54 Wappen - ein Herzogtum

Die Wappen im Hof von Schloss Friedenstein in Gotha

Mit Schloss Friedenstein ließ der Ernst der Fromme von Sachsen-Gotha (1601-1675), sächsischer Herzog aus dem Haus Wettin, Mitte des 17. Jahrhunderts eines der größten Residenzschlösser seiner Zeit errichten. Innerhalb der baulichen Gesamtkomposition dienten die bauzeitlichen Wappenreliefs an den Scheitelpunkten der umlaufenden Schlosshofarkaden als Ausdruck fürstlicher Repräsentation sowie herrschaftlichen Anspruchs. Sie veranschaulichen den sächsischen Gesamtbesitz einschließlich Titular- wie Territorialansprüche. Trotz der Trennung der Wettiner in eine albertinische und eine ernestinische Linie im Jahr 1485 (Leipziger Teilung) hielten beide Zweige die gestellten Titel- und Herrschaftsansprüche aufrecht.

Die Wappensteine im Hof von Schloss Friedenstein schuf der Bildhauer Samuel Steiger aus Quedlinburg um 1650. Vier der Reliefs sind Neuschöpfungen mit Rokokoanklängen und stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Wappen sind aus lokalem Seeberger Sandstein gefertigt.

Ursprünglich existierten 55 Wappenreliefs, da sich ein zusätzlicher Wappenstein an der ehemaligen unterirdischen Schlosseinfahrt des vorgelagerten Südtors befand (Grafschaft Hohnstein). In Zuge von Umbaumaßnahmen verringerte sich 1789 die Stückzahl auf die heute gültigen 54 an den hofseitigen Arkadenbögen. Mit dem Anbau des Altans in der Nordostecke 1896 kam noch das Allianzwappen von Herzog Alfred und seiner Gemahlin Maria Alexandrowna von Russland hinzu.

Die Hängung erfolgte gemäß der zugeschriebenen Titel Ernsts des Frommen. Beginnend in der nordöstlichen Hofecke, dem Hauptzugang zu den ehemaligen Wohn- und Repräsentationsräumen des Herzogs, sind die Wappen entgegen dem Uhrzeigersinn angeordnet. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr die Hängung mehrfach Veränderungen. 2011 wurden die Wappen in die älteste bekannte Reihenfolge zurückversetzt.

Seit 1982 werden die Wappen sukzessive restauriert und farbig gefasst. Seit 2010 ermöglicht die großzügige Unterstützung engagierter Spender die Fortführung der Herstellung der heraldischen Farbigkeit. Von den einst 54 Einzelwappen wurden 26 restauriert und farbig gefasst. Über eine Reinigung und Koservierung hinaus mussten aufgrund größerer Beschädigungen restauratorische Formergänzungen und teilweise Rekonstruktionen vorgenommen werden. Untersuchungen konnten vielfach nur vage eine ursprüngliche Farbfassung nachweisen, weshalb der Schwerpunkt auf dem Konservieren des Bestands liegt.

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Übersichtsplan der Wappen im Schlosshof

Übersicht aller Wappen

Für die Bereitstellung der Texte zu den einzelnen Wappen danken wir dem Bauhistoriker Udo Hopf.

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