Drei Schlösser, drei Charaktere – das einzigartige Ensemble der Dornburger Schlösser thront auf einem Felsen über dem Saaletal. Die Herzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach schätzten den „Balkon Thüringens“ als Sommerresidenz. Mehr als 800 Jahre Geschichte sind hier vereint. Das Alte Schloss birgt Reste einer mittelalterlichen Burg. Das Rokokoschloss ist ein galantes Lustschloss des 18. Jahrhunderts mit Porzellansammlung. Das Renaissanceschloss ist eng mit Johann Wolfang von Goethe verbunden. Der schwärmte für die liebevoll gepflegten Schlossgärten – sie sind ein Hochgenuss für Flaneure und Rosenliebhaber. Auch der Wein vom Dornburger Schlossberg ist damals wie heute beliebt.
Auf einen Blick
Bauarbeiten
Das Renaissanceschloss ist aufgrund von Sanierungsmaßnahmen geschlossen.
Museum Dornburger Schlösser
Saison von April bis Oktober
02. April bis 01. November 2026
täglich außer mittwochs 10 bis 17 Uhr
An Feiertagen auch mittwochs geöffnet
Park und Garten
ganzjährig ab 9 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet
Eintritt frei
Hunde angeleint zulässig
Drei Schlösser – ein Ensemble
Die Ursprünge der Dornburger Schlösser liegen in einer Burganlage des Hochmittelalters am Nordende des Schlossfelsens. Im 16. Jahrhundert trat das Alte Schloss an dessen Stelle, hinzu kam fast zeitgleich das Renaissanceschloss im Süden. In deren Mitte wurde im 18. Jahrhundert das Rokokoschloss errichtet – die imposante Dreierkulisse war perfekt. Zunächst dienten die Schlösser aber ganz verschiedenen Zwecken und gehörten nicht einmal zusammen. Erst 1824 kaufte Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach das Renaissanceschloss zu den beiden anderen Schlösssern hinzu und ließ sie durch vielfältige terrassierte Gartenanlagen verbinden. Heute sind das Renaissance- und das Rokokoschloss sowie die Gärten zu besichtigen. Das Alte Schloss wird als Tagungszentrum genutzt.
Vergnügung, Jagd und Militär – Das Rokokoschloss
Um 1740 ließ Herzog Ernst August I. von Sachsen-Weimar-Eisenach das Rokokoschloss selbstbewusst in die Mitte des Dornburger Ensembles setzen. Es war eines von vielen Bauprojekten des absolutistisch regierenden Fürsten. Dornburg schätzte er vor allem wegen seiner nahegelegenen Jagdgebiete. Außerdem wollte er Kurfürst August dem Starken nacheifern und eine Heerschau nach dem Vorbild von dessen berühmtem Zeithainer Feldlager veranstalten. Dazu kam es zwar nie, jedoch erinnern die bastionsartigen Terrassen am Steilhang an diese Idee. Das Lustschlösschen nutzt die Hanglage phantasievoll aus. Die Geschosse sind direkt von den Gartenterrassen aus zugänglich – das Obergeschoss über eine elegant geschwungene Freitreppe. Dort spiegelt der Festsaal mit seinem Stuckmarmor in kräftigen Farben die barocken Herrscherambitionen des Bauherrn wider. In den seitlich angeordneten Appartements fanden später die schlichteren Vorstellungen des Klassizismus ihren Niederschlag. Den letzten Schliff gab Großherzog Carl Alexander ab 1875 dem Schloss. Er orientierte sich konsequent am Stil der Erbauungszeit und stattete den Speisesaal in Rokokoformen aus, um die viele seiner Zeitgenossen einen Bogen machten. Dort versammelte er eine Sammlung von Porzellanen aus China, den Niederlanden und Thüringer Manufakturen.
Von der Burg zum Tagungszentrum – Das Alte Schloss
In der Mitte des 16. Jahrhunderts bekam das Alte Schloss sein heutiges Aussehen. Es vereint vier Bauten unterschiedlichen Alters, die aber durch Fassadenfarbe und Fensterformen ein einheitliches Gesicht bekamen. Der Bergfried beispielsweise stammt aus dem 12. Jahrhundert. Auch eine spätmittelalterliche Kemenate wurde in den Schlossbau einbezogen. Der Südflügel wurde dagegen im Renaissancestil neu erbaut und beherbergt zwei große Säle. Neben den imposanten Holzdecken haben sich gemalte Ornamente der Renaissance erhalten. Unterschiedliche Nutzungen prägten das Gebäude bis ins 20. Jahrhundert. Seit 2004 dient das umfassend sanierte Schloss als modernes Tagungszentrum.
