Nordöstlich vom Kurort Bad Liebenstein erhebt sich die gleichnamige Burgruine. Bereits vor 400 Jahre wusste der Herzog Johann Casimir von Sachsen-Coburg die heilende Wirkung des Liebensteiner Wasser zu schätzen und besuchte den Ort daher immer wieder. Heute zählt Bad Liebenstein zu den ältesten Kurorten Thüringens. Bereits 1360 waren die Herren von Stein mit der gleichnmaigen Burg belehnt worden. Heute erhebt sich die Burgruine malerisch über das hügelige Umland. In direkter Nachbarschaft befindet sich zudem das Schloss Altenstein mit seinem weitläufigen Landschaftspark.
Auf einen Blick
Baumaßnahmen
Die Burgruine Bad Liebenstein ist derzeit wegen Baumaßnahmen gesperrt.
Adressen
Burgruine mit Aussichtsturm Besucherparkplatz: Friedensallee 1
36448 Bad Liebenstein
T: 03 69 61 – 7 22 22
Burgruine mit Aussichtsturm Mai bis September: täglich 10 – 18 Uhr
Oktober bis April: Sa, So und Feiertage 10 – 16 Uhr bei guter Sicht, sonst nach Voranmeldung, als äußeres Zeichen der Öffnung ist die Fahne gehisst
Der Herzog kommt zur Kur
Schon vor mehr als 400 Jahren sagte man dem „Sauerbrunnen“ unterhalb der Burg Liebenstein eine „geheimnisvolle“ Wirkung nach. 1610 ging der Universalgelehrte Andreas Libavius diesem „Geheimnis“ auf den Grund und verfasste im Auftrag des Herzogs Johann Casimir von Sachsen-Coburg (1564–1633) eine Brunnenschrift mit dem Titel „Tractatus Medicus Physicus und Historia Deß fürtrefflichen Casimirianischen Sawer Brunnen unter Libenstein nicht fern von Schmalkalden gelegen“. Der Herzog wusste die heilende Wirkung des Wassers sehr zu schätzen. Insgesamt zehn Jahre verbrachte er in dem heutigen Kurort. Während seiner Aufenthalte residierte der Herzog mit seinem Hofstaat standesgemäß auf der Burg Liebenstein. Diese war dafür eigens vom Burgherren Hermann von Stein aufwendig ausgebaut und umgestaltet worden. Der ehemalige Burghof etwa wurde um ein weiteres Geschoss auf drei Stockwerke erhöht und die gesamte Burg vereinheitlicht. Die Fenster bekamen eine weitgehend einheitliche Form und wurden regelmäßig übereinander angeordnet. Noch heute spiegelt die Ruine den damaligen Zustand des 16. und 17. Jahrhunderts wieder. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) gab es für die Burg jedoch keine Verwendung mehr. Als dann auch noch der letzte männliche Nachkomme der Herren von Stein starb, fiel die Anlage an Herzog I. von Sachsen-Gotha. Im Jahr 1676 verließen schließlich die letzten Bewohner den Liebenstein – und so begann die Burg nach und nach zu verfallen.
Der „weise Regent“ übernimmt die Burg
Erst um 1800 ging es mit der Burg Liebenstein wieder aufwärts. Damals nahm sich Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen (1761–1803) ihrer an. Unter Zeitgenossen war Georg I. als „weiser Regent, wohlwollender Fürst und Vater des Volkes“ bekannt, als „tätiger Menschenfreund, ein Verehrer des Verdienstes, ein Gönner der Gelehrten und Künstler und ein Mann von edlem hohen Charakter“. Der so Gepriesene leitete erste Maßnahmen zur Erhaltung der Burg ein. So ließ er unter anderem die Brücke zum Eingang reparieren und die Mauerkronen sichern.
Das „feste Haus Liebenstein“
Was der Besucher heute entdeckt, ist nur ein Teil der einstmals weitläufigeren Burg. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1360. Damals war die fränkische Familie von Stein vom Landgrafen zu Thüringen mit „dem festen Haus Liebenstein“ belehnt worden. Der Kernbereich der Burg setzt sich aus dem ehemaligen Wohnturm und dem später überbauten Burghof zusammen. Teilweise haben sich die ehemaligen Zwingermauern erhalten. Die Anlage selbst erhebt sich auf einem 460 Meter hohen Berg über der Stadt Bad Liebenstein. Auf dem Weg dorthin durchqueren Besucher auch jenes Waldstück, in dem Martin Luther einst „entführt“ und zu seiner eigenen Sicherheit auf die Wartburg gebracht wurde.
