Burg Weißensee nach dem Brand im März – Reparaturen am Palasturm und bürgerschaftliches Engagement

Nach dem Brand auf der Burg Weißensee Ende März 2026 und anschließenden Untersuchungen hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten mit den Reparaturen am Palasturm begonnen. Neben dem Verlust der Alten Küche, wo der Brand ausgebrochen war, waren auch die Haube und das Mauerwerk des angrenzenden Turms durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen worden. Unterstützt wird die Behebung der Brandschäden durch großes bürgerschaftliches Engagement. Über private Initiativen kamen Spenden in Höhe von rund 20.000 Euro zusammen. Zudem haben Experten und Firmen sofort ihre Hilfe angeboten.

Am Freitag lud die STSG die beteiligten Einsatzkräfte der Brandnacht von Feuerwehr, Polizei, dem Deutschen Roten Kreuz und dem Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V. auf die Burg ein. STSG-Direktorin Dr. Doris Fischer dankte allen Helfern und Unterstützern: „Die Untersuchungen haben noch einmal unterstrichen, wie kurz die Flammen vor einem Übergreifen auf den Palasturm und die frisch sanierte Turmhaube standen. Es ging höchstens um Minuten. Die Einsatzkräfte haben ein bedeutendes gemeinsames Kulturerbe vor einem noch größeren Unglück bewahrt. Unser großer Dank gilt deshalb allen, die in der Brandnacht vor Ort waren und ein Übergreifen der Flammen verhinderten, aber auch allen, die sich danach engagiert haben.“

Thüringens Kulturminister Christian Tischner äußerte im Vorfeld: „Die Brandnacht hat zweifellos einen bedauerlichen Verlust an Kulturschätzen mit sich gebracht, es konnte aber auch ein bedeutendes Baudenkmal des Mittelalters in Thüringen gerettet werden. Das haben wir den vielen Einsatzkräften zu verdanken, die zum großen Teil ehrenamtlich für uns alle tätig sind. Die beeindruckende Bereitschaft zu Spenden für die Behebung der Brandschäden zeigt zudem, was die Burg den Menschen in Weißensee und der Region bedeutet.“

Im Rahmen der Dankveranstaltung für die Helferinnen und Helfer wurden Spenden an die STSG übergeben, darunter eine große Spende über 12.380 Euro, die im Rahmen einer Spendeninitiative der Freiwilligen Feuerwehr Weißensee e.V. für die Burg Weißensee gesammelt wurde. „Die Anteilnahme und das große bürgerschaftliche Engagement nach dem Brand auf der Burg Weißensee haben uns sehr bewegt“, erklärt Fischer. „Wir sind den Initiatoren der Spendenprojekte und allen Spenderinnen und Spendern ausgesprochen dankbar.“

Durch den Brand war die Alte Küche, ein historisches Gebäude in der Schlossanlage zwischen Palasturm und Wagenhaus komplett ausgebrannt. Glut und Flammen schlugen gegen den Turm. Wie die anschließenden Untersuchungen zeigten, hatte die Schalung der erst 2025 fertig sanierten Turmhaube bereits stellenweise Feuer gefangen. Auch am Natursteinmauerwerk des Turms entstanden durch die Hitze und das rettende Löschwasser Schäden. Für die Reparaturen muss ein Teil der erst kürzlich frisch sanierten Turmhaube noch einmal geöffnet werden. Auch am Turmmauerwerk sind statisch-konstruktive Maßnahmen notwendig, ein Teil der Natursteine muss ausgetauscht werden.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch eines weiteren Verlusts gedacht. Beim Brand wurden mehrere hölzerne Särge der Fürstenfamilie von Schwarzburg-Rudolstadt zerstört, die das Land Thüringen als Eigentümerin der Särge 2022 in dem betroffenen Gebäude vorübergehend eingelagert hatte. Die Außenmauern der Alten Küche mussten nach dem Brand zunächst notgesichert und von verkohlten Teilen der Holzkonstruktion befreit werden. Die Beräumung des Brandschutts mit möglichen Resten der Särge wird durch das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie vorgenommen.

Pressekontakt

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