Neue Bücher zu Burgen und Torhäusern erschienen

Zwei neue Bücher zu Burgen präsentiert die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) in diesem Herbst. Die beiden Neuerscheinungen versammeln aktuelle Forschungen zu Burgen und nehmen dabei besonders Thüringen und seine Nachbarbundesländer in den Blick. Der Band „Torhäuser auf Burgen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit“, herausgegeben gemeinsam mit der Deutschen Burgenvereinigung e.V. (DBV), ging aus einer viel beachteten Fachtagung hervor, veranstaltet in Kooperation mit dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie. Es handelt sich um die erste Überblickspublikation zu den für Burgen äußerst bedeutsamen Torhäusern. Das Buch „Burgen im Wandel. Gestalt und Funktion wehrhafter Architektur“, erschienen in der Reihe der Jahrbücher der STSG, versammelt Beiträge zum Phänomen „Burg“ vom Mittelalter bis zur Burgenromantik. Bei der Buchpräsentation sagte Prof. Dr. Uwe Schirmer, Professor für Thüringer Landesgeschichte an der Universität Jena, beide Bände würden ein Themengebiet behandeln, das in Thüringen mit seinen bis zu 1.500 Herrensitzen noch viel weiteres Forschungspotential berge. Dies habe auch die großartige Resonanz auf die exzellente Tagung zu den Torhäusern gezeigt, die nun im Tagungsband dokumentiert sei.

Torhäuser auf Burgen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit

Burgtore sind Zugänge und Barrieren zugleich, und so haben auch die Torhäuser einen besonderen Status innerhalb der Burg. Sie signalisierten den Übergang in eine andere Rechtssphäre und dienten der Zugangskontrolle und der Abwehr von Angriffen. Diese Aufgaben verbanden Torhäuser oft mit Aufenthalts- und Wohnräumen, die dem täglichen Leben dienten. Nicht selten finden sich auch Küchen und Kapellen in diesen Bauten.

Das Torhaus auf Burg Ranis habe bei den Untersuchungen für die aktuell laufende Sanierung im Sonderinvestitionsprogramm I der STSG eine überwältigende Dichte und Qualität an Befunden gezeigt, betonte Direktorin Dr. Doris Fischer bei der Buchpräsentation. Dies sei Anlass gewesen, Torhäuser als wichtiges Element der Burgenarchitektur zu untersuchen.

Ausgehend von den Forschungen zum Torhaus von Burg Ranis und den daraus entwickelten allgemeinen Fragestellungen widmete sich eine Tagung im Frühjahr 2024 der speziellen Baugattung des Torhauses. Der Tagungsband vereint die Beiträge dieses Fachtags. Neben einer Einführung zum historischen Rahmen, in dem sich Torhäuser entwickelten, fragen Überblicke und Einzeluntersuchungen zu Beispielen aus Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen und Franken nach überregionalen Traditionen und lokalen Lösungen für die Bauaufgabe des Torhauses.

Dr. Michael Kirchschlager, Geschäftsführer der DBV, würdigte die Publikation als außergewöhnlich spannenden Tagungsband, der in hervorragender Zusammenarbeit zwischen STSG und DBV zustande gekommen sei.

Torhäuser auf Burgen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, Veröffentlichungen der Deutschen Burgenvereinigung e. V., Reihe A: Forschungen, Band 26, in Kooperation mit der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Braubach 2025, ISBN 978-3-949843-06-8, 182 Seiten, 28,00 Euro

Burgen im Wandel – Gestalt und Funktion wehrhafter Architektur

Thüringen ist ein Land der Burgen. Die ganze Bandbreite vom Bodendenkmal über die Burgruine und die zum Schloss ausgebaute Burg bis zum Zeugnis der Burgenromantik ist hier in großer Zahl und Dichte vorhanden. Dynastien wie die Landgrafen von Thüringen, die Wettiner, die Reußen und die Schwarzburger haben ihre Spuren in der Kulturlandschaft hinterlassen. Auch heute wirkt der „Mythos Burg“ noch nach und übt auf verschiedene Weise Faszination auf Menschen aus.

Die Burgen dienten dem Landesausbau und der Herrschaftssicherung, aber auch der Repräsentation und der Hofkultur. Sie sind Zeugen von Konkurrenz und Auseinandersetzungen, vom Wandel der Baustile und der Wehrtechnologien, von veränderten Ansprüchen und Funktionen. Eindrucksvoll prägen sie weithin sichtbar Orte und Landschaften. Nicht zuletzt sind sie durch ihre romantische Verklärung im 19. Jahrhundert auch Sehnsuchtsorte. Der Band geht Aspekten des Burgenbaus, der höfischen Kunst und Kultur des Mittelalters sowie dem Funktionswandel in der Frühen Neuzeit bis hin zu Burgenromantik und Burgendenkmalpflege nach. Weitere Beiträge widmen sich Forschungsthemen zu Objekten der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Einen Schwerpunkt bildet dabei Schloss Wilhelmsthal.

Burgen im Wandel – Gestalt und Funktion wehrhafter Architektur, Jahrbuch der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Band 28, Regensburg 2025, 256 Seiten, ISBN 978-3-7954-9035-5, 34,95 Euro

Abbildung:
– STSG-Direktorin Dr. Doris Fischer und DBV-Geschäftsführer Dr. Michael Kirchschlager mit den beiden Neuerscheinungen, Foto: STSG, Franz Nagel

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