ritterkapelle, das Chinesische Häuschen und die Teufelsbrücke.
Vorbild für die Altensteiner Greifenbank waren antike Bänke in Pompeji, um 1800 ein beliebtes Reiseziel europäischer Adeliger. So wurden halbrunde Steinbänke mit Greifen an den Wangen zu beliebten Ausstattungsstücken in Landschaftsgärten nördlich der Alpen. Herzog Georg I. nutzte das Motiv im antiken Sinn als Erinnerungsort.
Als Material für Blumenkorb und Greifenbank kam Sandstein zum Einsatz.
Abenteuer im Park Altenstein mit dem Entdeckerrucksack und Drache Bruno
Der Drache Bruno sucht in einem der schönsten Landschaftsparks Deutschlands seine Schwester. Schnappt Euch euren Entdeckerrucksack im Besucherzentrum und begleitet ihn bei seiner Suche! Es geht vorbei an beeindruckenden Felsen, alten Ruinen und einem majestätischen Schloss. Kompass, Fernglas, Musikinstrumente und mehr kommen bei diesem Abenteuer zum Einsatz.
Für wen? Kinder zwischen 6 und 10 Jahren, in Begleitung Erwachsener
Wo? Rund um das Schloss Altenstein, Bad Liebenstein
Wie? Entdeckerrucksack im Besucherzentrum ausleihen und loslegen
Hör mal im Garten – Audioguide von Kindern für Kinder
Ein Streifzug mit der Schlossparkkatze durch den Altensteiner Schlosspark – dazu lädt der neue Kinder-Audioguide „Hör mal im Garten Altenstein“ ein. Die Schlossparkkatze nimmt alle Interessierten mit auf einen ca. einstündigen Rundgang durch den Innen- und Außenpark. Bereits seit 49 Katzenjahren herrscht sie über dieses große Gartenreich. An 12 Stationen haben aber auch Drachen, Gespenster und ein kleines freches Reh so einiges Wissenswertes über die historische Parkanlage zu erzählen.
Der Audioguide wurde im Rahmen eines Ferienkurses erarbeitet. Zehn Teilnehmer im Alter zwischen 10 und 17 Jahren leihen Schlossparkkatze und Co. ihre Stimmen. Sie führen Jung und Alt durch den größten Landschaftspark in Thüringen mit seinen imposanten Felsformationen, kleinen Parkgebäuden und vielen tollen Aussichtspunkten. Die spannendsten Stationen im Park wählten die Kinder und Jugendlichen selbst aus und setzten das Projekt im Rahmen eines einwöchigen Workshops um. Dazu gehörten das Schreiben der Dialoge, das Einsprechen der Texte, das Aufnehmen der Geräusche sowie die Regie beim Tonschnitt.
Das Projekt ist eine Gemeinschaftsproduktion der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, der Wartburg-Sparkasse, der Thüringer Landesmedienanstalt, des Wartburg-Radios 96,5, der Jugendkunstschule Wartburgkreis e. V. und der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten.
Über das Projekt „Hör mal!“
Das Projekt »Hör mal« ist eine Kooperation zwischen Schulen, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) und verschiedenen Institutionen als Träger historischer Gärten. In vielen Orten Thüringens produzieren Kinder und Jugendliche in einem Garten ihrer Stadt Audioguides für Kinder. Dabei sollen im Unterricht erlernte Themen vertieft und das erworbene Wissen bei den Schülern gefestigt werden. Der Lernort Schule wird erweitert und der Garten als Ort der Wissensvermittlung etabliert. Die Bindung der Schüler an ihren Heimatort wird durch dieses Projekt intensiviert.
