Kulturminister besucht Schloss Sondershausen

Der Thüringer Kulturminister Christian Tischner hat im Rahmen seiner „KulTour“ Schloss Sondershausen besucht. Bei einem Rundgang informierte sich Tischner unter anderem über die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen im Sonderinvestitionsprogramm I (SIP I) der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG). Das Residenzschloss profitiert in besonders hohem Maß vom SIP I. Insgesamt vier Projekte werden in der Schlossanlage umgesetzt, die neben dem Denkmalerhalt Verbesserungen für Nutzungen und Brandschutz mit sich bringen. 

Während die ersten beiden Projekte – die Fenstersanierung am Westflügel und die Errichtung einer neuen Löschwasserzisterne samt Sanierung eines Teils des Entwässerungsnetzes – bereits abgeschlossen sind, sollen ab Sommer 2027 die Sanierung des Jägerhauses für die Nutzung durch die Thüringer Landesmusikakademie Sondershausen und die Sicherungsmaßnahmen am Alten Nordflügel starten.

Kulturminister Christian Tischner sagte: „Schloss Sondershausen ist ein kultureller Leuchtturm in Nordthüringen. Hier wirken gebautes Erbe, fürstliche Sammlungen und die Pflege von Musik als einem zentralen immateriellen Erbe kongenial zusammen. Wenn wir in den Erhalt investieren, profitieren das Gebäude selbst, aber eben auch die Institutionen, die für musikalische und historische Bildung sorgen. Mit dem Sonderinvestitionsprogramm I investieren Bund und Land deshalb gemeinsam in einen unschätzbaren gesellschaftlichen Wert.“

Dr. Doris Fischer, Direktorin der STSG sagt zu den Sanierungsschwerpunkten: „Das Sonderinvestitionsprogramm I gibt uns die Möglichkeit, auf Schloss Sondershausen die dringlichsten Aufgaben anzugehen. Am Jägerhaus und den Dächern der Alten Flügel geht es tatsächlich um die Rettung von Substanz. Dabei haben wir neben dem Bestandserhalt auch unsere Nutzer im Blick, denn das Residenzschloss-Ensemble vereint mit Schlossmuseum, Landesmusikakademie und Kreismusikschule mehrere Kulturinstitutionen unter einem Dach, als deren Partner wir uns verstehen. Neben dem Substanzerhalt am Schloss haben die Projekte deshalb auch wesentliche Nutzugsverbesserungen zum Ziel.“

Die Belastungen und Schäden am Alten Nordflügel sind umfangreich und komplex. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichtet, wurde der Schlossflügel im Lauf der Jahrhunderte aufgestockt und das ursprüngliche Baugefüge durch Umbauten an Dach, Decken und Wänden durcheinandergerüttelt und belastet. Zusammen mit schwierigen Baugrundverhältnissen, starken Bodensetzungen – bedingt durch den regionalen Bergbau – und hohen Nutzungslasten entstanden große Schäden, die in Wechselwirkung miteinander stehen. Aufgrund der komplexen Schäden wurden in den vergangenen Jahrzehnten Notsicherungen in den Schlossräumen von der Schlosskirche bis zum Keller notwendig. Große Bereiche des Alten Nordflügels mussten bereits beräumt werden. Im Rahmen des SIP I soll das statische Gefüge der Baukonstruktion gesichert werden.

Am Jägerhaus haben intensive Nutzung, Umbauten und eingedrungene Feuchtigkeit zu starken Schäden an der Bausubstanz geführt. Ein besonderer Schwerpunkt bei der Gesamtsanierung wird auf neue Nutzungsperspektiven für das über 200 Jahre alte Gebäude gelegt, das lange nicht mehr nutzbar war. Künftig soll es als Gästehaus für die Thüringer Landesmusikakademie Sondershausen dienen.

Das SIP I der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hat ein Volumen von 200 Millionen Euro, die Bund und Land jeweils zur Hälfte bereitstellen. Mit diesem Programm kann die STSG wesentliche Sanierungsschritte für viele ihrer Liegenschaften erreichen. Das SIP I ist in 23 Einzelprojekte in Kulturdenkmalen in ganz Thüringen aufgeteilt, die unabhängig voneinander vorangetrieben werden. Für die Sanierungsmaßnahmen auf Schloss Sondershausen stehen im Programm insgesamt rund 19 Millionen Euro bereit.

Foto von links nach rechts Dr. Bernd Uwe Althaus (Staatssekretär für Bildung im TMBWK) , Silvia Wagner (Leiterin der Abteilung Bauten und Gärten STSG), Thomas Kramer (stellvertretender Direktor STSG), Christian Tischner (Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur), Dr. Carolin Schäfer (Museumsleiterin Schlossmuseum Sondershausen), Claudia Langhammer ( Stabsstelle Kultur, Tourismus und Wirtschaftsförderung Stadt Sondershausen, Steffen Grimm (Bürgermeister Stadt Sondershausen)

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