Dach des Küchenbaus von Schloss Altenstein neu gedeckt

Förderung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Auf Schloss Altenstein ist das Dach des historischen Küchenbaus neu gedeckt. Dank einer Förderung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Höhe von 130.000 Euro konnte die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) für die Neueindeckung Ziegel nach historischem Vorbild eigens in einer Manufaktur anfertigen lassen. Der Küchenbau entstand im späten 19. Jahrhundert, als Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen das Schloss im Stil eines englischen Landsitzes umbauen ließ. Derzeit wird er im Zusammenhang mit der Sanierung des Schlosses im Sonderinvestitionsprogramm I der STSG wiederhergestellt. Die Dachdeckung wurde dabei als besonderes Vorhaben zusätzlich gemeinsam mit der DSD realisiert.

STSG-Direktorin Dr. Doris Fischer dankte für die gezielte Unterstützung: „Dank der großzügigen Förderung durch die Deutschen Stiftung Denkmalschutz konnten wir die nur noch in kleinen Teilen erhaltene historische Dachdeckung des Küchenbaus in historischer Manufakturqualität wiederherstellen. Herzog Georg II. legte als Bauherr viel Wert auf die Details. Mit Industrieziegeln wären wir diesem Anspruch nicht gerecht geworden. Wir freuen uns sehr, dass wir im Jahr von Georgs 200. Geburtstag das Dach entsprechend seinen ästhetischen Vorstellungen erneuern konnten.“

Lars Ludwig, Ortskurator der DSD aus Erfurt, erläutert die Motivation für die Förderung: „Am Küchenbau auf Schloss Altenstein bestand die Chance, mit eigens hergestellten Ziegeln sehr nah an die ursprüngliche Wirkung des Kleinods heranzukommen. Deshalb haben wir das Vorhaben sehr gern unterstützt. Das Ergebnis überzeugt handwerklich und in der Wirkung im Ensemble.“

Die neuen Biberschwänze wurden in der Ziegelmanufaktur Ullrich in Forst bei Bruchsal gefertigt. Nicht nur Material und Form spielten bei der Herstellung eine zentrale Rolle, auch die Farbigkeit der Glasur ist maßgeblich für die Wirkung auf dem Dach. Jeder Ziegel wurde in Handarbeit gestanzt und glasiert. So entstanden die feinen Farbabweichungen, die den Reiz des historischen Daches ausmachen und es in facettenreichem Grün leuchten lassen.

Der herzogliche Küchenbau auf der Terrasse hinter Schloss Altenstein wurde um 1890 unter Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen errichtet und war einst schmuckvoll ausgestattet. Hunderte gemusterte Fliesen mit blauen Blatt- und Blütenmotiven kamen im Inneren an die Wände, über der Küche schweift der Blick in den offenen Dachstuhl, dessen Balken teils farbig gefasst wurden. Markante Wirkung entfaltete auch das pagodenförmige Dach. Gedeckt war es mit Biberschwänzen in changierenden Grüntönen. Über 140 Jahre, die Witterung und Hausschwamm hatten am historischen Küchenbau gezehrt und große Schäden an der Holzkonstruktion hinterlassen.

Im Sonderinvestitionsprogramm I der STSG, gefördert durch Bund und Land, wird Schloss Altenstein mit Küchenbau saniert. Im Schloss steht der Innenausbau einschließlich eines Konzertsaals im Mittelpunkt. Der Küchenbau wird in seinem Bestand saniert.

Foto: Präsentation der neuen Ziegeldeckung mit (v.l.n.r.) Ortskurator Lars Ludwig von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Baureferent Philipp Brand (STSG), Ziegler Thomas Ullrich und Dr. Doris Fischer (Direktorin STSG), Foto STSG, Anke Pennekamp

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