Im Schlosspark Molsdorf kommt die Sanierung des Parkpavillons mit Umfeld im Sonderinvestitionsprogramm I (SIP I) der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) gut voran. Fachwerk und Dachstuhl des historischen Sommerhauses sind saniert. Jetzt konnte Richtfest gefeiert werden. Nach Fertigstellung 2027 soll das Kleinod für öffentliche und private Veranstaltungen nutzbar sein. Rund 4 Millionen Euro stehen für die Sanierung des Parkpavillons samt Umfeld im SIP I zur Verfügung.
Witterung, Umbauten und zu schwere Lasten haben an der Baukonstruktion und dem Dach des rund 200 Jahre alten Pavillons schwere Schäden hinterlassen. „In den letzten Jahrzehnten konnte das Kleinod nicht genutzt werden“, so Dipl.-Ing. Architektin Silvia Wagner, Leiterin der Abteilung Bauten und Gärten der STSG. „Nach der Sanierung soll das historische Sommerhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert wieder als Ort geselliger Zusammenkünfte mit Blick auf das Schloss und den Landschaftspark dienen.“
Die Sanierung begann 2025. Das Fachwerk des Pavillons musste zunächst in Teilen rückgebaut werden, Fundament und Bodenplatte wurden erneuert. Unter größtmöglichem Substanzerhalt wurden die Fachwerkinnenwände dann wiederaufgestellt und die Decken neu aufgebaut. Unterhalb des Pavillons wurden die historischen Kellergewölbe freigelegt, das Mauerwerk gereinigt und die Gewölbe instandgesetzt. „Die Handwerksarbeiten laufen sehr gut, alle sind mit Herzblut dabei. Bis auf eine kurze Unterbrechung wurde vor Ort und in der Werkstatt auch über den Winter unermüdlich weitergearbeitet“, erklärt SIP-Referatsleiterin Dipl.-Ing. Architektin Carola Niklas von der STSG. „Wenn alles weiter nach Plan läuft, können wir die Sanierung des Parkpavillons samt Umfeld im Frühjahr 2027 abschließen.“

Auch im Umfeld des Pavillons sind die Arbeiten bereits weit vorangeschritten. Die Treppe vom Schloss zum Pavillon und zur oberhalb gelegenen Dorfkirche wurde im Bestand saniert, dabei konnten weite Teile des alten Sandsteins weiter verwendet werden. Die Treppe stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert und gehört damit zu den ältesten erhaltenen Bestandteilen des Schlossgartens. Westlich vor dem Schloss wurde die Platzgestaltung mit zwei Linden wiederhergestellt. Nördlich und östlich des Pavillons wird das Gelände modelliert. Im Untergrund wurde das Leitungsnetz bereits saniert. Erste Gehölznachpflanzungen sind ebenfalls bereits erfolgt.
Der Pavillon am Hang oberhalb des Schlosses wurde 1828 als Sommerhaus über einer älteren Kelleranlage errichtet. Anfang des 20. Jahrhunderts ließ die damalige Schlossherrin Gräfin Maria Neidhardt von Gneisenau das Gebäude zur Automobilgarage umbauen. Ab den 1970er Jahren wurde der Pavillon bis 1990 als Café genutzt.
Das SIP I der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hat ein Volumen von 200 Millionen Euro, die Bund und Land jeweils zur Hälfte bereitstellen. Mit diesem Programm kann die STSG wesentliche Sanierungsschritte für viele ihrer Liegenschaften erreichen. Das SIP I ist in 23 Einzelprojekte in Kulturdenkmalen in ganz Thüringen aufgeteilt, die unabhängig voneinander vorangetrieben werden. Für Maßnahmen im Ensemble Schloss und Park Molsdorf stehen im Programm insgesamt 5 Millionen Euro bereit.
Abbildungen
- Richtkrone über der Pavillon-Baustelle im Schlosspark Molsdorf, Foto: STSG, Anke Pennekamp
- Einschlagen des symbolischen letzten Nagels am Dachstuhl des Pavillons im Schlosspark Molsdorf, Foto: STSG, Anke Pennekamp




