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Festvortrag anlässlich des 25jährigen Bestehens der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten und der Saisoneröffnung

 
2019-05-11

Bernd Schreiber, Präsident der Bayerischen Verwaltung staatlicher Schlösser, Gärten und Seen als Vorsitzender der  Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlösserverwaltungen

Festvortrag anlässlich des 25jährigen Bestehens der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten und der Saisoneröffnung am 11. Mai 2019 Schloss Heidecksburg in Rudolstadt

Sehr geehrte Frau stellvertretende Ministerpräsidentin Taubert, liebe Kollegin Frau Dr. Fischer. sehr geehrte Damen und Herren,

als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutscher Schlösserverwaltungen und Präsident der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen  freue ich mich sehr über die Ehre, heute zu Ihnen sprechen zu dürfen. 

Wenn ich auf einer Einladung den Begriff „Festvortrag“ lese, dann löst das bei mir in der Regel  ambivalente Gefühle aus, weil ich aus der Lebenserfahrung heraus befürchte, einem langen akademischen Vortrag ausgesetzt zu sein – ohne fliehen zu können. Manche Redner scheinen eine solche Situation direkt zu genießen. Wenn man dann allerdings selbst für einen Festvortrag angefragt wird, löst das heftiges Nachdenken aus, ob man den eigenen Ansprüchen respektive denen des hoffentlich geneigten Publikums gerecht werden kann.

Ich habe mich nach intensiver Umwerbung der lieben Kollegin Fischer vor einigen Monaten entschlossen, dieses Wagnis einzugehen und  darf zu Ehren des 25jährigen Bestehens der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, den Festvortrag über die „Bedeutung der Schlösserverwaltungen für die Bundesrepublik Deutschland“ halten. Dabei kam allerdings in den letzten Tagen eine Verschärfung der Aufgabenstellung hinzu, als ich in der Zeitung gelesen habe, dass sich im Zuständigkeitsbereich der Thüringer Schlösserstiftung wohl vieles so gravierend ändern soll, dass es schwerfällt, einfach nur einen freudigen Festvortrag zu halten. Aber Sie werden sehen, ich bin ein von Grund auf positiver Mensch und habe in meiner langjährigen Ministerialtätigkeit in der bayerischen Staatsregierung oftmals erlebt, dass einem ersten Aufreger oftmals eine Katharsis folgte und die Politik dann doch noch zu guten vermittelbaren Lösungen kam. Und ich hoffe, dass das in Thüringen nicht anders ist als in meiner bayerischen Heimat. Ich werde später nochmals darauf zurückkommen, aber vorher,

meine Damen mein Herren,

möchte ich Sie auf eine kurze Zeitreise mitnehmen. Die Bayerische Schlösserverwaltung feierte im letzten Jahr ihr 100jähriges Bestehen, die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten begeht in diesem Jahr ihr 25jähriges. Unabhängig von – ich sage mal – „unserem Alter“, liebe Frau Dr. Fischer, ist weiß Gott ein Vergleich unserer Institutionen schon aufgrund der höchst unterschiedlichen und wechselhaften Geschichte von Bayern und Thüringen in den letzten 100 Jahren nicht möglich. Die Verwaltung, der ich vorstehen darf, hat das große Glück auf eine ungebrochene 100jährige Kontinuität unmittelbar seit Abschaffung der Monarchie in Bayern zurückzublicken, was einen unglaublichen Vorteil in jeder Hinsicht darstellt. Ihre Stiftung, liebe Frau Fischer zählt in diesem Jahr erst 25 Jahresringe.

