Wappen 7 | Markgrafschaft Landsberg

Markgrafschaft Landsberg

© Alexander Kühn

Markgrafschaft Landsberg

© Forschungsbibliothek Gotha

Der Wappenstein

Wie in der farbigen Vorlage aus dem Bestand der Forschungsbibliothek Gotha dargestellt, zeigt das Wappen der Markgrafschaft Landsberg zwei blaue Pfähle (Landsberger Pfähle) auf goldenem Grund. Die Helmzier zeigt einen Hut mit einem hohen Schaft in blau-gold, aus dessen goldener Krone ein Stoß Pfauenfedern wächst. Die Helmdecken sind ebenfalls blau-golden. Außer ihrem festen Platz im großen wettinischen Wappen, führen unter anderem die Städte Leipzig, Chemnitz und Dresden die Landsberger Pfähle mit dem Meißnischen Löwen in ihrem Stadtwappen. Der Wappenstein im Gothaer Schlosshof wurde in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts restauriert. Dabei verwechselte man jedoch die Farben, so dass die zwei Pfähle hier in Gold auf blauem Grund stehen.

Ein Stammland der Wettiner

Östlich von Halle an der Saale erhebt sich auf einem Felsen in der ansonsten ebenen Landschaft die aus der Zeit um 1170 stammende Doppelkapelle Landsberg. Sie ist der einzige Bau, der von der einst mächtigen Burg Landsberg in der gleichnamigen Stadt im heutigen Sachsen-Anhalt erhalten geblieben ist. Die Ersterwähnung als „civitas holm“ (holm bedeutet Hügel oder Berg) findet sich auf der Ohrdrufer Urkunde Kaiser Otto I. von 961. Im Jahre 1156 übertrug der Wettiner Konrad I. der Große, Markgraf von Meißen und der Ostmark, seine Ämter und Herrschaften an seine Söhne Otto, Dietrich, Dedo, Heinrich und Friedrich. Sein zweitältester Sohn Dietrich wurde 1156 Markgraf der Ostmark.

Zwischen 1160 und 1174 vollzog sich unter Dietrich der Bau der markgräflichen Burg auf dem heutigen Kapellenberg an Stelle einer slawischen Wallanlage. Danach nannte er sich– außer Markgraf der Lausitz und Graf zu Eilenburg – ab 1174 Markgraf oder Graf von Landsberg. 1165 gründete er das wettinische Hauskloster Dobrilugk. Als er 1185 starb, beerbte in sein jüngerer Bruder Graf Dedo V. der Feiste von Groitzsch-Rochlitz. Die aus der ehemaligen Ostmark herausgelöste Markgrafschaft Landsberg, auch als Osterland bezeichnet, ist neben der Markgrafschaft Meißen das wichtigste Stammland der Wettiner. Seit 1263 gehörte die Stadt Leipzig zur Markgrafschaft. Markgraf Albrecht der Entartete verkaufte das Gebiet 1291 an die Askanier, 1347 kam es zurück an die Wettiner. 1354 wurde Albrecht Schenk von Landsberg, als wettinischer Ministeriale, Herr der „Herrschaft Landsberg“. Der Schenk Otto, Herr zu Landsberg, führte im Jahre 1508 eine Fehde gegen seine Landesherren, die sächsischen Herzöge. Infolgedessen ließen sie 1514 die Burg Landsberg zerstören. Nur die Doppelkapelle sparte man als einziges Bauwerk bei der Schleifung der Burg aus. Die Felsen unterhalb der Doppelkapelle entstanden durch jahrhundertlangen Steinbruchbetrieb am Kapellenberg.

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