Thüringer Schlösser und Gärten : Home

Klosterruine Paulinzella

 
2018-11-22

Abschluss der Südturmrestaurierung

Die umfängliche Restaurierung des Südturms der ehemaligen Klosterkirche Paulinzella konnte nach einem halben Jahr abgeschlossen werden. Rund 500.000 Euro setzte die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten dafür ein.

Der nicht mehr vollständig erhaltene Turm wies erhebliche Schäden am Naturstein auf. Das Mauerwerk wurde gereinigt, aufwendig konserviert und zum Teil neu verfugt. Stark betroffen von Witterungsschäden waren insbesondere die um-laufenden Gurtgesimse und der Rundbogenfries. Diese und die stark geschädigten Mauerkronen erhielten eine schützende Bleiabdeckung. Wichtiger Teil der langfristig den Bestand sichernden Maßnahmen war auch die Erneuerung des Turmdaches und der Dachentwässerung.

Die ehemalige Klosteranlage in Paulinzella entstand Anfang des 12. Jahrhunderts unter Einfluss der Hirsauer Bauschule. Jüngste bauhistorische Untersuchungen haben einen Holzbalken im Südturm der Kirchenruine zutage gefördert, dessen Alter auf etwa 1140 datiert werden kann. Damit gibt es erstmals eine konkrete Einordnung der Entstehung des Baus. Nach einer kurzen Blütezeit geriet das Kloster im späten Mittelalter in wirtschaftliche Schwierigkeiten, ehe die monastische Tradition mit der Reformation im 16. Jahrhundert ihr Ende fand. Nach der folgenden Übernahme durch das Haus Schwarzburg (Linie Arnstadt-Sondershausen) verfiel die Anlage zunehmend und diente fortan als offener Steinbruch. Im Zuge der Romantik erfuhr die Ruine Anfang des 19. Jahrhunderts neue Wertschätzung. Erste Sicherungsmaßnahmen wurden durchgeführt und nachträgliche Einbauten entfernt. Die Ruine stellt eine der bedeutendsten romanischen Kirchenbauten Mitteldeutschlands dar.

Foto: Klosterruine Paulinzella von Südosten

 
« zurück