Aber beide Verwaltungen eint – wie alle deutschen Schlösserverwaltungen – dass wir das uns zugewiesene kulturelle Schlösser- und Gartenerbe  betreuen, auch wenn das unterschiedlicher nicht sein könnte. Sie, liebe Frau Fischer, verwalten im Großen und Ganzen das kulturelle Erbe aus sieben Kleinstaaten, die aus den ehemaligen Monarchien entstanden, nachdem diese zwischen 9. und 25. November 1918 abdankten. Dies waren – ich muss es aufzählen – der Freistaat Sachsen-Weimar-Eisenach, der Freistaat Sachsen-Meiningen, der Freistaat Sachsen-Gotha, der Freistaat Sachsen-Altenburg, der Freistaat Schwarzburg-Rudolstadt, der Freistaat Schwarzburg-Sondershausen und der Volksstaat Reuß. Aber auch diese ehemaligen Monarchien einte etwas – keine wollte der anderen ähnlich sein. Jede ihrer Residenzen sollte im Grunde pracht- und glanzvoller sein als die im Fürstentum nebenan – outstanding universal value würde man heute sagen. Für die Landesherren des 18. und 19. Jahrhunderts  war Kunstbeflissenheit  – und das waren in erster Linie ihre Bauten und Gärten – das Mittel ihrer Wahl, um ihr Selbstverständnis und ihre Stellung  gegenüber dem Volk und anderen Staaten zu präsentieren. Und dieses historische Erbe dürfen wir verwalten, erhalten und vermitteln. Das ist die Aufgabe aller Schlösserverwaltungen und es gehört nicht dazu, möglichst hohe Erträge zu erzielen. Bei aller Verpflichtung zur Wirtschaftlichkeit ist es keineswegs das Ziel, ertragsoptimiert oder bulimisch schlank aufzutreten. Nein, es geht darum, die staatsprägenden Monumente als glaubwürdige Zeugen für die kulturpolitische Landestradition auftreten zu lassen. Kultur kostet eben!

Heute, 100 Jahre nach der Revolution, die letztlich Anlass für die Errichtung aller deutschen Schlösserverwaltungen war, soll ich über die Bedeutung der deutschen Schlösserverwaltungen sprechen. Aber warum müssen wir uns die Frage stellen nach dem Sinn und Zweck von  Schlösserverwaltungen? Vielleicht, werden Sie denken – ganz einfach, weil die Zeit eben nicht stehen geblieben ist, wie man es beim ersten schnellen Blick in die Schlösser meinen könnte. Und ja, es ist heute in der Tat schlicht nicht mehr selbstverständlich und auch als Rechtfertigung für staatliches Handeln nicht ausreichend, tradierte Aufgaben und Verhaltensweisen aus Gründen der Tradition und des Respekts vor der Vergangenheit einfach fortzuführen.

Ich möchte das näher erläutern und wähle dazu bewusst eine Zeitschicht, in der in Deutschland ausweislich der Präambeltexte in vielen deutschen Verfassungen die Orientierungs- und Wertefrage sehr grundlegend diskutiert und beantwortet wurde: In München stand nach dem 2. Weltkrieg der Wiederaufbau der zerstörten beiden Pinakotheken, der Glyptothek, der Antikensammlung und der Staatsbibliothek nicht wirklich in Frage. Dies waren ja Museen bzw. Bibliotheken, die auch als solche geplant waren, und deren Sinnhaftigkeit auch nach dem Krieg von niemandem in Zweifel gezogen wurde. Bei der Residenz der Wittelsbacher, die nach der Revolution 1918 ihre staatspolitische Funktion verloren und als lebendiges Zentrum der Kultur ausgedient hatte, lag die Situation anders. Letztlich war die Residenz nur noch ein Raumkunstmuseum, das seine Funktion in republikanischer Zeit noch nicht gefunden hatte. 400 Jahre Regierungsgeschichte allein konnten keinen Impuls und keine Rechtfertigung zum Überleben in der neuen Zeit geben. Es wurde aufgrund der völligen Zerstörung im 2. Weltkrieg sogar über deren Abriss diskutiert. Aber zeitgleich keimte schon – dank bürgerschaftlichem Engagements – mit Konzerten erstes kulturelles Leben in den Ruinen.

