Schlosspark Altenstein

Gartenarchitekturen und freistehende Felsformationen

Ein Landschaftspark der besonderen Art prägt die Umgebung von Schloss Altenstein in Bad Liebenstein. Am westlichen Ausläufer des Thüringer Waldes auf halber Höhe zum Rennsteig gelegen, bietet der außerordentlich weitläufige Bergpark weite Aussichten ins Werratal und bis in die Rhön. Die Wege folgen dem bergigen Gelände, sie führen durch naturnahe Waldareale und vorbei an schroffen Felsformationen. Immer wieder begegnen Inszenierungen mit kleinen Architekturen wie das Chinesische Häuschen, der Blumenkorbfelsen, die Ritterkapelle oder die Teufelsbrücke. Sie gehen auf die Zeit um 1800 zurück, als die Anlage nach der damals modernen Idee eines sentimentalen Landschaftsparks konzipiert wurde. Später gab der berühmte Gartenkünstler Hermann Fürst von Pückler-Muskau Anregungen für die Umgestaltung.

Auf einen Blick

Baumaßnahmen

Aufgrund von Baumaßnahmen ist das Schloss bis Ende 2026 nicht zu besichtigen. Der Park ist frei zugänglich.

Adressen

Besucherzentrum
Altenstein 8
36448 Bad Liebenstein

T: 03 69 61 – 73 80 64
Email
Website

Förderverein Altenstein-Glücksbrunn e.V.
Website

Öffnungszeiten

Besucherzentrum Altenstein
saisonal, April bis Oktober

Öffnungszeiten:
Di – Fr 11 – 15 Uhr
Sa/So, Feiertage 11 – 16 Uhr
Montags geschlossen

Park/Garten
Landschaftspark ist ganzjährig frei zugänglich

 

 

Schlosspark Altenstein

Der Landschaftspark Altenstein ist durch die kunstvolle Verschmelzung der gartenkünstlerischen Gestaltung mit den landschaftsprägenden Felsformationen charakterisiert. Um 1800 umgab Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen seine Sommerresidenz mit zahlreichen den Idealvorstellungen der Gartenkunst Ende des 18. Jahrhunderts folgenden sentimental-romantischen Landschaftsszenen, z. B. der Teufelsbrücke, der Sennhütte, dem Chinesischen Häuschen u. der Chinesischen Rotunde. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts waren mit Hermann Fürst von Pückler-Muskau, Carl Eduard Petzold und Peter Joseph Lenné drei der bekanntesten deutschen Gartenkünstler auf dem Altenstein tätig und ergänzten den Park durch gezielte Pflanzungen und ein System von Sichtachsen. Die endgültige Gestaltung des Parks geht auf Georg II. ab 1866 zurück. Mit dem Umbau des Schlosses 1888-90 erfolgte die intensive gärtnerische Gestaltung der Schlossterrassen und des Innenparks mit Blumenbeeten und exotischen Gehölzen. Das große Teppichbeet wird jährlich nach historischen Vorbildern bepflanzt und gehört zu den Attraktionen im Schlosspark.

Blumenkorbfelsen

Der Blumenkorbfelsen entstand in den Jahren 1802/03. Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen ließ das Ensemble zu Ehren seiner verstorbenen Mutter Charlotte Amalie errichten. Dazu nutzte er eine 18 Meter hohe Felsnadel, deren Spitze eine kleine begehbare Plattform mit großem steinernem Blumenkorb erhielt. Am Fuß des Felsens entstand unter einer grottenartigen Wölbung die Greifenbank mit einer Büste Charlotte Amalies auf der Rückenlehne. Etwa zeitgleich wurden im Park auch andere Kleinarchitekturen errichtet, etwa die Ritterkapelle, das Chinesische Häuschen und die Teufelsbrücke.

Vorbild für die Altensteiner Greifenbank waren antike Bänke in Pompeji, um 1800 ein beliebtes Reiseziel europäischer Adeliger. So wurden halbrunde Steinbänke mit Greifen an den Wangen zu beliebten Ausstattungsstücken in Landschaftsgärten nördlich der Alpen. Herzog Georg I. nutzte das Motiv im antiken Sinn als Erinnerungsort.

Als Material für Blumenkorb und Greifenbank kam Sandstein zum Einsatz.

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