Wappen 22 | Herrschaft Roßla

Herrschaft Roßla

© Alexander Kühn

Herrschaft Roßla

© Forschungsbibliothek Gotha

Der Wappenstein

Das Wappen ist ähnlich dem der Schenken von Apolda und der Vitzthume von Apolda. Der Geschlechtername Vitzthum – nicht „von Vitzthum“ – kommt übrigens von Vicedominus, was mit „zweiter Herr“ zu übersetzen ist. Der seit 1349 in dieser Form überlieferte Wappenschild zeigt, wie in der Vorlage der Forschungsbibliothek Gotha erkennbar, schräglinks einen abgeschlagenen schwarzen Baumstamm mit drei Astansätzen und drei roten Äpfeln auf Gold. Die Helmzier wiederholt dieses Attribut auf dem gold bekrönten Helm. Die Helmdecken sind schwarz-golden. Der in den 1980er Jahren vom VEB Denkmalpflege Erfurt überarbeitete Wappenstein ist stellenweise abgewittert. An der Helmzier fehlt der dritte Apfel.

Erworben durch Tausch

Der namensgebende Ort der Herrschaft Roßla ist Niederroßla im Kreis Weimarer Land, ein unmittelbar nordwestlich der Stadt Apolda im Ilmtal gelegenes Dorf. Der Sitz der zwischen 1119 und 1371 genannten Herren von Roßla war die gleichnamige Burg direkt an der Ilm. Die bereits 1308 im Besitz der Schenken von Apolda gewesene Herrschaft wurde von diesen 1384 an die Vitzthume von Apolda veräußert. Der später begründeten Nebenlinie der Vitzthume, die sich „von Roßla“ nannten, entstammten die berüchtigten Brüder Apel und Busso Vitzthum von Roßla. Beide waren in hochrangigem Dienst bei den wettinischen Kurfürsten Friedrich, dem Sanftmütigen, und dessen Sohn und Nachfolger Kurfürst Friedrich dem, Friedfertigen.

Nach unlauteren Geschäften mit den Reußen von Plauen zum Schaden des Kurfürsten, wechselten die Brüder 1444 an den Hof dessen Bruders, Herzog Wilhelm III., des Tapferen, von Sachsen. Anschließend spielten sie eine sehr unrühmliche Rolle in dem durch die Vitzthume mitverschuldeten „Sächsischen Bruderkrieg“ (1446-51). Im Jahre 1447 tauschten sie die Herrschaft Roßla und ihre anderen thüringischen Besitzungen gegen Gebiete der Wettiner in Oberfranken. Herzog Wilhelm, der Tapfere, wandelte die Herrschaft Roßla in das wettinische Amt Roßla um, das seit 1485 zu den ernestinischen Besitzungen gehörte. In diesem Jahr nahm auch Margarethe, die jüngste Tochter von Kurfürst Ernst, das Schloss in Niederroßla für einige Jahre zu ihrem Wohnsitz. Von 1603 bis 1672 gehörte das Amt zu Sachsen-Altenburg und wurde 1636 anlässlich der Hochzeit Elisabeth Sophias von Sachsen-Altenburg mit Ernst dem Frommen – seit 1640 Herzog von Sachsen-Gotha – für das Heiratsgut der Braut in Höhe von 20 000 Gulden verpfändet. Mit der Landesteilung von 1672 kam das Amt Roßla an Sachsen-Weimar, wo es bis 1918 verblieb.

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