Ehemaliges Zisterzienserkloster im Landkreis Gotha
Am nördlichen Rand des Thüringer Waldes, rund 16 Kilometer südlich von Gotha, finden sich die Überreste des Klosters Georgenthal. Gegründet wurde es um das Jahr 1140 als Zisterzienserkloster. Seine Blütezeit erlebte der Konvent zu Beginn des 16. Jahrhunderts, als dort der Gelehrte Georg Spalatin unterrichtete. Von der einst dreischiffigen Säulenbasilika haben sich nur Säulenstümpfe und Mauerreste erhalten. Dennoch ist Kloster Georgenthal ein wichtiges Architekturzeugnis. Von der früheren Pracht und Größe zeugt unter anderem das sogenannte Kornhaus mit seinem spätromanischen Rosettenfenster.
Machtpolitik und Religion
Er selbst sei mit „mit weltlichen Dingen beschäftigt“ und könne Gott daher nicht so dienen, wie er gerne wolle. Deshalb sollten die Mönche „den Herrn statt seiner ohne Unterlaß bitten.“ Als Graf Sizzo III. von Käfernburg das Kloster Georgenthal vermutlich im Jahr 1140 gründete, spielte wohl nicht nur dieser fromme Wunsch eine Rolle. Vielmehr ging es dabei auch um machtpolitische Erwägungen. Das neu gegründete Kloster lag an einem strategisch bedeutsamen Punkt, denn es war nur wenige Kilometer vom Benediktinerkloster Reinhardsbrunn entfernt. Dieses war von den Thüringer Landgrafen nur wenige Jahre zuvor geründet worden und diente ihnen später sogar als Hauskloster.
Mit seiner eigenen Klostergründung in Georgenthal wollte Graf Sizzo den zunehmenden Einfluss der Landgrafen auf sein Herrschaftsgebiet verhindern. Ab 1143 wurde das Zisterzienserkloster mit dem ersten Abt besetzt und Mönche aus dem französischen Mutterkloster Morimond zogen in die Konventsgebäude ein.
Ab 1152 wurde mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. Das Gotteshaus wurde nach dem Vorbild des Klosters Paulinzella errichtet, als dreischiffige Säulenbasilika mit einem kreuzförmigen Grundriss. Von der einst prachtvollen Kirche haben sich nur Fundamentreste und Säulenstümpfe erhalten. Eine Gedenkplatte markiert heute die Stelle, an der die Gruft mit den Gebeinen des Klostergründers vermutet wird.
Georg Spalatin als Novizenlehrer
Seine Blütezeit erfuhr das Kloster Georgenthal zu Beginn des 16. Jahrhunderts, als Georg Spalatin dort lehrte. Der Philosoph und Humanist war ein Mitstreiter Martin Luthers, daneben Wittenberger Kanzler und Geheimsekretär Friedrichs des Weisen. Während sich Luther auf der Wartburg bei Eisenach versteckt hielt, lieh ihm Spalatin seine Bibel. Diese soll Luther für seine berühmte Bibelübersetzung genutzt haben. Nur wenige Jahre später leitete der Bauernkrieg den Untergang des Klosters ein. Es wurde geplündert und größtenteils zerstört, die Mönche flohen und das Kloster wurde schlussendlich aufgelöst. In der Folgezeit wurden die Klosterbauten fast vollständig abgetragen, nur wenige Nebengebäude blieben erhalten. Im 19. Jahrhundert spülte ein verheerendes Hochwasser die Säulenreste und Grundmauern der Klosterkirche frei, woraufhin weitere Grabungen veranlasst wurden.
Spuren des Klosterlebens
Von den Gebäuden der einstigen Klosteranlage hat sich vor allem das sogenannte Kornhaus erhalten. Ursprünglich war in dem stattlichen Gebäude wohl das Klosterhospital untergebracht. Nach der Säkularisierung wurde es in einen Kornspeicher umgewandelt. Heute wird es als Ausstellungsraum genutzt. Bemerkenswert ist vor allem das mehrfach restaurierte, spätromanische Steinrosettenfenster im Nordgiebel des Gebäudes. Erhalten hat sich ebenfalls die Elisabethkirche, die in der ehemaligen Mauerumfriedung des Konvents steht. Sie diente vermutlich vor ihrem Umbau zur Kirche als Abtshaus.
