Die Park- und Gartenanlagen rund um Schloss Friedenstein sind ein Zeugnis verschiedener Epochen der Gartenkunst und in dieser Komplexität einmalig in Thüringen. Gleich zwei Besonderheiten birgt der Herzogliche Park in Gotha – einen späten Barockgarten und einen der frühesten Landschaftsparks nach englischem Vorbild.
Auf einen Blick
Adresse
Schlossmuseum mit Kunstkammer, Museum der Natur und Historisches Museum, Herzogliches Museum Schlossplatz 1 | Schloss Friedenstein
99867 Gotha Website
Fördervereine
Freundeskreis Kunstsammlungen Schloss Friedenstein Gotha e.V Website
Schlossmuseum mit Kunstkammer, Museum der Natur und Historisches Museum, Herzogliches Museum
Mo, Di geschlossen (ausgenommen Feiertage)
November bis März 10 – 16 Uhr
April bis Oktober 10 – 17 Uhr
24.12. und 31.12. geschlossen
Park/Garten
Parkanlagen frei zugänglich
Schlosskirche im Rahmen von Gottesdiensten und Veranstaltungen
Kasematten tägliche Führungen
Der Englische Garten
Eine neue Qualität erlangten die zum Schloss gehörenden Gärten unter der Regierung von Fürst Ernst II., der sein Amt 1772 antrat. Nur 20 Jahre nach der kostspieligen Anlage noch ganz vom Gartenverständnis des Barock geprägten Gartenareals hielt in Gotha bereits eine neue Epoche Einzug. Der Englische Garten südlich des Schlossbergs gilt neben Wörlitz als frühester Landschaftspark auf dem europäischen Festland. Diese Sensation ist der fortschrittlichen Gesinnung Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg zu verdanken, der mit John Haverfield aus Kew Gardens einen Gartenkünstler direkt aus dem Mutterland der Landschaftsgartenkunst nach Gotha holte. Nach dessen Plänen entstand ein Park mit geschwungenen Wegen, wechselnden lebendigen Landschaftsbildern und einem See, der sich nie ganz überschauen lässt.
Im 19. Jahrhundert wurde das ganze Schlossareal weiträumig gestaltet, die einzelnen Anlagen wuchsen zum Herzoglichen Park zusammen. Auf der Fläche des einstigen Küchengartens wurde 1864 das Naturkundemuseum erbaut. Die erst im 20. Jahrhundert angelegten Flächen nördlich und südlich vor den Auffahrten zum Schloss wurden mehrfach umgestaltet.
Orangerieparterre mit Orangenhaus und Lorbeerhaus
Eine der ältesten noch erhaltenen Gartenanlagen von Schloss Friedenstein ist der ab 1747 östlich vom Schloss entstandene Orangeriegarten. Das Orangerieparterre am östlichen Schlossberg von Schloss Friedenstein wurde 1749 angelegt, streng symmetrisch und in regelmäßigen Formen, flankiert von Treibhäusern und repräsentativen Bauten zur Überwinterung der exotischen Pflanzen. Im Sommer standen die unzähligen wertvollen Kübelpflanzen, darunter verschiedene Zitrussorten und die in Gotha mit besonderer Hingabe gezüchtete Ananas, im Gartenparterre aufgereiht wie in einem Amphitheater.
Garten
Die Festungsanlagen wurden ab 1772 zum großen Teil abgetragen, was auch Platzgewinn für das Anlegen von Gartenanlagen bedeutete. Der erste verbürgte Garten war der sogenannte Schlosswallgarten vor der Ostseite des Schlosses. Er verschwand vermutlich mit der Entfestigung im Jahr 1772. Eine der ältesten noch erhaltenen Gartenanlagen von Schloss Friedenstein ist der ab 1747 östlich vom Schloss entstandene Orangeriegarten. Eine neue Qualität erlangten die zum Schloss gehörenden Gärten unter der Regierung von Fürst Ernst II., der sein Amt 1772 antrat. Von einer Englandreise reichlich mit Anregungen ausgestattet, ließ er einen Englischen Garten anlegen, dessen Zentrum ein langgezogener Teich ist. Auf der Fläche des einstigen Küchengartens wurde 1864 das Naturkundemuseum erbaut. Die erst im 20. Jahrhundert angelegten Flächen nördlich und südlich vor den Auffahrten zum Schloss wurden mehrfach umgestaltet. Die Park- und Gartenanlagen rund um Schloss Friedenstein sind ein Zeugnis verschiedener Epochen der Gartenkunst und in dieser Komplexität einmalig in Thüringen.
