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Erfurt

Klosterkirche St. Peter und Paul, Stadt Erfurt

 

Ehemaliges Benediktinerkloster. Romanische Pfeilerbasilika erbaut 1103 bis 1147. Nach Zerstörungen im 19. Jahrhundert als Lagergebäude genutzt.

Um die Mitte des 11. Jahrhunderts bestand auf dem Petersberg – damals die höchste Erhebung innerhalb der Stadtmauer – ein Kanonikerstift. Erzbischof Siegfried I. von Mainz hob dieses Stift auf, ersetzte die Kanoniker durch Mönche und gründete an derselben Stelle um das Jahr 1060 ein Benediktinerkloster. Als Motiv dafür ist im Gründungsprivileg nachzulesen, dass zu dieser Zeit „nur Kanoniker und keine Mönche in Erfurt Gott dienten und die, welche die Welt verachteten, sich außerhalb Erfurts zu einer Mönchsgemeinschaft begeben mussten.“ Das eng mit dem Leben des mittelalterlichen Erfurt und Thüringens verbundene Peterskloster wurde für lange Zeit zu einem unumstrittenen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Faktor. Diese herausragende geschichtliche Bedeutung und ihren hohen künstlerischen Rang sieht man der einstigen Klosterkirche St. Peter und Paul nicht zwangsläufig an. Zwar prägt sie mit ihrer Länge von 75 Metern das obere Plateau des ab dem 17. Jahrhundert zur mächtigen Festung ausgebauten Petersberges. Doch erst beim näheren Hinsehen gibt das turmlose Gebäude seine äußere wie innere Einzigartigkeit zu erkennen.

Nach der Grundsteinlegung im Jahr 1103 mussten 44 Jahre vergehen, bis die nach dem Vorbild der Hirsauer Schule errichtete dreischiffige Pfeilerbasilika geweiht werden konnte. Erst 1803 wurde das Kloster säkularisiert. Folgenschwere Schäden erlitt das Kloster 1813, als preußische Truppen die von Franzosen gehaltene Festung Petersberg beschossen und dabei auch das Dach und die Innenausstattung der Kirche völlig verbrannten. Ein sich anschließender Teilabbruch, dem Obergaden und Türme zum Opfer fielen, diente dem Ziel, die Kirche zum Lagerhaus umzunutzen.

Ein riesiges Satteldach überragt seitdem den Bautorso, in dessen Innenraum hölzerne Zwischendecken eingezogen wurden. Trotz dieser schwerwiegenden Eingriffe ist an vielen Details das Besondere dieses Bauwerkes ablesbar. An den aus sorgfältig behauenen Quadern errichteten Außenwänden gehört dazu eine um 1360 entstandene Ritzzeichnung, ein kaum zehn Jahre älteres Kreuzigungsrelief und eine Inschrift, welche an die Pest von 1382 erinnert. Im Inneren sind es neben der architektonischen Struktur Fragmente einer mittelalterlichen Wandmalerei sowie die erhaltenen Säulen und Würfelkapitelle, die von der Größe und Würde des einstigen Gotteshauses sprechen.

Seit 1994 gehört die Peterskirche zur Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten.

Vortragsreihe

Petersberg und Peterskirche
2019 stehen die Zitadelle auf dem Erfurter Petersberg und ihr kulturgeschichtlicher Kontext im Blickpunkt der Vortragsreihe. Veranstaltungsort ist aufgrund der Bauarbeiten an der Peterskirche die Kleine Synagoge (An der Stadtmünze 5). DOWNLOAD Programm

Kontakt

Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten
T: 0 36 72/44 70
stiftung@thueringerschloesser.de


Besuch

Besichtigung
Aufgrund von Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten ist das Gebäude derzeit nicht zu besichtigen.

Besucheradresse
Petersberg 14
99084 Erfurt