Wappen 34 | Grafschaft Orlamünde

Grafschaft Orlamünde

© Alexander Kühn

Grafschaft Orlamünde

© Forschungsbibliothek Gotha

Der Wappenstein

Das Wappen der Grafen von Orlamünde wird heute noch als Wappen der Städte Weimar, Magdala und Orlamünde verwendet. Es zeigt einen rot gekrönten und rot bewehrten schwarzen Löwen auf einem mit roten Herzen bestreuten goldenen Feld. Die zugehörige Helmzier ist ein roter, silbern gestulpter niederer Hut (Turnierhut), in dessen Stulp zwei auswärts geneigte goldene Stäbe stecken, auf denen zwei naturfarbene Pfauenfederbüsche übereinander angeordnet sind. Der 1981 nur noch in Bruchstücken vorhanden gewesene Wappenstein ist eine in Stein und Farbfassung unkorrekt ausgeführte Neuanfertigung des VEB Denkmalpflege.

Einst bedeutendes Grafengeschlecht

Die Stadt Orlamünde liegt, gegenüber der Mündung der Orla, auf einem schmalen Bergrücken über dem Westufer der Saale zwischen Jena und Rudolstadt. Der Stammsitz des reichsfreien Geschlechts der Grafen von Orlamünde war die dortige Burg, die heute noch mit einem großen rechteckigen Wohnbau aus dem 11. Jahrhundert, der sogenannten Kemenate, erhalten ist. Seit dem 16. Jahrhundert war das hohe Gebäude nicht mehr bewohnt und diente als Zinsboden (Getreidespeicher). Südlich der Höhenburg in Spornlage erstreckt sich das Stadtgebiet des erstmals 1039 urkundlich genannten Orts Orlamünde. Die Grafen von Orlamünde waren eins der mächtigen thüringischen Grafengeschlechter, die zwischen 1046 und 1067 sogar die Markgrafschaft Meißen als Reichslehen besaßen. Um 1060 mit der Burg Orlamünde belehnt, nannten sie sich ab 1067 nach dieser.

Seit der Belehnung mit der Grafschaft Weimar Ende des 11. Jahrhunderts, sprach man von den Grafen von Weimar-Orlamünde. Ab dem 12. Jahrhundert eng mit den Askaniern, den Grafen von Anhalt, verwandt, wurden sie 1144 von König Konrad III. zusätzlich mit Rudolstadt und der Burg Straufhain bei Heldburg belehnt. Später kamen die Burgen Magdala, Buchfahrt und Schauenforst dazu. 1214 wird ihre Burg in Weimar erstmals genannt. 1347 verloren die Grafen ihre Reichsunmittelbarkeit und mussten die Landesherrschaft der Wettiner anerkennen, nachdem sie diesen im Thüringer Grafenkrieg 1342-46 unterlegen waren.

Die Grafschaft Orlamünde ging 1344 käuflich auf die Wettiner über und war von 1347 bis 1486 ein eigenständiges Amt, bevor es dem Amt Leuchtenburg zugeordnet wurde. Nach dem Aussterben der Weimarer Linie der Orlamünder im Jahre 1373 fiel auch dieses Gebiet als erledigtes Lehen an die Wettiner. Andere Linien der Grafen von Weimar-Orlamünde lebten noch fort. 1393 trug Graf Otto X. die Burgen Schauenforst, Buchfahrt und Magdala Landgraf Balthasar zu Lehen auf. Mit dem Aussterben der Orlamünder im Jahre 1485 wurden diese Gebiete endgültig den Wettinern zugeschlagen. Während Weimar seit 1603 Hauptort der Linie Sachsen-Weimar-Eisenach war, gehörte Orlamünde von 1672 bis 1826 zum Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg und anschließend bis 1918 zu Sachsen-Altenburg.

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