Bundesweiter Zukunftstag historische Gärten
Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten lädt zum Fotowettbewerb
Mit einem bundesweiten Zukunftstag historische Gärten machen am 26. September die Arbeitsgemeinschaft deutscher Schlösserverwaltungen (AGDS) auf den besonderen Wert historischer Gartenkunstwerke und die Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam und klären über Strategien zur Klimaanpassung auf. Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) lädt zu einem Fotowettbewerb „Mein schönster Platz im Grünen – Lieblingsplätze in Thüringer Parks und Gärten“ ein. Die Gäste-Aktion soll zeigen, dass die Folgen des Klimawandels in historischen Parks und Gärten besonders sichtbar werden, weil mit den beliebten Anlagen zugleich Naturschätze und Kulturdenkmale gefährdet sind.
In Thüringen sind Besucherinnen und Besucher aufgerufen, ihren Lieblingsplatz oder einfach einen besonders reizvollen Ort in einem historischen Park oder Garten zu fotografieren. Die Fotos sollen in einem dieser Gartendenkmale entstehen: Schlosspark Altenstein, Dornburger Schlossgärten, Herzoglicher Park Gotha, Fürstlich Greizer Park, Schlosspark Molsdorf, Schlossgarten Heidecksburg Rudolstadt, Schlossgarten Bertholdsburg Schleusingen, Terrassengarten Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, Gartenparterre Schloss Schwarzburg, Schlosspark Sondershausen, Garten am Kirms-Krackow-Haus Weimar, Schlosspark Wilhelmsthal.
Fotos können zum 27. September 2026 per Instagram oder Facebook als Direktnachricht an @schloesserstiftung.thueringen oder per E-Mail an fotothek@thueringerschloesser.de gesendet werden. Die STSG veröffentlicht das schönste und aussagekräftigste Foto und prämiert es mit einem kleinen Geschenk – also Postadresse nicht vergessen.
Folgen des Klimawandels für Gartendenkmale
Der Klimawandel hat gravierende Auswirkungen auf historische Gartendenkmale. Trockenheit, Starkregen und extreme Sturmereignisse prägen zunehmend die Parks auch in Thüringen. Während Trockenheit meist langfristig ihre verheerende Wirkung entfaltet, sorgen Unwetter für akute Verluste. Zuletzt hat im Juli im Schlosspark Altenstein binnen weniger Minuten mehr als 60 Bäume umgerissen und damit eine Schneise ins Gartenkunstwerk geschlagen. Im Herzoglichen Park Gotha wurden im Juli zahlreiche Wege durch Starkregen bis zu 50 Zentimeter tief ausgespült.
Neben den nur mit großem Aufwand zu behebenden Schäden sind vor allem mit Sturm und Trockenheit erhebliche Gefahren für die Besucherinnen und Besucher verbunden. Deshalb nimmt die Verkehrssicherung inzwischen erhebliche Teile der Parkpflegebudgets der STSG ein. Seit 2017 haben sich die jährlichen Kosten für Baumpflege mehr als vervierfacht. Die jährlichen Totalverluste von Bäumen haben sich mehr als verdoppelt, hinzu kommt eine enorme Zunahme an abgestorbenen Ästen und Kronenteilen, die vor allem im Bereich von Wegen entfernt werden müssen. Dadurch wird zudem in wachsendem Umfang die Arbeitskraft der Parkpflegeteams gebunden, die an anderer Stelle fehlt.
Alle deutschen Schlösserverwaltungen stehen vor der gärtnerischen, denkmalpflegerischen und ökologischen Herausforderung, herausragende Meisterwerke der Gartenkunst – darunter die berühmten UNESCO-Welterbeparks in Potsdam, Weimar, Wörlitz, Kassel-Wilhelmshöhe, Brühl und Bad Muskau/Łęknica – nicht nur authentisch, sondern auch widerstandsfähig für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Vor diesem Hintergrund führt die AGDS seit mehreren Jahren ein deutschlandweites Forschungsprojekt durch, das Erfahrungswissen der Gärtnerinnen und Gärtner zur Klimaanpassung mit Erkenntnissen von Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft zusammenführt.
Der Zukunftstag rückt diese Herausforderung zum dritten Mal mit deutschlandweiten Angeboten in den Fokus. Viele historische Gartenanlagen bieten auch in diesem Jahr ein spannendes Programm aus Themenführungen, Workshops, Vorträgen, Veranstaltungen für Kinder und anderen Angeboten. Das vollständige bundesweite Veranstaltungsprogramm sowie eine umfangreiche illustrierte Broschüre zum Thema sind zu finden unter: www.klimaanpassung-gartendenkmal.de
Die Arbeitsgemeinschaft deutscher Schlösserverwaltungen
Die Arbeitsgemeinschaft deutscher Schlösserverwaltungen (AGDS), unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung gegründet, ist eine Vereinigung der in öffentlicher Trägerschaft organisierten Schlösser und Gärten von bundesweiter Bedeutung. Sie versteht sich als gemeinsame Interessensvertretung ihrer Mitglieder und als Forum zum regelmäßigen Erfahrungsaustausch in Fachgruppen und im Plenum. Die Verwaltungen der ehemals fürstlichen Schlösser und Gärten in Deutschland nehmen die Aufgaben der Erhaltung, Pflege, Erforschung und Vermittlung einzigartiger Bau- und Gartenkunstwerke von hoher kunsthistorischer und geschichtlicher Bedeutung wahrnehmen. http://www.ag-ds.de
Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft sind: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg; Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen; Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg; Staatliche Schlösser und Gärten Hessen; Hessen Kassel Heritage – Museen, Schlösser, Parks; Staatliche Schlösser und Gärten Mecklenburg-Vorpommern; UNESCO-Welterbestätte Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl; Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz; Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen GmbH; Kulturstiftung Dessau Wörlitz; Kulturstiftung Sachsen-Anhalt; Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten; Klassik Stiftung Weimar; Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau; Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz.



