Residenzschloss Weimar

Ensemble Bastille

Wehrhaft erhebt es sich vor dem Weimarer Residenzschloss – das Ensemble Bastille. Es ist der älteste Teil des Schlosses, Überbleibsel des frühzeitlichen Schlosses Hornstein und sichtbares Zeichen dynastischer Altehrwürdigkeit. Alle Zerstörungen hat die Bastille weitgehend unbeschadet überstanden. Das Ensemble setzt sich aus dem Torhaus, dem Schlossturm sowie dem Hofdamenhaus zusammen. Zahlreiche Details veranschaulichen den Wandel von der Burg zum Schloss sowie die Nutzung des Torhauses als landesherrliches Gerichts- und Verwaltungsgebäude.

Auf einen Blick

Adresse

Präsentation „Bach in Weimar“ im Torhaus
Burgplatz 4
99423 Weimar
T: 03643 – 54 54 00
E-Mail

Öffnungszeiten

Präsentation „Bach in Weimar“ im Torhaus
Di bis So von 10 – 17 Uhr
ganzjährig (Weihnachten, Silvester und Neujahr ausgenommen)

Trutziges Symbol der Macht

Im Bogen über dem Torhaus der Bastille lässt sie sich noch erkennen, die einstige Macht der Ernestiner. Die gekreuzten Schwerter waren das sichtbare Symbol ihrer Kurfürstenwürde. In der Reformation, im Schmalkaldischen Krieg, ging den Ernestinern jedoch ebendiese verloren, genauso wie ihr Stammschloss und ein großer Teil ihres Herrschaftsgebiets. Herzog Johann Friedrich I. von Sachsen machte Weimar ab 1547 daher zu seinem neuen Stammsitz und dauerhaften Residenz. Und auch wenn die Kurfürstenwürde verloren war, so beließen Johann Friedrich und seine Nachfolger das sächsische Kurwappen doch stets am Torhaus, wo es auch heute noch für Besucher sichtbar ist.

Unerschütterlich in Grau und Gelb

Die Bastille ist der älteste Teil des Weimarer Residenzschlosses, die Gebäude sind die Überbleibsel des Schlosses Hornstein. Dieses war in der Mitte des 16. Jahrhunderts von einer mittelalterlichen Burg zum Renaissanceschloss ausgebaut worden. Im Zuge der damaligen Umbauarbeiten erhielt das Torhaus seine markanten Ziergiebel sowie das repräsentative Westportal. Heute ist das Ensemble Bastille dem großen, klassizistisch geprägten Residenzschloss vorgelagert, und fällt vor allem durch seinen wehrhaften Charakter, die graue Fassade und die gelb umrandeten Fenster auf. Das Ensemble setzt sich aus dem Schlossturm und dem Hofdamenhaus zusammen, sowie dem bereits erwähnten Torhaus. Dieses fungierte in früheren Zeiten als zentraler Zugang zur Anlage. Anders als das Residenzschloss überstand die Bastille die verheerenden Brände von 1618 und 1774 weitgehend unbeschadet. Während das Residenzschloss nach den Zerstörungen wieder aufgebaut und umgestaltet wurde, blieb die Bastille unangetastet. Stattdessen wurde es in die neuen Anlagen integriert. Der Schlossturm wurde 1729 erhöht und mit einer eleganten Schweifkuppel und Laterne versehen. Aus dieser Zeit stammen die noch heute zu besonderen Anlässen geläuteten Turmglocken.

Johann Sebastian Bach: ein berühmter Gefangener

Im Torhaus lassen sich auf diese Weise noch die Spuren der frühneuzeitlichen Nutzung erkennen. So diente das Gebäude als landesherrlicher Gerichts- und Verwaltungssitz. Im Gerichtssaal wurden Reste von Wandmalereien des 16. Jahrhunderts freigelegt, die den Regenten als den obersten Wahrer des Rechts im Staat darstellen dürften. Im Rentamt hat sich, eingelassen in die Wand, einer der größten Tresore des 16. Jahrhunderts erhalten. Im Keller befinden sich die Arresträume, die zum Teil noch heute mit Sitzbänken und Anker-Ösen für die eisernen Fesseln ausgestattet sind.

Der wohl berühmteste Insasse war ein Mann namens Johann Sebastian Bach. Der Komponist war inhaftiert worden, nachdem er eine Stelle am Hof Fürst Leopolds von Köthen angenommen hatte, allerdings ohne die Zustimmung seines bisherigen Arbeitsgebers. Vier Wochen ließ ihn Herzog Wilhelm Ernst in der Landrichterstube festsetzen. Die Stiftung saniert das Ensemble Bastille mit dem Ziel, es als „sprechendes Denkmal“ und Geschichtserlebnis zugänglich zu machen. In den Ausstellungsräumen soll unter anderem die ältere Geschichte des Schlosses bis hin zur Klassik präsentiert werden. Aktuell ist dort die multimediale Ausstellung „Bach in Weimar“ eingerichtet.

Verwaltung

Schlossverwaltung Oberschloss Kranichfeld
Am Oberschloss 1a
99448 Kranichfeld
T: 03 64 50 – 3 04 60
E-Mail

Lesenswert zum Residenzschloss Weimar

Burgen und Schlösser in der Nähe