Wappen 46 | Herrschaft Colditz

Herrschaft Colditz

© Heike Kirsten

Herrschaft Colditz

© Forschungsbibliothek Gotha

Der Wappenstein

Wie die Vorlage der Forschungsbibliothek Gotha zeigt, ist das Wappenschild der Herrschaft Colditz ist geteilt und zeigt oben einen wachsenden schwarzen Löwen mit roter Zunge auf Gold. Unten ist es fünfmal schräglinks geteilt von Schwarz und Silber. Die Helmzier zeigt eine goldene Krone mit einem aufgesteckten goldenen Drachenflügel und einem schwarzen Büffelhorn. Die Helmdecken sind schwarz-golden. Der Wappenstein ist gut erhalten, lediglich das Büffelhorn war 1981 schon nicht mehr vorhanden.

Unter Zwang verkauft

Colditz an der Zwickauer Mulde ist eine Kleinstadt im Landkreis Leipzig mit. Die Region Colditz wurde 1046 als Burgwardbezirk „Cholidistcha“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Stadt selbst wurde erst 1264 genannt. Das Gebiet war durch die Slawenunterwerfung königlicher Besitz und 1083 durch König Heinrich IV. an Wiprecht II. von Groitzsch verlehnt. Unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa wurde es 1158 als Reichsgut in das Reichsland Pleißen eingegliedert. Die zur Verwaltung eingesetzten Herren von Colditz wurden 1147 erstmals genannt und stiegen zu Reichsministerialen auf. Grafen waren sie allerdings nie. Ähnlich der Burggrafen von Leisnig erlangten sie mit dem Reichsverfall im 13. Jahrhundert eine fast selbstständige Landesherrschaft.

Um der Expansionspolitik der Wettiner Ende des 14. Jahrhunderts zu entgehen, trug Thimo VIII. von Colditz das Reichslehen 1368 dem König von Böhmen an, um es als Reichsafterlehn zurückzuerhalten. Trotzdem zwang Markgraf Wilhelm I., der Einäugige, (1343-1407) die Herren von Colditz dazu, 1396 ihre Besitzungen an die Wettiner zu verpfänden. Im Jahre 1404 kam es endgültig zum Verkauf der Herrschaft und deren Umwandlung zum Amt Colditz als Bestandteil der Markgrafschaft Meißen. Anfang des 16. Jahrhunderts starben die Herren von Colditz aus. Mit der Leipziger Teilung 1485 kam das Amt Colditz an die Ernestiner, nach dem Schmalkaldischen Krieg und der Wittenberger Kapitulation 1547 an die Albertiner und damit an den heutigen Freistaat Sachsen. Der Verwaltungsmittelpunkt der Herrschaft war die auf einem Felsen über der Zwickauer Mulde gelegene Burg Colditz.

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