Schloss Bertholdsburg erhebt sich strategisch günstig am Ende eines Höhenzugs an der einst wichtigen Handelsstraße von Erfurt nach Nürnberg. Es ist das Älteste der erhaltenen ehemaligen Residenzschlösser in Thüringen. Begründer der Residenz waren die Grafen von Henneberg, eines der ältesten Grafengeschlechter Frankens. Im frühen 13. Jahrhundert verlegten die Henneberger ihren Hauptsitz nach Schleusingen. Berthold VII. erhielt 1310 die Fürstenwürde und baute die Burg umfangreich aus. Bis in das 16. Jahrhundert wurde die Burg ständig erweitert und modernisiert. Die einst stark befestigte Burganlage wurde zum Renaissanceschloss ausgebaut. So setzt sich die Vierflügelanlage aus Baukörpern unterschiedlicher Entstehungszeiten zusammen. Mit dem Aussterben der Henneberger 1583 fiel die Grafschaft an die Wettiner, 1815 an Preußen. Damit verlor Schloss Bertholdsburg seinen Status als Residenz. Heute befindet sich im Schloss das Naturhistorische Museum.
Von der Burg zum Renaissanceschloss
Aus welcher Richtung man sich auch immer Schleusingen nähert, ein Gebäude ist nicht zu übersehen – die markante Bertholdsburg. Begründet wurde die Residenz durch die Grafen von Henneberg, einem der ältesten Adelsgeschlechter Frankens. Ursprünglich hatten diese ihren Stammsitz auf dem Henneberg nahe der Stadt Meiningen. Doch um das Jahr 1230 verlegten sie ihren Sitz nach Schleusingen, das verkehrsgünstig an der wichtigen Handels- und Heerstraße von Nürnberg nach Erfurt lag. Der Schlossneubau konnte vermutlich dank einer reichen Mitgift realisiert werden. Diese kam durch die Heirat von Graf Poppo VII. mit der Tochter des Landgrafen von Hessen zustande. Ihren späteren Namen verdankte die Burg vermutlich Graf Berthold VII. (um 1272 – 1340). Er trug den huldvollen Beinamen „der Weise“, war eine wichtige politische Persönlichkeit seiner Zeit und fungierte für mehrere Könige und Kaiser als Berater sowie als Vormund für den Sohn Kaiser Ludwigs IV. des Bayern (um 1282–1347).
Von der Burg des 13. Jahrhunderts sind heute noch einzelne Bauelemente zu sehen. Um- und Erweiterungsbauten im 15. und 16. Jahrhundert sorgten dafür, dass sich das Aussehen der Anlage ständig veränderte. Obwohl sich das Adelsgeschlecht zu dieser Zeit bereits im Niedergang befand, wurde die mittelalterliche Wehranlage zu einem vierflügeligen Renaissanceschloss ausgebaut.
Die meist dreigeschossigen Gebäude wurden durch ein Obergeschoss aus Fachwerk aufgestockt und die Türme des Schlosses erhöht. Dieses Aussehen hat sich die Bertholdsburg bis heute weitgehend bewahrt. Von den ehemals neun Türmen sind heute jedoch nur noch sieben vorhanden. Ihre Namen wie Gerichtsturm, Jungfernturm, Hexenturm oder Kapellenturm verweisen auf ihre einstige bzw. zeitweilige Funktion. Der Hauptturm ist als Aussichtsturm in den Museumsbetrieb eingebunden. Nach dem Tod des letzten Henneberger Grafen im Jahr 1583 fielen fast alle Besitzungen an die Wettiner und später an Preußen, woraufhin Schleusingen seinen Residenzstatus verlor. Da die sächsischen und preußischen Schlossherren nun nicht mehr in Schleusingen residierten, zeigten sie auch kein Interesse daran, die Anlage umzugestalten. So blieb das Schloss im ursprünglichen Renaissancestil erhalten.
