Nachhaltigkeit und kulturelles Erbe | Interdisziplinäre Tagung auf den Dornburger Schlössern

Erstellt am 4. October 2023 

Ressourcen sparsam einzusetzen und Bewährtes weiterzuentwickeln, gehört zu den Grundideen nachhaltigen Handelns. Das trifft auch auf die Pflege von Kulturdenkmalen zu, eine Kernaufgabe der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG). In ihrem diesjährigen Herbstsymposion auf den Dornburger Schlössern bei Jena richtet die Hüterin von 31 Thüringer Kulturschätzen deshalb den Blick in die Geschichte der Nachhaltigkeit und zugleich auf die Potenziale der Gegenwart.

Mit Beiträgen aus unterschiedlichen Fachgebieten zeichnet die Tagung Traditionen von Nachhaltigkeit nach. Gefragt wird etwa nach den Ur-sprüngen und Motivationen nachhaltigen Denkens anhand von historischen Beispielen etwa in der Forstwirtschaft, aber auch nach der Bedeutung nachhaltiger Strategien für Bau- und Gartenkunst und nicht zuletzt für die Pflege des kulturellen Erbes und dessen Vermittlung.

Nachhaltigkeit hat eine lange Tradition im Denken und Handeln. Die Wurzeln finden sich bereits in Quellen der Antike. In der Frühen Neuzeit stieg der Ressourcenverbrauch so stark an, dass Nachhaltigkeit zur Voraussetzung für den Erhalt der Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen wurde. Im Mittelpunkt stand zunächst der Wald. Die für seine Bewirtschaftung entwickelten Strategien wirken bis heute nach. Heute spielt Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen eine entscheidende Rolle.

In Sachen Nachhaltigkeit gehörte Thüringen zu den Vorreitern, als es um die Sicherung von Holzressourcen für künftige Generationen ging. Der Raubbau an den Wäldern ließ Holz zu einem knappen Gut werden. Im 18. Jahrhundert reagierte Herzogin Anna Amalia mit einer Reform. In ihrem Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach veranlasste sie eine gründliche Inventur der Wälder und eine nachhaltige, auf viele Jahr-zehnte vorausschauende Planung von Holzeinschlag und Aufforstung. Nicht mehr nur an die Einnahmen des nächsten Jahres oder in der eigenen Lebenszeit zu denken, sondern an die Lebensgrundlagen späterer Generationen, war eine rationale Entscheidung für das Prinzip der Nachhaltigkeit. Zeugnisse nachhaltigen Handelns sind aber auch viele Thüringer Schlösser, die unter Beibehaltung ihres Bestands erweitert und nach Zeitgeschmack weiterentwickelt wurden – so enthält auch der Tagungsort selbst, das Alte Schloss Dornburg, Elemente aus mehreren Epochen. Und nicht zuletzt wären Gartendenkmale wie der Schlosspark Altenstein oder der Fürstlich Greizer Park nicht denkbar ohne das über Jahrzehnte vorausschauende Planen von Gartenkünstlern, für die Nachhaltigkeit zu den Kernkompetenzen gehörte.

Die Tagung wird im Rahmen des Programms SchlösserWelt Digital&Original der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Nachhaltigkeit – Ein Paradigma mit Geschichte im Kontext des kulturellen Erbes
Tagung 20./21. Oktober 2023
Dornburger Schlösser, Altes Schloss
Anmeldung (bis 11. Oktober): veranstaltungen@thueringerschloesser.de
Tagungsgebühr inkl. Abendempfang: 65 Euro
Informationen zu Programm und Anmeldung:
www.thueringerschloesser.de/aktuelles/herbstsymposion/

Programm hier

Foto: Dornburger Schlösser, Altes Schloss im Vordergrund, Foto: Schatzkammer Thüringen, Marcus Glahn

Stiftung
Thüringer Schlösser und Gärten

Dr. Franz Nagel
Schloßbezirk 1
07407 Rudolstadt
T: 0 36 72 – 44 71 26
F: 0 36 72 – 44 71 29

Pressefotos dürfen nur in Zusammenhang mit der Berichterstattung verwendet werden. Jede weitere Verwendung bedarf einer gesonderten Genehmigung.