Im malerischen Werratal, rund 17 Kilometer westlich von Eisenach, zeigt sich nicht nur eine Burg – sondern gleich zwei. Die Brandenburg bei Lauchröden gehört zu den größten Doppelburganlagen Mitteldeutschlands. Die Anfänge der markanten Burganlage reichen vermutlich in das Jahr 1200 zurück. Die Hauptbauzeit fällt in das 13. bis 15. Jahrhundert. Heute sind von der Anlage zwar nur noch Ruinen erhalten, diese sind aber nicht minder imposant. Von den mächtigen Mauern eröffnet sich den Besuchern ein herrlicher Ausblick hinab ins Tal der Werra und hinauf zu den Höhen des Rennsteigs.
Burgmuseum
April bis September
Sonn- und Feiertage 11 – 17 Uhr
Park/Garten
ganzjährig geöffnet
Das Geleit der Brandenburg
Sie ist nicht zu übersehen und prägt das Landschaftsbild des mittleren Werratals – die Ruine Brandenburg bei Lauchröden. Sie gilt als die größte Doppelburg Thüringens und ist zugleich eine der ältesten Burgen des Landes überhaupt. Dabei ist über ihre frühe Entstehungsgeschichte nur wenig bekannt. Was man aber weiß, ist, dass ganz in der Nähe die „Via Regia“ verlief. Die West-Ost-Verbindung zählte im Mittelalter zu den wichtigsten und bedeutendsten Handelsstraßen. Die „Via Regia“ sollte in der Geschichte der Burg noch eine wichtige Rolle spielen. Denn die Grafen von Wartberg hatten das sogenannte Geleit inne. Sie hatten also die Pflicht, vorbeiziehende Handelszüge sicher nach Eisenach zu geleiten – natürlich gegen entsprechende Entlohnung. Ihren Namen hatten die Grafen vermutlich durch das ihnen verliehene Burggrafenamt auf der Wartburg erhalten. Ab 1224 benannten sie sich nach ihrer neuen Residenz, der Brandenburg. Zu ihren besten Zeiten genossen die Grafen von Wartberg hohes Ansehen. Das zeigt sich unter anderem daran, dass zwei Familienmitglieder im Jahr 1227 den Landgrafen auf dem Kreuzzug ins Heilige Land begleiteten. Doch weder der Landgraf noch Ludwig II. von Wartberg kehrten zurück. Daraufhin wurde das Burggrafenamt nicht mehr besetzt und die Familie verlor ihren Einfluss. Nach 1435 ist der Name der Wartbergs nicht mehr nachgewiesen.
Oberhaus und Niederhaus
Die Doppelburganlage besteht zum einen aus der westlichen Burg. Sie wird auch Niederhaus genannt und ist zum Werratal hin ausgerichtet. Ihr markantestes Gebäude ist der runde Bergfried. Noch heute wird die Burg mit einem Torhaus und einer starken Mauer gesichert.
Zum anderen besteht die Burganlage aus der östlichen Burg, auch Oberhaus genannt. Dieser Teil der Anlage orientiert sich zur ansteigenden Höhe des Rennsteigs hin und ist von einer Ringmauer umgeben. Das Oberhaus setzt sich aus zwei Bereichen zusammen. Im westlichen Abschnitt befindet sich der mächtige Bergfried aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der 18 Meter hohe Turm hat eine markante Gestaltung. So ist er im unteren Teil sechseckig gemauert, im oberen Teil dagegen rund. Im östlichen Teil des Oberhauses sind Mauerreste des Berings, der Zisterne, des spätmittelalterlichen Palas und der frühneuzeitliche Wohnturm (Kemenate) erhalten.
Den Verfall gestoppt
Seit dem Dreißigjährigen Krieg verfielen die Burgen und verkamen zu einem öffentlichen Steinbruch. Erst Großherzog Karl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach verbot 1841 per Erlass „das unbefugte Ausbrechen von Bausteinen“. Zu DDR-Zeiten lag die Doppelburg in unmittelbarer Nähe zur deutsch-deutschen Grenze und war daher für die Öffentlichkeit gesperrt. Nach dem Ende der DDR konnten erste Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen eingeleitet werden, die später fortgeführt wurden. Heute ist die Burg frei zugänglich und ermöglicht Besuchern einen herrlicher Ausblick ins Werratal.
Die Schloss- und Parkanlage Wilhelmsthal befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Eisenach und dem Rennsteig. Herzog Johann Wilhelm von Sachsen-Eisenach ließ hier ab 1698 eine nach ihm benannte barocke Jagd- und Lustschlossanlage erbauen. Der von Schlossbauten umstandene Anger in Ost-West-Ausrichtung wurde um eine Gartenachse mit nördlichen und südlichen Anlagen ergänzt. Im Schnittpunkt beider Achsen befand sich das Alte Schloss als Corps de Logis. Gebäude und Gartenanlagen wurden durch einen künstlich angelegten See ergänzt. Nach dem Aussterben der Eisenacher Linie fiel Wilhelmsthal an Ernst August von Sachsen-Weimar-Eisenach, der den Architekten Gottfried Heinrich Krohne mit Umbauarbeiten beauftragte.
Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach ließ ab 1795 die barocke Gartenanlage nach seinen eigenen Vorstellungen zu einem weitläufigen Landschaftspark verändern. Mit dem Neuen Schloss wurde zeitgleich ein neuer westlicher Abschluss geschaffen. Unter Großherzog Carl Alexander gestaltete der Hofgärtner Hermann Jäger den Landschaftspark ab 1853 nach Entwürfen von Fürst Hermann von Pückler-Muskau um. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Schloss ein Kinderdorf eingerichtet. Ab 1992 blieb Wilhelmsthal ungenutzt. 2009 wurde die Schloss- und Parkanlage Wilhelmsthal der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten übertragen. Seither werden am Schlossensemble und im Park Sanierungsarbeiten durchgeführt.
Schloss Altenstein mit dem 160 Hektar großen Landschaftspark gehört zu Bad Liebenstein, einem traditionsreichen Kurort in Thüringen. Der Park wurde ab 1798 um den barocken Vorgängerbau des heutigen Schlosses angelegt. Unter dem als Theaterherzog bekannten Georg II. von Sachsen-Meiningen wurde das Schloss von 1888 bis 1890 nach dem Vorbild englischer Landhäuser umgestaltet. Trotz erheblicher Verluste durch einen Brand 1982 im Inneren des Gebäudes ist das Schloss Altenstein ein architektonisches Glanzstück.
Im Park haben drei wesentliche Entwicklungsabschnitte landschaftlicher Gartengestaltung sichtbaren Niederschlag gefunden. Die Gartenarchitekturen des frühen, sentimentalen Landschaftsparks sind mit den großen, raumfassenden Bezügen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie der detailreichen Ausgestaltung mit Blumenbeeten und Skulpturen im Historismus zu einem Gesamtkunstwerk zusammengewachsen. An der Gestaltung des Parks waren die Gartenkünstler Hermann Fürst von Pückler-Muskau, Eduard Petzold und Peter Joseph Lenné beteiligt.
Verwaltung
Schlossverwaltung Schloss Altenstein Altenstein 4 | Kavaliershaus 36448 Bad Liebenstein T: 03 69 61 - 7 02 22 E-Mail
Abenteuer im Park Altenstein mit dem Entdeckerrucksack und Drache Bruno
Der Drache Bruno sucht in einem der schönsten Landschaftsparks Deutschlands seine Schwester. Schnappt Euch euren Entdeckerrucksack im Besucherzentrum und begleitet ihn bei seiner Suche! Es geht vorbei an beeindruckenden Felsen, alten Ruinen und einem majestätischen Schloss. Kompass, Fernglas, Musikinstrumente und mehr kommen bei diesem Abenteuer zum Einsatz.
Für wen? Kinder zwischen 6 und 10 Jahren, in Begleitung Erwachsener
Wo? Rund um das Schloss Altenstein, Bad Liebenstein
Wie? Entdeckerrucksack im Besucherzentrum ausleihen und loslegen
Hör mal im Garten - Audioguide von Kindern für Kinder
Ein Streifzug mit der Schlossparkkatze durch den Altensteiner Schlosspark – dazu lädt der neue Kinder-Audioguide „Hör mal im Garten Altenstein“ ein. Die Schlossparkkatze nimmt alle Interessierten mit auf einen ca. einstündigen Rundgang durch den Innen- und Außenpark. Bereits seit 49 Katzenjahren herrscht sie über dieses große Gartenreich. An 12 Stationen haben aber auch Drachen, Gespenster und ein kleines freches Reh so einiges Wissenswertes über die historische Parkanlage zu erzählen.
Der Audioguide wurde im Rahmen eines Ferienkurses erarbeitet. Zehn Teilnehmer im Alter zwischen 10 und 17 Jahren leihen Schlossparkkatze und Co. ihre Stimmen. Sie führen Jung und Alt durch den größten Landschaftspark in Thüringen mit seinen imposanten Felsformationen, kleinen Parkgebäuden und vielen tollen Aussichtspunkten. Die spannendsten Stationen im Park wählten die Kinder und Jugendlichen selbst aus und setzten das Projekt im Rahmen eines einwöchigen Workshops um. Dazu gehörten das Schreiben der Dialoge, das Einsprechen der Texte, das Aufnehmen der Geräusche sowie die Regie beim Tonschnitt.
Das Projekt ist eine Gemeinschaftsproduktion der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, der Wartburg-Sparkasse, der Thüringer Landesmedienanstalt, des Wartburg-Radios 96,5, der Jugendkunstschule Wartburgkreis e. V. und der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten.
Über das Projekt „Hör mal!“
Das Projekt »Hör mal« ist eine Kooperation zwischen Schulen, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) und verschiedenen Institutionen als Träger historischer Gärten. In vielen Orten Thüringens produzieren Kinder und Jugendliche in einem Garten ihrer Stadt Audioguides für Kinder. Dabei sollen im Unterricht erlernte Themen vertieft und das erworbene Wissen bei den Schülern gefestigt werden. Der Lernort Schule wird erweitert und der Garten als Ort der Wissensvermittlung etabliert. Die Bindung der Schüler an ihren Heimatort wird durch dieses Projekt intensiviert.