Richtfest am Torhaus der Burg Ranis begangen

Am Torhaus der Burg Ranis wurde heute Richtfest gefeiert. Im Sonderinvestitionsprogramms I (SIP I) der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) werden Dach, Baukonstruktion und Fassaden des Torhauses für rund 6 Millionen Euro saniert. Die Dachsanierung erfolgt in mehreren Abschnitten, das Richtfest markiert die ersten Sanierungserfolge. 2027 soll die Bestandssanierung abgeschlossen werden.

Seit dem Jahreswechsel ist das Torhaus der Burganlage über dem Orlatal komplett eingerüstet. Unter dem Schutzdach schreitet die Sanierung des über 800 Jahre gewachsenen Torhauses mit großen Schritten voran. Am neuen Dachstuhl am Westgiebel konnte zusammen mit den am Bau beteiligten Handwerkerinnen und Handwerkern jetzt Richtfest gefeiert werden.

„Das Torhaus der Burg Ranis ist eine Schatzkiste, in jedem Winkel verbirgt sich jahrhundertealte Burggeschichte, die auch noch gut ablesbar ist“, erklärt Dr. Doris Fischer, Direktorin der STSG. „Unser Sonderinvestitionsprogramm I macht es uns möglich, dieses wirklich einmalige Gebäude für die nächsten Generationen zu bewahren. Dafür sind wir Bund und Land als unseren Förderern sehr dankbar. Das Richtfest ist ein wichtiger Meilenstein, wir sehen die ersten eindrucksvollen handwerklichen Erfolge auf dem Weg zur Bestandssicherung.“

Hinter dem westlichen Renaissancegiebel wurde in den letzten Wochen der neue Dachstuhl fertiggestellt. Parallel wurde die Dachkonstruktion am Südturm im Bestand saniert. Jetzt wird das Südturmdach wieder mit Schiefer eingedeckt. An den vier markanten Erkern der Ostseite haben ebenfalls die Zimmermannsarbeiten begonnen, im Inneren wurden zunächst die Deckenbalken saniert, jetzt steht die äußere Fachwerkkonstruktion im Fokus. Im nächsten Abschnitt der Dachsanierung wird das Tragwerk des Hauptdachs zwischen Südturm und nördlichem Hungerturm saniert.

Am westlichen Renaissancegiebel werden durch die Steinrestauratoren Gesimse und Lisenen ergänzt. Die Vorarbeiten finden in einer Bauhütte im Burghof statt. Bald beginnen auch am östlichen Giebel die Steinmetzarbeiten.

Projektleiterin Dipl.-Ing. Petra Hinreiner von der STSG freut sich über die bereits sichtbaren Sanierungserfolge: „Die guten Baufortschritte haben wir ganz entscheidend der zuverlässigen Arbeit der am Bau beteiligten Firmen und dem kompetenten Planungsteam aus Architekten, Statikern und Restauratoren zu verdanken.“

Auch im Untergeschoss des Südturms sind die Sanierungsfortschritte bereits sichtbar. Das noch aus der Romanik stammende Gewölbe konnte statisch gesichert und saniert werden. Ebenso wurde der Felsen oberhalb der Ilsenhöhle in den letzten Wochen mit Verbundankern in bis zu 4,5 Meter langen Bohrungen statisch instandgesetzt. Eine wichtige vorausgehende Maßnahme für die nun folgenden Arbeiten am Mauerwerk am südöstlichen Fuß des Torhauses.

Die Ursprünge des Torhauses der Burg Ranis reichen bis in das 12. Jahrhundert zurück. Über viele Generationen wuchs das Torhaus aus verschiedenen Gebäudeteilen zusammen, große Teile stammen noch aus dem späten 15. Jahrhundert. Ein undichtes Dach, eindringende Feuchtigkeit, die Alterung und frühere unsachgemäße Umbauten haben zu großen Schäden an der Baukonstruktion geführt. 2019 musste bereits ein Renaissancegiebel notgesichert werden. Mit den Mitteln des SIP I ist jetzt die grundlegende statische Sicherung des Kulturdenkmals möglich, in dem sich bis heute Spuren aus 800 Jahren Burggeschichte finden.

Das Sonderinvestitionsprogramm I

Das Sonderinvestitionsprogramm I der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hat ein Volumen von insgesamt 200 Millionen Euro, mit dem insgesamt 23 Sanierungsprojekte an Kulturdenkmalen in ganz Thüringen umgesetzt werden. Finanziert wird das Programm jeweils zur Hälfte vom Bund und vom Land Thüringen.

Abbildungen:
– Richtfest am Torhaus von Burg Ranis, Foto: STSG, Uta Kolano
– Zimmerermeister Sandro Treuter, STSG-Direktorin Dr. Doris Fischer, Baureferentin Dipl.-Ing. Petra Hinreiner (STSG) und Landrat Christian Herrgott (SOK) beim Richtfest am Torhaus von Burg Ranis, Foto: STSG, Uta Kolano

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