Goethe war hier – das Renaissanceschloss
Streng genommen war es zunächst gar kein Schloss – erbaut wurde das Renaissanceschloss in der Mitte des 16. Jahrhunderts als Gutsherrenhaus. Sein heutiges markantes Aussehen mit Zwerchhäusern und Nischenportal erhielt es einige Jahrzehnte später. 1824 kaufte Großherzog Carl August das Gebäude und bezog es in das Ensemble seiner Dornburger Sommerresidenz ein. Umbauten machten es bequemer, hier bezog der Regent im Sommer selbst Quartier. Berühmtheit erlangte das Schloss vor allem durch seinen Freund und Geheimen Rat Johann Wolfgang von Goethe. Nach dem Tod des Carl Augusts zog sich der sich im Sommer 1828 nach Dornburg zurück und lebte für mehrere Wochen in der Bergstube. Neben vielen Briefen und Forschungsaufzeichnungen entstanden hier stimmungsvolle Gedichte.
Museum Dornburger Schlösser
Zwei der Dornburger Schlösser sind als Museum zu besichtigen. Im Rokokoschloss führt der Rundgang durch Raumkunstwerke des 18. und 19. Jahrhunderts. Im Renaissanceschloss (derzeit wegen Bauarbeiten geschlossen) steht der Aufenthalt Johann Wolfgang von Goethes 1828 im Mittelpunkt. Im benachbarten Marstall befindet sich das Bauhaus-Werkstatt-Museum.
„Die Aussicht ist herrlich und fröhlich, die Blumen blühen in den wohlunterhaltenen Gärten, die Traubengeländer sind reichlich behangen, und unter meinem Fenster seh ich einen wohlgediehenen Weinberg (…)“, beschrieb Johann Wolfgang von Goethe 1828 die Schlossgärten. Wenige Jahre zuvor hatte Carl August seinen Hofgärtner Carl August Christian Sckell beauftragt, durch die Gestaltung der Gärten die drei Schlösser unterschiedlichen Charakters zu einem Ensemble zu verbinden. Der Gartenkünstler schuf intime Gartenräume unterschiedlicher Stile, darunter der Landschaftspark, der Eschengang und der Teeplatz. Berühmt wurden die Gärten für ihren Reichtum an Rosen, die einen Laubengang üppig umranken und in großer Zahl und Sortenvielfalt die Terrassenwege begleiten. Die von Goethe bewunderten Weinberge werden nach wie vor bewirtschaftet, den Wein gibt es im Museumsshop.
Die Dornburger Schlossgärten umfassen auf circa 4 Hektar mehrere Gärten: den Landschaftsgarten am Renaissanceschloss, den geometrisch gestaltete Garten vor dem Rokokoschloss sowie den Obst- und Grasegarten am Alten Schloss. Die Steilhänge zur Saale unterhalb der Schlösser wurden ab 1736 in Weinberge verwandelt.
Erste Entwürfe für den Garten am Rokokoschloss stammen aus dem Jahr 1735/36. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kamen der Eschengang, der Teeplatz mit den „Acacien“, der Rosenlaubengang und zahlreiche Rosenspaliere hinzu. Ab 1824 wurde von Carl August Christian Sckell der kleine Landschaftsgarten am Renaissanceschloss mit geschlängelten Wegen, Gehölzgruppen und Blumenbeeten für Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach angelegt.
Nach ersten Wiederherstellungsmaßnahmen der Goethe-Gesellschaft von 1926-28, folgten ab den 1950er Jahren Erneuerungs- und Rekonstruktionsarbeiten in großem Umfang. Das Gartenparterre nordöstlich des Rokokoschlosses wurde nach dem barockisierenden Entwurf des Gartenarchitekten Hermann Schüttauf 1966 neu angelegt.
Gärten als verbindendes Element
Mit dem Erwerb des Renaissanceschlosses wurde die Zusammenführung der drei Schlösser zu einer Aufgabe für die Gartenkunst. Damit beauftragte Carl August den aus einer deutschlandweit tätigen Gartenkünstlerfamilie stammenden Carl August Christian Sckell. Er schuf auf dem Gelände des früheren Ritterguts einen kleinen Landschaftspark und verwob diesen mit den intimen Gartenräumen um das Rokokoschloss und das Alte Schloss.
Verbunden sind die Gärten durch Terrassenwege am Steilhang mit weiter Aussicht in das Saaletal. Die Parterres am Rokokoschloss erhielten eine detailreiche Gestaltung mit Blumenbeeten und Laubengängen. Das nördliche Parterre zeigt heute eine Neuschöpfung der 1960er Jahre im Rückgriff auf barocke Formen.
Am Alten Schloss greift die moderne Gestaltung die Gartenideen der Renaissance auf. Berühmt sind die Dornburger Schlossgärten für ihre zahllosen Rosen in historischen und neueren Sorten, aber auch für die unterhalb der Terrassen gepflegten Weinberge.
Goethe und die Schlossgärten
Kurz nach seiner Ankunft schrieb Goethe an den Freund Carl Friedrich Zelter: „Die Aussicht ist herrlich und fröhlich, die Blumen blühen in den wohlunterhaltenen Gärten, die Traubengeländer sind reichlich behangen, und unter meinem Fenster seh ich einen wohlgediehenen Weinberg, den der Verblichene auf dem ödesten Abhang noch vor drei Jahren anlegen ließ und an dessen Ergrünung er sich die letzten Pfingsttage noch zu erfreuen die Lust hatte. Von den andern Seiten sind die Rosenlauben bis zum Feenhaften geschmückt und die Malven und was nicht alles blühend und bunt, und mir erscheint das alles in erhöhteren Farben wie der Regenbogen auf schwarzgrauem Grunde.“
Barrierefreie Wege durch die Dornburger Gärten
Für Ihre Planung finden Sie hier eine Karte mit Wegen, die für Rollstuhlfahrer oder auch Besucher mit Kinderwagen gut geeignet sind.
