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National bedeutendes Kulturgut Schloss Schwarzburg

 
2018-06-12

Heute wird die Plakette des Bundesprogramms Nationale Projekte des Städtebaus vor dem Hauptgebäude von Schloss Schwarzburg enthüllt. Sie steht symbolisch für 750.000 Euro Fördermittel, die von der Gemeinde Schwarzburg erwirkt wurden. Diese stehen der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten im Rahmen der anstehenden Maßnahmen für den nutzungsbezogenen Teilausbau des Schlosshauptgebäudes für das Projekt ‚Schloss Schwarzburg – Denkort für Demokratie’ zur Verfügung. Als Kandidat der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen war Schloss Schwarzburg eines von 24 Projekten deutschlandweit, die für das vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung aufgelegte Förderprogramm empfohlen wurden. Es fördert insbesondere Denkmalensembles mit bundesweiter Bedeutung und bauliche Kulturgüter von außergewöhnlichem Wert. Zusammen mit den Fördermitteln des Landes und Eigenmitteln aus dem Haushalt der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten werden somit ca. 2,2 Millionen Euro bereitgestellt. Dadurch ist zwar nicht die Gesamtsanierung des Schlossgebäudes sichergestellt, aber es können Teilbereiche wieder zugänglich und nutzbar gemacht werden.

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Unterzeichnung der Weimarer Verfassung durch Reichspräsident Friedrich Ebert 1919 in Schwarzburg soll das im Jahr 1123 gegründete Schloss auf Grundlage des vom Architekturbüro TECTUM entwickelten Konzepts zu einem zentralen Denkort für Demokratie ausgebaut werden. Ziel ist, Schwarzburg als Anlaufstelle und Austragungsort für Demokratie und demokratische Bildung im ländlichen Raum zu entwickeln. Bereits ab Sommer 2019 werden mit dem ehemaligen Ahnensaal und dem sogenannten Emporensaal ein Teil der Innenräume des Schlosshauptgebäudes im Rahmen von Baustellenführungen zugänglich sein. Bis 2021 sollen dann die Arbeiten so weit vorangeschritten sein, dass eine Erkundung von Teilbereichen des Schlosses möglich ist. Mittels eines Audiowalks können Besucher dann eine mehrschichtig erzählte Geschichte mit szenischen und dokumentarischen Elementen, die unmittelbaren Bezug zum aktuellen Aufenthaltsort nimmt, erleben.

Nachdem die vorab notwendigen Arbeiten am Nordanbau des Hauptgebäudes, der mit einem Treppenhaus der Erschließung dienen wird, fast fertiggestellt sind, ist der Start der nun anstehenden baulichen Maßnahmen im Spätsommer 2018 geplant. Begonnen wird mit den Fundamenten für das neue Fluchttreppenhaus zwischen Kirchturm und Hauptgebäude. Unter Berücksichtigung von ursprünglicher Hofsituation und Schlossturm soll die historische Gesamtsituation wieder stärker ablesbar gemacht werden, ohne eine Rekonstruktion zu erschaffen. Aufgrund der Zerstörungen der 1940er Jahre sind umfangreiche Abstützmaßnahmen im Erdgeschoss vorzunehmen, damit die statisch-konstruktiven Folgemaßnahmen durchgeführt werden können. Hierzu zählt der Einbau einer Empore, die der Aussteifung des sogenannten Emporensaals dient. Ursprünglich befanden sich hier auf zwei Etagen Wohn- und Schlafgemächer der Prinzessinnen des Schwarzburger Fürstenhauses. Die brachialen Eingriffe im Rahmen des durch die Nationalsozialisten ab 1940 begonnenen, letztlich unvollendeten Umbaus zum Reichsgästehaus zerstörten diese Raumstrukturen. Ferner sind die Decken in den Flurbereichen im ersten Obergeschoss auszutauschen, da diese nicht mehr vorhanden beziehungsweise nicht mehr ausreichend tragfähig sind.

Die umfangreichen baulichen Maßnahmen nimmt die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten zum Anlass, sich ab sofort auch auf den sozialen Netzwerken zu präsentieren. Aktuelle Geschehnisse, Impressionen sowie Informationen zu Projekten und Veranstaltungen finden Sie künftig bei Twitter und Instagram unter @schloesserstiftung.thueringen.

 

Abbildung: Schloss Schwarzburg, Hauptgebäude mit Turm der ehemaligen Schlosskirche, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Elisa Haß

 
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