Wappen 24 | Herrschaft Plauen

Herrschaft Plauen

© Alexander Kühn

Herrschaft Plauen

© Scheiblersches Wappenbuch

Der Wappenstein

Das Wappen der Herren und späteren Vögte von Plauen, wie auch das der Reußen, zeigt den goldenen steigenden doppelschwänzigen Löwen auf schwarzem Grund. Er ist rot bekrönt, bezungt und bewaffnet (Krallen). Die Helmzier ist ein von schwarz und silber gespaltener Brackenrumpf. Die Bracke, eine Jagdhundrasse, symbolisiert als Wappenbestandteil die Jagdgerechtigkeit. Die Helmdecken sind silber und schwarz. Der Wappenstein an den Arkaden des Westflügels von Schloss Friedenstein ist sehr gut erhalten und wurde vor etwa 30 Jahren farbig gefasst. Dabei ist die Rotfärbung der Krallen und der Krone nicht beachtet worden. Entsprechend der Vorlage in dem um 1450 entstandenen Scheiblerschen Wappenbuch in der Bayrischen Staatsbibliothek darf der Helm auch nicht golden, sondern nur metallgrau sein.

Einst böhmisches Lehen

Der 1122 erstmals erwähnte Ort Plauen ist heute die Kreisstadt des Vogtlandkreises und liegt im Südwesten des Freistaats Sachsen. Die Stadt ist eine Gründung der Herren von Everstein und wurde 1224 als solche mit einer Burg genannt. 1244 stand der Stadt der Vogt Heinrich II. von Plauen vor. Die verwandten Herren von Plauen, Weida und Gera erhob der König um 1200 als Reichministeriale zu Landesherren. 1209 bezeichneten sie sich erstmals als „Vögte“. Das nach ihnen benannte Vogtland umfasste ursprünglich das Gebiet zwischen Gera, Schmölln, Reichenbach, Hof, Lobenstein, Ziegenrück und Triptis, das Gebiet der Herrschaft Plauen insbesondere Greiz, Reichenbach, Mylau, Werdau, Ronneburg und Schmölln. Ab 1306 spalteten sich Vögte in mehrere Linien, so auch in die Reußen von Plauen, die aber nie im Besitz der Herrschaft Plauen waren.

Die Vögte von Plauen trugen die Herrschaft Plauen der böhmischen Krone als Lehen an. Die Vögte von Weida und Gera unterstellten sich der Wettiner Oberhoheit. Im Vogtländischen Krieg 1354-57 verloren die Vögte von Plauen die Städte Reichenbach und Mylau an Böhmen. Adorf, Auma, Hirschberg, Markneukirchen, Mühltroff, Triptis, Voigtsberg und Ziegenrück gingen an die Wettiner. Die Herrschaft Plauen blieb ihnen als böhmisches Lehen, sie mussten sich jedoch ebenfalls der wettinischen Oberhoheit unterwerfen. Seit 1426 waren die Vögte von Plauen auch Burggrafen von Meißen und lagen mit den Wettinern fast ununterbrochen im Streit. Schon 1438 eroberte Kurfürst Friedrich der Sanftmütige erstmals kurzzeitig die Stadt Plauen. Nachdem Burggraf Heinrich II. von Plauen wegen seiner tyrannischen Herrschaft mit der Reichsacht belegt wurde, eroberte Herzog Albrecht von Sachsen die Stadt Plauen 1466 nochmals. Die Wettiner wurden daraufhin vom böhmischen König mit Schloss, Stadt und Herrschaft Plauen belehnt.

Das Gebiet kam bei der Leipziger Teilung 1485 an die Ernestiner. Nach dem für die Ernestiner unglücklichen Ausgang des Schmalkaldischen Krieges von 1547 belehnte König Ferdinand von Böhmen die Herrschaft Plauen erneut an den Enkel des geächteten Heinrich II. von Plauen. Die Söhne des 1548 zum Reichsfürsten ernannten Burggrafen Heinrich IV. von Plauen verpfändeten die Herrschaft jedoch nach dessen Tod an Herzog August von Sachsen, der sie 1563 endgültig erwarb. Von 1657 bis 1718 gehörte der Vogtländische Kreis zum Sekundogenitur-Herzogtum Sachsen-Zeitz, anschließend wieder zum albertinischen Kurfürstentum und 1806 bis 1918 zum Königreich Sachsen.

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