Wappen 37 | Grafschaft Arnshaugk

Grafschaft Arnshaugk

© Alexander Kühn

Grafschaft Arnshaugk

© Forschungsbibliothek Gotha

Der Wappenstein

Über die Gestalt des Wappens der ehemaligen Grafschaft Arnshaugk konnte man sich bei der Herstellung der Vorlage für den Wappenstein des Schlosshofs um 1650 offensichtlich nicht einigen, da mindestens sieben unterschiedliche Varianten des Wappens vorliegen. Das tatsächlich gültige Wappen in Rot und Silber war eine Variante der Lobdeburger und sieht den Wappensteinen der Herrschaft Lobdeburg und Leuchtenburg an den Schlosshofarkaden ähnlich. Der ausgeführte Wappenstein jedoch ist unikat und hielt sich an die Siegel der Grafen von Arnshaugk, die einen springenden Löwen zeigen. Dieser steht in Gold auf blauem Grund. Die Helmzier zeigt einen mit einem Stoß naturfarbener Pfauenfedern besteckten goldenen Schaft. Die Helmdecke ist blaugolden. Der auf einer Fotografie von 1856 noch vorhandene Wappenstein war 1981 schon zerstört. Ein Teil des Steins mit der Inschrift ist im Zuge einer Restaurierung 1999 auf ein unpassendes Schild montiert worden.

Einverleibt durch Heirat

Die Graf- bzw. Herrschaft Arnshaugk ist nach einer ehemaligen Burg benannt, die heute im Stadtgebiet von Neustadt/Orla liegt. Die Kleinstadt im Saale-Orla-Kreis im Osten Thüringens erhielt Ende des 13. Jahrhunderts das Stadtrecht. Die im südlich der Stadt gelegenen Ortsteil Arnshaugk bis in das 18. Jahrhundert bestehende Burg war eine Gründung der Herren von Lobdeburg. Der Arnshaugker Zweig dieses Geschlechts, das allerdings niemals den Grafentitel führte, nannte sich ab 1225 nach ihrer Burg. 1289 erlosch die männliche Linie Lobdeburg-Arnshaugk, die anderen Linien bemühten sich vergeblich um das Erbe, denn es fiel über die Witwe und die Erbtochter des letzten Herrn von Arnshaugk an die Wettiner.

Die Witwe, Elisabeth von Arnshaugk geb. von Orlamünde, war die dritte Frau von Albrecht dem Entarteten, der diese 1290 geehelicht hatte. Friedrich der Freidige, sein Sohn aus erster Ehe, heiratete wiederum deren Tochter aus der Ehe mit Otto, dem letzten Herren von Arnshaugk, welche ebenfalls Elisabeth von Arnshaugk hieß. Dadurch fiel die Herrschaft 1302 endgültig an die Wettiner. Die letztere Elisabeth erhielt übrigens die Burg Grimmenstein in Gotha als Witwensitz, wo sie bis 1359 residierte. Das Gebiet der Grafschaft lag zwischen Pößneck und Triptis und wurde vor 1373 zu einem Amt umgewandelt, das 1533 durch das Amt Neustadt erweitert wurde. 1485 fiel das Amt an die Ernestiner, wurde aber nach den Grumbachschen Händeln 1567 als Entschädigung für die Ausgaben der Belagerung Gothas von den Albertinern vereinnahmt (assekuriert). Von 1656 bis 1718 gehörte das Amt zum albertinischen Sekundogenitur-Herzogtum Sachsen-Zeitz. Durch den Wiener Kongress 1815 kam der Neustädter Kreis mit dem Amt Arnshaugk zum Großteil an Sachsen-Weimar-Eisenach, wo er bis 1918 verblieb. Die als Amtssitz genutzte Burg Arnshaugk verfiel unter den Albertinern zusehends, bis im Jahre 1700 der Bergfried einstürzte. Heute sind lediglich ein Teil der Vorburgbebauung und die Burgkapelle St. Otto aus dem 13. Jahrhundert erhalten.

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