Wappen 4 | Herzogtum Berg

Herzogtum Berg

© Alexander Kühn

Herzogtum Berg

© Forschungsbibliothek Gotha

Der Wappenstein

Der Löwe im Wappen des Herzogtums Berg erschien erstmals im 13. Jahrhundert. Es zeigt einen roten steigenden Löwen mit blauer Bewehrung (Krallen), Zunge und Krone auf silbernem Grund. In der Krone auf dem Helm steckt ein Stoss naturfarbener Pfauenfedern. Die Helmdecken sind rot-silbern. Wie bei den Wappen der Herzogtümer Sachsen, Jülich und Kleve wird der Helm golden dargestellt. Der Wappenstein im Schlosshof zeigte um 1940 schon Fehlstellen. 1981 hing er schon nicht mehr an seinem Platz. Eine Neuanfertigung des Steins durch den VEB Denkmalpflege Erfurt lag bis 1999 unter den Südarkaden des Schlosses und ist seitdem verschollen. Bei der Restaurierung 1999 montierte man einen Teil des Wappensteins auf einen unpassenden Schild, der größere Teil des originalen Steins lag bis 2011 unerkannt im Keller unter dem Ostflügel. 2012 wurden die zwei Fragmente zusammengefügt und ergänzt, der Wappenstein erhielt seine heraldische Tinktur.

Ausgebliebenes Erbe

Das historische Territorium des Herzogtums Berg ist das „Bergische Land“ im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Es beinhaltet neben seiner alten Hauptstadt Düsseldorf die Städte Wuppertal, Remscheid, Solingen und Leverkusen. Seit dem 11. Jahrhundert war ein Grafengeschlecht in der Region führend, das sich ab 1093 „von Berg“ (de Monte) nannte. Ihren Stammsitz hatten die Grafen auf Schloss Burg an der Wupper. 1386 verlegten sie ihre Residenz nach Düsseldorf, das sie bereits 1288 zur Stadt erhoben hatten. Die seit 1348 durch Heirat mit dem Herzogtum Jülich vereinte Grafschaft Berg wurde 1380 von König Wenzel zum Herzogtum Jülich-Berg erhoben. 1521 ergab sich durch eine weitere Heirat die Vereinigung der Herzogtümer Jülich-Berg mit dem Herzogtum Kleve sowie den Grafschaften Mark und Ravensberg, deren Erbfolge 1522 den Wettinern zugesagt wurde.

Herzog (ab 1532 Kurfürst) Johann Friedrich I. der Großmütige von Sachsen aus dem Hause Wettin heiratete 1526 Prinzessin Sibylle, eine der drei Töchter des Herzogs Johann III. von Jülich-Kleve-Berg. 1610 belehnte Kaiser Rudolf II. die Wettiner mit den „Vereinigten Herzogtümern Jülich-Kleve-Berg“. Im anschließenden Erbfolgestreit kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen, bei der die vom Kaiser besetzte Festung Jülich von Truppen aus Pfalz-Neuenburg, Brandenburg und den Niederlanden belagert wurde. Die Wettiner hatten dem nichts entgegenzusetzen. Im Vertrag von Xanten 1614 gingen das Herzogtum Jülich-Berg und die Herrschaft Ravenstein an Wolfgang Wilhelm Pfalzgraf von Neuenburg. 1685 erbte die Linie Neuenburg den Titel der Kurfürsten von der Pfalz (Erztruchsesses des Reichs) und residierten in der nun kurfürstlichen Hauptstadt Düsseldorf, bis das kurfürstliche Amt 1777 an Bayern überging. Als Großherzogtum Berg existierte das Bergische Land von 1806 bis 1813 unter Joachim Murat, dem Schwager und französischen Reichsmarschall Napoleons. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde das Herzogtum Berg ein Bestandteil der preußischen Rheinprovinz mit dem Regierungssitz Koblenz, die Herrschaft Ravenstein kam an das Königreich der Niederlande.

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