Burg Weißensee nach dem Brand – Kulturgutverluste und Gebäudeschäden

Zwei Wochen nach dem Brand auf der Burg Weißensee laufen die baulichen Untersuchungen und erste Sicherungen an der Brandstelle. Die Alte Küche, wo der Brand ausgebrochen war, muss als Totalverlust angesehen werden. Die verbliebenen Außenmauern werden gesichert, um sie vor dem drohenden Einsturz zu bewahren.

Erst nach Abschluss dieser Maßnahmen kann die Alte Küche im Inneren begangen und mit der Beräumung der verkohlten Holzreste des Dachtragwerks begonnen werden. Nach Augenschein ist aber bereits jetzt anzunehmen, dass zu den bedauerlichen Verlusten durch den Brand mehrere hölzerne Särge der Familie der Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt gehören, die das Land Thüringen als Eigentümerin der Särge in dem betroffenen Gebäude 2022 zwischengelagert hatte. Sie wurden dort in einer Einhausung aufbewahrt, um später an einem geeigneten Ort endgültig aufgestellt werden zu können.

Ursprünglich waren die Särge in der Gruft unter der Schlosskirche von Schloss Schwarzburg aufgestellt gewesen, von wo die Nationalsozialisten sie beim Umbau zum Reichsgästehaus 1940 abtransportiert hatten. Die zwischenzeitliche beengte Aufbewahrung in der Stadtkirche in Rudolstadt hatte sich zuletzt als nicht mehr haltbar erwiesen. Das tatsächliche Schadensausmaß kann erst nach der Beräumung des in der Brandruine liegenden Brandholzes festgestellt werden.

Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten: „So froh wir sind, dass ein Übergreifen des Brandes auf die benachbarten Gebäude verhindert werden konnte, so sehr schmerzt der Verlust von Särgen der Fürstenfamilie von Schwarzburg, die auf der Burg Weißensee vorübergehend eingelagert worden waren. Unser Wunsch wie auch der vieler Menschen in der Region wäre es gewesen, sie letztlich wieder dauerhaft nach Schwarzburg zurückführen zu können. Ich bedaure sehr, dass dies nun nicht mehr möglich ist.“

Minister Tischner äußert tiefe Betroffenheit über Verlust historischer Fürstensärge

Der Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Kulturminister Christian Tischner, äußerte seine tiefe Betroffenheit:

„Der Verlust dieser Särge wiegt schwer. Sie sind Zeugnisse einer bedeutenden Thüringer Dynastiegeschichte und Teil unseres kulturellen Gedächtnisses. Dass dieses Erbe nach jahrzehntelangen Bemühungen um eine dauerhafte Heimat für die kunstvoll restaurierten Särge mit den sterblichen Überresten nun auf diese Weise verloren gegangen ist, macht uns tief betroffen.“

Tischner kündigte an, dass der Freistaat gemeinsam mit den Beteiligten prüfen werde, in welcher Form ein würdiges Gedenken an das Adelsgeschlecht erfolgen kann. „Wir werden alles dafür tun, ein würdiges Erinnern zu ermöglichen“, so Tischner.

aus Medieninformation des Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur vom 10. April 2026

https://bildung.thueringen.de/aktuell/brand-auf-der-burg-weissensee-minister-tischner-aeussert-tiefe-betroffenheit-ueber-verlust-historischer-fuerstensaerge

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