Mit einem Projekttag zum Thema „Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“ endete am Freitag auf Schloss Heidecksburg eine Projektwoche mit Schülerinnen und Schülern der 9. Klassen des Gymnasium Fridericianum Rudolstadt. Dabei waren zwei Nachfahren eines Niederländers zu Gast, die von dessen Zeit als Zwangsarbeiter in Schwarzburg berichteten. Seit Dienstag hatten die Neuntklässler Schloss Schwarzburg als außerschulischen Lernort für das Thema genutzt und das ehemalige Barackenlager am Fuß des Schlossbergs, die KZ-Gedenkstätte „Laura“ in Lehesten und das Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus in Weimar besucht.
Zum Abschluss ihrer Projektwoche „Zwangsarbeit im Nationalsozialismus – zwischen Erinnern und Vergessen“ hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, mit Wilma und Jaap Bosscha zu sprechen, den Kindern des Zwangsarbeiters Johan Wijbrandt Bosscha, der im ehemaligen Barackenlager auf einer Wiese an der Schwarza unterhalb von Schloss Schwarzburg untergebracht war, als es ab 1942 als Zwangsarbeiterlager genutzt wurde. In einem Vortrag mit anschließender Diskussion berichteten sie von den Erinnerungen ihres Vaters an den Ort und die Lebensbedingungen im Lager. Anschließend verarbeitete die Gruppe, unterstützt durch die Mal- und Zeichenschule Weimar und die Jugendkunstschule Rudolstadt/Kunstwerkstatt e.V., ihre Eindrücke und Erkenntnisse aus den Projekttagen in Kunst-Workshops.
Die Projekttage waren ein kooperatives Bildungsprojekt der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten im Rahmen ihres Bildungsprojekts „Außerschulischer Lernort Schloss Schwarzburg“, des Gymnasiums Fridericianum Rudolstadt, des Museums Zwangsarbeit im Nationalsozialismus in Weimar, der KZ-Gedenkstätte „Laura“ in Lehesten, der Weimarer Mal- und Zeichenschule e.V. und der Kunstwerkstatt e.V. Rudolstadt.
Abbildung: Dr. Anke Költsch (Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, v.l.), Patrick Metzler (KZ-Gedenkstätte „Laura“), Jaap Bosscha, Wilma Bosscha, Peter Merkel (Gymnasium Fridericianum Rudolstadt) beim Projekttag zur Zwangsarbeit im Nationalsozialismus, Foto: STSG, Franz Nagel




