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Christian-August-Vulpius-Preis 2019

 
2019-05-11

Traditionell verleiht die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten im Rahmen ihrer jährlichen Saisoneröffnung den Christian-August-Vulpius-Preis.

Die Ehrung mit dem Christian-August-Vulpius-Preis, Mäzenatenpreis der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, gebührt in diesem Jahr dem Rudolstädter Förderverein „Schallhaus und Schlossgarten e.V.“, der sich in besonderer Weise um die Sanierung des Schallhauses im Schlossgarten von Schloss Heidecksburg verdient gemacht hat. Die Laudatio übernimmt Dr. Heinz Buri, Marketingdirektor der Stiftung Preussische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.

Das Gebäude stellt in seiner Doppelfunktion als Gartenpavillon und Klangkörper eine Rarität dar. Unter der Schieferkuppel des achteckigen Pavillons verbirgt sich ein Schallsaal, der letzte erhaltene seiner Art in Thüringen. Über eine Öffnung ist der gewölbte Raum mit dem ebenerdigen Gartensaal verbunden. Oben spielten die Musiker, unten lauschte einst die höfische Gesellschaft. „In der Kuppel auf der Empore brechen sich die Töne, unten haben die Zuhörer das Gefühl: Wir sind von himmlischen Klängen umgeben“, beschreibt Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, das Musikerlebnis im Schallhaus.

Zur Zeit des Barock waren Schallsäle verbreitet. Sie boten dem Hofstaat Möglichkeit Musik zu hören, ohne die Musiker zu sehen. Der Schallsaal stammt aus der Zeit um 1730, als man das schon einige Jahrzehnte bestehende Gebäude umbaute. Um 1800 erfolgten dann im Zuge der Umgestaltung des Gartens zu einem Landschaftspark nochmals Veränderungen am Gebäude im Sinne einer klassi-zistischen Neugestaltung aus einem Guss.

Im April 2007 gründete sich der Verein, um dieses besondere, aber baulich vernachlässigte Juwel wieder zum Leben zu erwecken. Hier sollten wieder Veranstaltungen wie Konzerte oder Ausstellungen möglich sein. Dabei sollten Schallhaus und Schlossgarten nach dem Willen des Vereins eine untrennbare Einheit bilden, was sich auch in der Namensgebung des Vereins widerspiegelt. Mit Mitteln des Vereins wurden erste Maßnahmen durchgeführt, so eine Musterachse im Innenraum. 2010 wurden die zugesetzten Öffnungen im Erdgeschoss wieder mit Fenstern versehen und der Schallsaal wurde verputzt. Ein Jahr später wurde die Brüstung um das Schallloch rekonstruiert. Inzwischen wurden für diese und alle weiteren Maßnahmen 88.000 Euro vom Verein gesammelt und für die Sanierung zur Verfügung gestellt.

2018 kam es dann zu einer zusätzlichen Förderung. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz erhielt für die Fertigstellung des Schallhauses von einem anonymen Spender die großzügige Summe von 300.000 Euro. Mit dieser Spende und eigenen Mitteln schließt die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten im Herbst 2019 das Sanierungsprojekt ab und erfüllt damit einen langegehegten Wunsch des „Schallhaus und Schlossgarten e.V.“, das Gebäude umfänglich zu bespielen. 

Für dieses zwölf Jahre währende unermüdliche Engagement bedankt sich die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten mit der Überreichung des Christian-August-Vulpius-Preises. Der Preis ist Zeichen der Wertschätzung für alle Vereinsmitglieder und ihren persönlichen Einsatz. Als weiteres gemeinsames Ziel von Verein und Stiftung bleibt nun die Wiederherstellung des Schlossgartens. 

Der Christian-August-Vulpius-Preis wird im Jubiläumsjahr zum 16. Mal verliehen. Geehrt werden Persönlichkeiten oder Institutionen, die sich in ganz besonderer Weise für die Anlagen der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten engagieren.

 
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