Dies war die grundsätzliche Situation aller Schlösser im Nachkriegsdeutschland. Im Osten Deutschlands – also in der ehemaligen DDR – war es um das gesellschaftspolitische Ansehen der Schlösser, insbesondere in Berlin, noch viel schlechter gestellt. Die Ruinen waren Reste des Feudalismus und des Junkertums, die lange verteufelt wurden. Das Stadtschloss der Hohenzollern in Berlin – das Machtsymbol der Kaiserzeit – hatte deshalb schon aus ideologischen Gründen keine Daseinsberechtigung mehr. Was der Krieg nicht zerstört hatte, wurde durch die Regierung der DDR beseitigt und durch den Palast der Republik – einem Machtsymbol der DDR – ersetzt.

Inzwischen sind viele Schlösser, Burgen und Residenzen wieder Stätten staatlicher – aber demokratischer – Repräsentation und zugleich die stärksten Tourismusmagnete Deutschlands! Aber soll das bedeuten, dass wir uns nun mit einem flotten „Weiter so!“ auf die touristische Vermarktung der Schlösser, Residenzen und Gärten  beschränken können?

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlösserverwaltungen hat im letzten Jahr in München, diese wahrhafte „Gretchenfrage“ in einem mit ausgewiesenen externen Experten durchgeführten Symposium näher beleuchtet. Das Ergebnis kann auf einen einfachen Nenner gebracht werden: Die Schlösserverwaltungen sind mit ihren Mitarbeitern das Kollektivgedächtnis, die Wissensspeicher, die mit Ihrer Fachkenntnis und Lebenserfahrung dafür sorgen, dass die staatsprägenden Objekte auch künftigen Generationen in einem Zustand übergeben und zugänglich gemacht werden können, wie wir ihn heute schätzen. 

In unseren Verwaltungen sind grundsätzlich alle Experten zusammengefasst, die zum Betrieb, der Restaurierung, dem baulichen Erhalt und der Vermittlung dieser staatsprägenden Monumente notwendig sind. Daneben ist es aber auch zwingend notwendig, dass die genannten Abteilungen planvoll und gezielt zusammenarbeiten, d.h. dass jeder Mitarbeiter die Probleme des anderen als seine eigenen sieht, nur dann kann das Gesamtkunstwerk erhalten werden und nur dann hat die Verwaltung ihre wahre Daseinsberechtigung!

Im Umkehrschluss bedeutet das freilich auch, dass  die bloße Herausnahme eines Objektes  aus dem Verwaltungsvermögen einer Schlösserverwaltung – wie auch immer konstruiert – jeweils besonders sorgfältig geprüft und abgewogen werden muss. Ansonsten besteht die Gefahr, dass langjährig aufgebaute wissenschaftliche Kompetenz  in kulturhistorischer, denkmalpflegerischer und baufachlicher Hinsicht verloren geht – und die Zeche zahlt dann das Objekt, das sich wie ein schutzloses Kind nicht richtig wehren und schreien kann. Schlösser und Residenzen von staatsprägender Bedeutung müssen deshalb – und das ist zutiefst meine persönliche Überzeugung – nachhaltig von dem gleichen Stamm von Spezialisten betreut und vermittelt werden. Denn wenn es möglich wäre, ohne weiteres  Objekte aus dem langjährigen Bestand von Schlösserverwaltungen herauszulösen, dann hätten unsere Institutionen schlicht keine Daseinsberechtigung sondern wären nur  Hausmeistereien mit Goldkante!

Meine Damen, meine Herren,

die deutschen Schlösserverwaltungen leben also in besonderem Maß und wohl noch mehr als andere Ämter von Ihren hochqualifizierten Mitarbeitern. Zur Verfassung des Freistaates Bayern und der des Freistaates Thüringen liegt ein Vergleich nahe: Unsere demokratischen Verfassungen sind  durch das Volk erlassen worden,  leben durch die Bürger ihrer Länder, die ihre Verfassung nicht nur ehren sondern auch  im richtigen Augenblick hochhalten  und so ihre Strahlkraft erhalten.

Nach Art. 30 ThürVerf genießen Kultur, Kunst, Brauchtum Schutz und Förderung durch das Land und seine Gebietskörperschaften. Die Denkmale der Kultur, Kunst, Geschichte und die Naturdenkmale stehen unter dem Schutz des Landes und seiner Gebietskörperschaften.

