Wappen 40 | Herrschaft Kapellendorf

Herrschaft Kapellendorf

© Alexander Kühn

Herrschaft Kapellendorf

© Siebmachers Wappenbuch

Der Wappenstein

Wie die farbige Vorlage zeigt, ist der Wappenschild zweimal in schwarz und silber gespalten. Auf dem metallgrauen Helm liegen die Helmdecken in schwarz-silber. Darauf erhebt sich ein ebenfalls zweimal in Schwarz und Silber gespaltener Schaft in dem ein Stoß naturfarbener Pfauenfedern steckt. Der Wappenstein ist eine gut erhaltene Neuanfertigung aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die am oberen Abschluss beschädigte Helmzier wurde bei der letzten Restaurierung im Jahre 1999 zu einem Hut ummodelliert.

Von Erfurt verpfändet

Kapellendorf mit seiner gleichnamigen Wasserburg liegt mittig zwischen Weimar und Jena und gehört zum Landkreis Weimarer Land. Das 833 genannte Capelladorf entwickelte sich im 12. Jahrhundert zum Mittelpunkt einer Herrschaft der Burggrafen von Kirchberg. Diese edelfreie, in königlichen Diensten stehende Familie nannte sich seit 1149 nach der Königspfalz Kirchberg bei Jena. Die in Kapellendorf ansässige Nebenlinie wird erstmals im Jahre 1182 mit Theoderico de Capellendorph erwähnt. Die Herrschaft selbst umfasste lediglich die Orte Kapellendorf, Coppanz und Großschwabhausen, die sich im Eigenbesitz der Kirchberger befanden. Der Niedergang der Burggrafen von Kirchberg setzte mit der von den Wettinern provozierten Eroberung und Zerstörung der Burg Kirchberg im Jahre 1304 ein. Das Reichslehen der Burg Kirchberg mit umfangreichen Besitzungen ging den Kirchbergern an die Wettiner verloren. Aus Geldnöten musste Burggraf Hartmann von Kirchberg die Herrschaft Kapellendorf 1348 an die Stadt Erfurt verkaufen.

1352 ließ sich die Stadt Erfurt ihre neuen Besitzungen durch Kaiser Karl IV. als Reichslehen übertragen, das Wappen nahm man daraufhin in das große Wappen der Stadt Erfurt auf. Die Burg wurde als städtischer Amtssitz und militärischer Stützpunkt erheblich erweitert und ausgebaut. Im sächsischen Bruderkrieg von 1451 kam es zur Belagerung und Einnahme der Burg, die durch Apel Vitzthum von Roßla missbraucht wurde. Aus finanziellen Nöten verpfändete Erfurt 1508 das Amt Kapellendorf an die ernestinische Linie der Wettiner unter Kurfürst Friedrich den Weisen. Das nunmehr wettinsche Amt Kapellendorf konnte von der Stadt Erfurt nie wieder eingelöst werden und verblieb bis 1918 bei Sachsen-Weimar. 1933 gelangte die Burg wieder in den Besitz der Stadt Erfurt und wurde sukzessive zu touristischen Zwecken ausgebaut.

Seit 1996 ist sie im Besitz der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Im Schlosshof des Friedensteins hängt dieser Wappenstein, da die Ämter Kapellendorf und Berka/Ilm 1636 als Wittum – also Witwensitz – für Elisabeth Sophia von Sachsen-Altenburg anlässlich ihrer Hochzeit mit Herzog Ernst dem Frommen von Sachsen-Gotha verschrieben worden sind. 1640 wurde diese Verschreibung durch neue Gebietsaufteilungen unter den Ernestinern auf die Ämter Reinhardsbrunn und Tenneberg geändert. Als Nebenlinie der Burggrafen von Kirchberg führten die Herren von Kapellendorf auch ein ähnliches Wappen.

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