Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, hat sich am Freitag auf Schloss Heidecksburg über die Bauarbeiten im Sonderinvestitionsprogramm (SIP) der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) informiert und das Thüringer Landesmuseum Heidecksburg (TLMH) besucht. Schloss Heidecksburg ist mit einem Volumen von 39 Millionen Euro die größte Baustelle im SIP, das Bund und Land mit insgesamt 200 Millionen je zur Hälfte gemeinsam finanzieren. Die Baumaßnahmen werden in enger Kooperation der Institutionen bei laufendem Museumsbetrieb umgesetzt. Parallel zum SIP haben die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten und das Thüringer Landesmuseum Heidecksburg in den vergangenen Jahren Fördermittel des Bundes für Digitalisierungs- und Vermittlungsprojekte erhalten.
Kulturstaatsminister Weimer sagte vorab: „Kulturelles Erbe gilt es zu schützen und zu bewahren – genau das tun wir hier gemeinsam mit dem Freistaat Thüringen. Mit den Fördermitteln aus dem Sonderinvestitionsprogramm unterstützen wir die Sanierung dieses prächtigen und einzigartigen Barockschlosses und tragen zugleich dazu bei, dieses Kulturdenkmal für kommende Generationen zu erhalten. Gleichzeitig stärken wir die regionale Bauwirtschaft, insbesondere das Handwerk, dessen Fachwissen und Können bei diesem Vorhaben in besonderem Maße gefragt sind. Es freut mich sehr, dass auch unsere begleitende Projektförderung für das Thüringer Landesmuseum Heidecksburg im Bereich Digitalisierung und Vermittlung so überzeugende und nachhaltig wirksame Ergebnisse hervorgebracht hat, die Besucherinnen und Besucher bereits heute erleben können.“
Thüringens Kulturminister Christian Tischner äußerte anlässlich des Besuchs von Kulturstaatsminister Weimer bei der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten: „Ich freue mich über das Interesse von Kulturstaatsminister Weimer am Baugeschehen im Sonderinvestitionsprogramm der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Schloss Heidecksburg zeigt eindrücklich, welche Dimension diese Aufgabe hat. Gerade angesichts der angespannten Haushaltslage von Bund und Land ist diese gemeinsame Förderung keine Selbstverständlichkeit, sondern ein klares Bekenntnis zum Erhalt unseres kulturellen Erbes im Freistaat. Ohne solche verlässlichen Investitionen ließe sich die notwendige Sanierung vieler historischer Liegenschaften nicht umsetzen.“
Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten erläuterte beim Baustellenrundgang mit Staatsminister Weimer das Sonderinvestitionsprogramm: „Bewusst haben wir die 23 Einzelprojekte in ganz Thüringen so geplant, dass wir gestaffelt beginnen und gestaffelt fertig werden. Dieser Plan geht bisher gut auf. Die ersten Vorhaben sind schon abgeschlossen, während die größten und planungsintensivsten beginnen. Zwei Maximen leiten uns bei der Arbeit – die Rettung von Substanz und die Verbesserung von Nutzungsbedingungen. Im Sonderinvestitionsprogramm werden wir dabei vieles erreichen. Es ist aber auch schon jetzt klar, dass eine Anschlussförderung nötig sein wird, wenn wir das an Originalsubstanz besonders reiche kulturelle Erbe Thüringens dauerhaft erhalten wollen.“

Sabrina Lüderitz, Direktorin des Thüringer Landesmuseum Heidecksburg, blickte beim Rundgang durch das Museum auf das jüngst abgeschlossene Förderprojekt HEIdigital zurück: „Dank der Projektförderung haben wir innerhalb weniger Jahre geschafft, was uns auf lange Sicht unmöglich gewesen wäre. Wir konnten bereits 25.000 Objekte unserer naturgeschichtlichen Sammlungen digitalisieren und zugänglich machen und viele spannende Angebote für Besucher unterschiedlicher Altersgruppen schaffen. Von der Förderung profitieren also Gäste und Forschung gleichermaßen.“
Bund und Land fördern das Sonderinvestitionsprogramm, das noch bis 2032 umgesetzt wird, je zur Hälfte mit 200 Millionen Euro. Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten investiert damit in 23 Einzelprojekte an 13 Liegenschaften in ganz Thüringen. Ein Anteil von 50 Millionen Euro wird für Sanierungsarbeiten auf Schloss Friedenstein verwendet, für die einschließlich einer weiteren Bund-Land-Förderung damit 110 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Auf Schloss Heidecksburg werden drei Einzelprojekte mit einem Gesamtvolumen von 39 Millionen Euro umgesetzt. In diesem Frühjahr hat die Sanierung von Westflügeldach und Schlossturm begonnen, hinzu kommen der Marstall und die Säulensäle im Südflügel.
Begleitend zum Sonderinvestitionsprogramm hatte der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien ein Programm zur Förderung von Digitalisierungs- und Vermittlungsprojekten aufgelegt, von dem mehrere Kulturinstitutionen in Thüringen profitiert haben. Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten konnte mit 3,75 Millionen Euro bis Ende 2025 das Projekt SchlösserWelt Digital&Original umsetzen, in dem unter anderem zwei neue Dauerausstellungen, ein Multimediaguide, Imagefilme und Digitalisierungsvorhaben realisiert wurden. Das Thüringer Landesmuseum Heidecksburg hat mithilfe der Förderung in Höhe von 1,9 Millionen Euro einen Schwerpunkt bei Digitalisierung und Vermittlung seines Naturhistorischen Museums gesetzt.
Abbildungen:
- Besuch auf Schloss Heidecksburg (v.l.n.r.): Baureferentin Carolin Schart, SIP-I-Referatsleiterin Carola Niklas (beide STSG), TLMH-Direktorin Sabrina Lüderitz, STSG-Direktorin Dr. Doris Fischer, Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer, Diana Herbstreuth MdB, Bauabteilungsleiterin Silvia Wagner (STSG, Landrat Marko Wolfram (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt), Foto: STSG, Franz Nagel
- Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer im Gespräch mit TLMH-Direktorin Sabrina Lüderitz und STSG-Direktorin Dr. Doris Fischer (v.l.n.r.), Foto: STSG, Franz Nagel