Diese Gedanken möchte ich aufgreifen: In Bayern aber auch in anderen Ländern haben wir unsere Schlösser im Sinne dieser gerade zitierten öffentlichen Teilhabe in den letzten Jahrzehnten vermehrt für Veranstaltungen verschiedenster Art geöffnet und unsere Objekte haben sich dadurch als kulturelle Treffpunkte fest im öffentlichen Leben etabliert. Die Herrschaftszeichen früherer Epochen sind auch dadurch in der „Jetztzeit“ angekommen und gehören zum Bestandteil des  öffentlichen Lebens in den Regionen aller deutschen Länder. Das gehört zur Vermittlungsaufgabe der Schlösserverwaltungen.

Ein Beispiel hierzu: Lassen Sie doch einmal vor Ihren Augen Neuschwanstein, Linderhof, Herrenchiemsee, die Residenz Würzburg, die Kaiserburg in Nürnberg, den Englischen Garten in München oder St. Bartholomä am Königssee an Ihren Augen vorbei ziehen. Diese Objekte sind schlicht das, womit Bayern in der Welt verbunden wird. Natürlich steht Bayern auch für Bier und Bierkultur, Biergärten, BMW und Audi aber umgekehrt gesehen, steht Thüringen doch auch für wesentlich mehr als für Zeiss, Jena Optik und Bratwürste. Die Schlösser, Burgen, Residenzen und Gartendenkmäler wie der Englische Garten in München sind wesentliche Sinnbilder Bayerns in aller Welt und es besteht zwischen den von der Bayerischen Schlösserverwaltung betreuten Objekten und dem Freistaat Bayern mit seiner ungebrochenen jahrhundertelangen Tradition, das kann man ohne Übertreibung sagen, Teilidentität. Unsere Objekte verkörpern für die bayerische Bevölkerung schlicht das, was wir unter Heimat verstehen und zwar im besten Sinne als identifikationsstiftend. Und für die Touristen aus aller Welt sind unsere Schlösser und Gärten schlicht ein Faszinosum. Ich denke, dass in der heutigen globalisierten Zeit, in der die Menschen vermehrt nach Halt suchen, diese identifikationsstiftenden  Symbole notwendiger denn je sind. Wenn die Menschen Halt in ihrer Heimat suchen und finden, werden sie kaum politischen Rattenfängern hinterherlaufen. 

Meine Damen, meine Herren,

ich möchte auf diese identifikationsstiftende Wirkung näher eingehen und komme dazu nochmals auf die Verfassungen der Bundesländer zurück. Auf der Verfassung des Freistaates Thüringen prangt – wie auf jeder deutschen Verfassung – das Staatswappen. Ein Blick darauf ist exemplarisch für die Sinnstiftung vieler Länder und hier für die Rolle und Bedeutung der Thüringer Schlösserverwaltung besonders hilfreich.

Der Freistaat Thüringen entstand 1920 als Zusammenschluss von sieben thüringischen Staaten, die sich in der Novemberrevolution 1918, welche die Monarchen zur Abdankung gezwungen hatte, konstituierten. Die sieben Staaten habe ich bereits eingangs aufgezählt und ich muss nochmals darauf zurückkommen. Es waren der Freistaat Sachsen-Weimar-Eisenach, der Freistaat Sachsen-Meiningen, der Freistaat Sachsen-Gotha, der Freistaat Sachsen-Altenburg, der Freistaat Schwarzburg-Rudolstadt, der Freistaat Schwarzburg-Sondershausen und der Volksstaat Reuß.  Das neue Land Thüringen führte deshalb von 1920 bis 1933 sieben silberne Sterne im Wappen. Als das Land Thüringen 1990 dann zum dritten Mal im 20. Jahrhundert errichtet worden war, schuf man schließlich das derzeit gültige Wappen, mit dem bunten Löwen jetzt aber mit acht silbernen Sternen. Diese acht silbernen Sterne sollen nach wie vor die sieben ehemaligen Fürstentümer und zusätzlich die hinzugekommenen ehemals preußischen Gebiete (Erfurt und Schmalkalden) symbolisieren.