Einen Steinwurf von der Herderkirche entfernt öffnet sich hinter einer schlichten Fassade ein lichter Innenhof, an den sich einer der reizvollsten Stadtgärten Weimars anschließt. Das Ensemble gehörte in der Goethezeit zu den bedeutenden Treffpunkten der Weimarer Gesellschaft. Die Brüder Franz und Carl Kirms standen in herzoglichen Diensten und pflegten rege Beziehungen zum Hof und zu Künstlern, Wissenschaftlern und Stadtbürgern. Schon im Lauf des 19. Jahrhunderts wurde das Haus als privater Erinnerungsort an diese Glanzzeit kaum verändert. Der umfangreiche Originalbestand sorgt für eine einzigartige Atmosphäre. Seit 1917 Museum, ist das Kirms-Krackow-Haus heute beliebter Geheimtipp für Flaneure und Kulturgenießer sowie begehrter Veranstaltungsort.
Wohnkultur erleben
Eine Wohnetage des in hohem Maß authentisch erhaltenen Anwesens ist als Museum zugänglich. Eine vollständige Wohnungseinrichtung macht die Wohnkultur des frühen 19. Jahrhunderts erlebbar. Wechselausstellungen widmen sich der Alltagskultur im bürgerlichen Umfeld des Weimarer Hofs.
Es ist eines der ältesten Häuser Weimars, war ab 1701 das Zuhause der Familie Kirms und ein wichtiger Treffpunkt für Künstler, Musiker und Gelehrte. Berühmte Persönlichkeiten wie Franz Liszt, Johann Nepomuk Hummel oder Hans Christian Andersen waren regelmäßig an der Jakobstraße zu Gast. Wer das Kirms-Krackow-Haus heute besucht, taucht ein in die Wohnkultur des gehobenen Bürgertums der Goethezeit – und darf obendrein einen intimen Blick in das Familienleben der Kirms werfen. Ein Kleinod mitten in der Weimarer Altstadt ist zudem der bürgerliche Blumengarten.
Blumisten
Besucher des Krims-Krackow-Hauses sollten unbedingt einen Blick in den Hausgarten werfen. Der Blumenliebhaber Franz Kirms zog dort seltene Apfel-, Mandel- und Maulbeerbäume heran, Rosen sowie seltene Pflanzen aus aller Welt. Unter seiner Hand bekam der Garten seine Gestaltung im Biedermeierstil, der maßgeblich für die heutige Gestalt ist – und erreichte damit seinen gestalterischen Höhepunkt.
Der Garten war Mitte des 18. Jahrhunderts erweitert und mit einem spätbarocken Pavillon ausgestattet worden. Die Entwürfe für den ursprünglich mit Dachterrasse errichteten Bau stammen vermutlich aus dem Umfeld der herzoglichen Baumeister Johann Adolph Richter und Gottfried Heinrich Krohne. Seinen gestalterischen Höhepunkt mit biedermeierlichen Blumenbeeten, Spalierobst und vielen botanischen Raritäten erreichte der Garten unter Franz Kirms (1750-1826), der dem Verein der Weimarer „Blumisten“ (Pflanzenliebhaber) angehörte.
Treffpunkt der Weimarer Gesellschaft im Umkreis des Hofes
Der Weimarer Hof war im Hinblick auf die Gartenkunst seit dem 18. Jahrhundert stets auf der Höhe der Zeit. Auch die in seinem Umfeld ansässigen Bürger entfalteten zum Teil großen gärtnerischen Ehrgeiz. Zu den wenigen erhaltenen Zeugnissen gehört der Garten am Kirms-Krackow-Haus in Weimar. In der Mitte des 18. Jahrhunderts hatte die Familie Kirms das Anwesen so weit vergrößert, dass auf dem Grundstück ein Garten Platz fand. Im barocken Gartenpavillon konnten Feste gefeiert und empfindliche Pflanzen untergestellt werden. Zur Goethezeit avancierte das Kirms-Krackow-Haus zu einem wichtigen Treffpunkt der Weimarer Gesellschaft im Umkreis des Hofes. Man beschäftigte sich mit Literatur, Kunst und Musik – und mit Pflanzen. Hofrat Franz Kirms gehörte zu den weit über die Stadtgrenzen hinaus vernetzten Blumisten, die sich in Zeitschriften und persönlichen Gesprächen über ihre Erfolge in der Blumenzucht austauschten. Der liebevoll gepflegte Biedermeiergarten zeigt, wie anspruchsvolle bürgerliche Haushalte die Notwendigkeit des Obst- und Gemüseanbaus mit ästhetischen und repräsentativen Ambitionen verbanden.