Herkules in Großformat
Die bedeutendsten erhaltenen Innenräume befinden sich im ersten Obergeschoss des Nordflügels. Dort erwarten Besucher unter anderem ein Saal mit floral stuckierter Decke und ein gewölbter Raum mit gelben und schwarzen Seccomalereien aus der Zeit um 1600. Großformatige Szenen zeigen die Heldentaten des antiken Helden Herkules. Es handelt sich um einen der größten profanen Bilderzyklen in Mitteldeutschland. Heute beherbergt das Schloss das Naturhistorische Museum, das seinen Besuchern drei Dauerausstellungen präsentiert – zur Regionalgeschichte, Geologie sowie zur Naturkunde, darunter bedeutende Fossilien- und Mineraliensammlungen.
Zwischen Weimar und Rudolstadt, oberhalb der kleinen Gemeinde Ehrenstein, erhebt sich die eindrucksvolle gleichnamige Burgruine. Einst residierten auf dem Berg die Grafen von Schwarzburg. Nach diversen Besitzerwechseln wurde die Burg Ende des 17. Jahrhunderts aufgegeben. Bemerkenswert sind die kompakte Bauform der Anlage sowie die abgerundeten Ecken. Schon von weitem kann man den 25 Meter hohen, viereckigen Bergfried erblicken.
Mit königlichen Ehren
Als „hus zcu dem erinstein“ – so wird die Burg Ehrenstein in ihrer ältesten Nennung aus dem Jahr 1346 bezeichnet. Die Burg gehörte damals den Grafen von Schwarzburg, erbaut wurde sie vermutlich von Günther XXI. (1301–1349). Dieser ging in die Geschichtsbücher ein, als er sich als Kandidat der Wittelsbacher für die Nachfolge Ludwigs des Bayern aufstellen ließ.
Am 30. Januar 1349 wurde Günther in der Reichsstadt Frankfurt tatsächlich zum deutschen König gewählt. Damit wurde er zum Gegenspieler Karls IV., dessen Wahl von den Wittelsbachern nicht anerkannt worden war. Am Ende konnte Karl IV. den Machtkampf für sich entscheiden. Diplomatisches Geschick, militärische Überlegenheit und eine tödliche Erkrankung führten schlussendlich zu Günthers Verzicht auf die Krone.
Obwohl sie Gegner waren, veranlasste Karl, dass der Verstorbene im Frankfurter Dom beigesetzt wird, mit allen königlichen Ehren.
Die Burg mit den runden Ecken
Als Bauherr hat Günther vermutlich nicht nur auf dem Ehrenstein seine Handschrift hinterlassen, sondern unter anderem wohl auch auf der Burg Liebenstein im Ilmkreis. Die beiden Anlagen entstanden in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Sie zeichnen sich durch ihre Schlichtheit in der Form sowie durch ihre Reduktion auf die wesentlichen Funktionsaspekte aus. Auffällig sind die kompakte Bauform sowie die abgerundeten Ecken, für die eigens Steine zugehauen wurden.
Die runden Ecken waren aber wohl weniger der Wehrhaftigkeit geschuldet, als vielmehr der Optik. Der älteste Teil der Burg Ehrenstein ist der Kernbereich. Er erhebt sich auf dem höchsten Punkt des Bergsporns und setzt sich aus einem Turm sowie dem dreigeschossigen, fast 30 Meter langen Wohnbau zusammen.
Dem Kernbereich gegenüber steht der Bergfried. Mit einer Höhe von etwa 25 Metern ist der markant viereckige Turm schon von weither sichtbar. Umgeben ist die Anlage von einem zwölf Meter breiten Halsgraben. Dieser künstlich angelegte Graben sollte die Burg vor Angreifern schützen.
Der Kreis schließt sich
Über mehrere Jahrhunderte befand sich der Ehrenstein im Besitz der Familie von Schwarzburg. Auf sie folgten die Grafen von Gleichen, die die Burg aber aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nicht dauerhaft halten konnten. Es folgten weitere Besitzerwechsel, bevor die Anlage 1610 schließlich wieder an die Schwarzburger ging. Damit schloss sich zwar der Kreis, doch die Burg befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits in einem desolaten Zustand.
Zeitweise wurde sie noch als Sitz für den Amtmann genutzt, doch der Niedergang konnte nicht aufgehalten werden, und so wurde die Anlage Ende des 17. Jahrhunderts schließlich aufgegeben und der Dachstuhl abgenommen. Damit war die Burg Ehrenstein offiziell zur Ruine geworden.