Die acht Sterne des Wappens – für deren Übernahme  im Wappen man sich bei der Neugründung Thüringens vor fast 30 Jahren ja bewusst entschlossen hatte – symbolisieren  diese früher fürstlichen Landesteile, die  mit  ihrer jeweils eigenen historischen Entwicklung  und kulturellen Blüte im neuen Gesamtstaat Thüringen erst zusammenwachsen mussten und müssen.

Die Residenzen, Schlösser und Burgen der vormalig eigenständigen Herzog- und Fürstentümer spielen dabei gerade als Stätten der Geschichte und Kultur eine wesentliche Rolle. Schon die Revolutionäre waren so weitsichtig, die Schlösser und Burgen nicht zu stürmen oder gar zu zerstören, sondern machten sie möglichst umfangreich der Öffentlichkeit zugänglich. Sie erkannten den Wert und die Bedeutung dieser  historischen Denkmale als ideelle Identifikationsorte  der jeweiligen historischen Länder Thüringens. Gerade in ihrer Vielfalt konnten sie in ihrer Gesamtheit ein wesentlicher Faktor zur Identifikation der Bevölkerung mit dem neuen Gesamtstaat,  Ihrem Freistaat Thüringen werden.

Ich kann das am Ende meiner Rede nur so kommentieren, dass es nach meiner persönlichen Überzeugung der Bevölkerung nicht vermittelbar wäre, ein bayerisches Schloss, auf dem die Rautenfahne weht, also ein kulturpolitisches Kommandoschiff – und ich sage bewusst – „auszuflaggen“ und das auch noch ohne seine Besatzung. Und dieses Schloss dann auch in eine Stiftung einzubringen, in der das Sitzland womöglich nur noch Juniorpartner und damit das Schicksal und die weitere Nutzung zunehmend fremdbestimmt würde. Das klingt für mich persönlich schon deswegen absurd, da die Bayerische Schlösserverwaltung vor Jahren durch Beschluss der Staatsregierung angehalten wurde, auf ihren Burgen, Schlössern und Residenzen dauerhaft die Staatsflaggen zu hissen. Vielleicht, meine sehr geehrten Damen und Herren, besteht diese Gefahr ja auch nicht und der Zeitungsartikel, den ich gelesen habe, gibt die Pläne nicht richtig oder unzureichend wieder. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Thüringer Schlösserstiftung hier in diesem Schloss  Mieter künftig im eigenen Eigentum sein soll.

In jedem Fall darf ich deshalb diesem Schlösserland, dem wunderbaren Freistaat Thüringen empfehlen, sehr sorgfältig zu prüfen, in welcher Form die Annahme der finanziellen Förderung des Bundes mit den Interessen der Denkmäler, deren Bewahrung die vornehmste Aufgabe der Thüringer Schlösserstiftung ist, vereinbar ist. Natürlich ist es dabei eine politisch zu entscheidende Frage, ob man staatsprägende Monumente  des Landes in eine länderübergreifende Stiftung einbringt, die anders als die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, bei der die Hohenzollern das verbindende Band darstellen, nicht historisch zwingend ist.

Persönlich glaube ich – wie anfangs schon gesagt – dass auch hier eine Lösung zu finden sein müsste, die den Baudenkmälern, der Thüringischen Schlösserstiftung und den finanziellen Interessen des Landes gerecht wird und nicht zuletzt den Bürgern dieses Landes es ermöglicht, die Zukunft und Nutzung der identitätsstiftenden Symbole ihrer Geschichte  autark selbst zu steuern. Die Arbeitsgemeinschaft deutscher Schlösserverwaltungen sieht die gegenwärtige Entwicklung mit Sorge ist gern bereit, an diesem Prozess beratend mitzuwirken. In dem Sinne wünsche ich Ihnen allen  „Glück auf“ und Ihnen, liebe Frau Kollegin Fischer, dass Sie und alle ihre Mitarbeiter auch künftig Ihre sehr erfolgreiche und verdienstvolle Arbeit für die Bürger dieses Landes fortsetzen können.

 
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