Schloss Friedenstein ist eine der kunst- und kulturhistorisch bedeutendsten Schlossanlagen Thüringens. Nach Gründung des Herzogtums Sachsen-Gotha 1640 wurde es von 1643 bis 1656 unter Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha, genannt der Fromme, erbaut. Die weithin sichtbare schlichte Dreiflügelanlage von Schloss Friedenstein wurde immer wieder umgebaut und neu ausgestattet. Sie beherbergt Raumkunstwerke vom Barock bis zum Historismus.
Östlich, südlich und westlich des Schlosses erstreckt sich ein weitläufiger Park. Die beiden wichtigsten Bereiche der Anlage, der Orangeriegarten und der Englische Garten, gehen auf das 18. Jahrhundert zurück.
Im Schloss ist die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha mit dem Schlossmuseum, dem Museum der Natur, dem Historischen Museum und dem Ekhof-Theater untergebracht, hinzu kommt die Forschungsbibliothek Gotha.
Hör mal im Garten - Audioguide von Kindern für Kinder
Kinderaugen sehen anders – auch den Herzoglichen Park Gotha. Nun kann man sich den Garten aus ihrer Perspektive erklären lassen. Im Projekt „Hör mal im Garten“ erstellt eine Schülergruppe der Arnoldischule Gotha einen Audioguide für Kinder. Förderer und Projektpartner der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten sind die Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen und die Thüringer Landesmedienanstalt. Der Audioguide vermittelt die großen und kleinen Pflanzen, die Geschichten und Besonderheiten des Herzoglichen Parks und der Herzoglichen Orangerie kindgerecht.
Mit Unterstützung der Kooperationspartner planten die Schüler den Produktionsprozess und setzten ihn um. Von der Themenauswahl und der Textproduktion über die Anlage des Konzepts bis hin zur Aufnahme der Tonspuren und Geräusche waren die Schüler tonangebend und verantwortlich.
Das Projekt »Hör mal« ist eine Kooperation zwischen Thüringer Museen, Schulen, der Sparkassen- Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM). In vielen Orten Thüringens produzieren Kinder und Jugendliche in einem Museum ihrer Stadt Audioguides für Kinder. Dabei sollen im Unterricht erlernte Themen vertieft und das erworbene Wissen bei den Schülern gefestigt werden.
Der Lernort Schule wird erweitert und das Museum als Ort der Wissensvermittlung etabliert. Die Bindung der Schüler an ihren Heimatort wird durch dieses Projekt intensiviert.
In einer Senke der Gera südwestlich von Erfurt liegt Schloss Molsdorf. Hier gab es spätestens im 16. Jahrhundert eine der wenigen Wasserburgen Thüringens als Vorgängerbau des heutigen Schlosses. Der aus bürgerlichem Stand zum Reichsgrafen aufgestiegene Diplomat Gustav Adolf von Gotter (1692 – 1762) kaufte Schloss Molsdorf 1734 als repräsentativen Landsitz. Er ließ die alte Schlossanlage in einen rechteckigen Vierflügelbau mit repräsentativer Südfassade umbauen.
Abgesehen von geringen Umgestaltungen unter der Gräfin von Gneisenau Anfang des 20. Jahrhunderts blieb es nahezu unverändert erhalten. Der barocke Garten hingegen wurde von 1789 bis 1825 nach den Prinzipien des frühen Landschaftsgartens umgestaltet. Heute beherbergt Schloss Molsdorf das Schlossmuseum sowie den Nachlass des Thüringer Malers und Grafikers Otto Knöpfer (1911 – 1993) und eine umfangreiche Erotika- Sammlung.