„Bisher war mirs ergangen wie den Köchen, die eine Reihe Töpfe am Feuer stehen haben, aus deren etlichen sie nur etwas zu kosten geben. Nunmehr aber sollte ich völlig anrichten, das ist, mit allen meinen Instrumenten, mit Singen und mit der Feder zeigen, was ich gelernt hatte.“ So erinnerte sich Georg Philipp Telemann (1681–1767) an seine Zeit in Eisenach. 1708 hatte er dort eine Stelle als Konzertmeister angetreten. Bald schon wurde er jedoch vom Herzog mit dem Aufbau einer Hofkapelle beauftragt. Mit seinem kleinen Ensemble trat Telemann regelmäßig auch im nahe gelegenen Schloss Wilhelmsthal auf, wo einige seiner Werke uraufgeführt wurden. So zählt die barocke Schlossanlage zu den wenigen weltlichen Uraufführungsstätten Telemanns, die noch im Original erhalten sind. Der sogenannte Telemann-Saal im Neuen Schloss bildet heute das Herzstück der Schlossanlage. Er gilt als ältester freistehender Konzertsaal Europas und besticht nicht nur durch seine prächtigen Jagd- und Musikmotivstuckaturen, sondern auch durch seine hervorragende Akustik. Der Saal wird heute an ausgewählten Terminen als Veranstaltungsort genutzt – insbesondere während der alle zwei Jahre stattfindenden Telemann-Tage.
Jagd- und Lustschlossanlage nahe der Wartburg
Die Ursprünge der Schlossanlage gehen auf Herzog Johann Wilhelm von Sachsen-Eisenach zurück. Dieser begann in Wilhelmsthal um 1700 mit der Erbauung einer nach ihm benannten barocken Jagd- und Lustschlossanlage. Historischer Ausgangspunkt ist das Corps de Logis, auch Altes Schloss genannt. Das fürstliche Wohnhaus wurde unter der Leitung des Eisenacher Oberbaumeisters Johann Mützel als verputztes Fachwerkgebäude erbaut. Die Innenräume, darunter der Festsaal, erhielten eine reiche Ausstattung. Zuseiten des Alten Schlosses entstanden entlang einer Achse paarweise angeordnete Pavillonbauten und weitere Wirtschaftsgebäude. Entlang einer weiteren Achse wurde nördlich wie südlich eine geometrisch gegliederte Gartenanlage angelegt und durch einen künstlich aufgestauten See ergänzt. Kern des Ensembles bildete das Alte Schloss im Schnittpunkt beider Achsen. Den Abschluss der Schlossachse markieren der Marstall und das Neue Schloss. Ab 1801 wurde der Telemann-Saal durch den Anbau einer Kolonnade mit dem neuerrichteten gegenüberliegenden Pavillon zum Neuen Schloss verbunden. 1910 fügte man noch einen Verbindungsgang zum Prinzenhaus hinzu, den Prinzengang. In diesem Zusammenhang wurde auch der Pavillon durch eine Erweiterung dem äußeren Erscheinungsbild des Saalgebäudes angeglichen.
Ein Werk Fürst Pücklers
Eingebettet ist Schloss Wilhelmsthal in einen 15 Hektar großen Park mit künstlich angestautem See, auf dem einst venezianische Gondeln fuhren. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts ließ Herzog Carl August den angelegten Garten in einen Landschaftspark umgestalten. Mitte des 19. Jahrhundert erfolgte eine weitere Umgestaltung – und seitdem trägt der Park die Handschrift von Fürst Hermann von Pückler-Muskau. Die unmittelbare Umgebung des Schlosses und die Blumeninsel waren mit Blumenbeeten geschmückt. Der größte Teil der Anlage präsentiert sich als fein komponierte Natur mit fließenden Übergängen zur Landschaft. Seit einigen Jahren wird dies mit umfangreichen Sanierungsarbeiten wieder erlebbar gemacht.