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Saisoneröffnung 2018

 
2018-05-09

Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten eröffnet am 9. Mai ihre Gartensaison auf Burg Ranis

Wie in jedem Jahr begeht die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten auch 2018 ihre traditionelle Saisoneröffnung am Europatag. Diesjähriger Schauplatz ist Burg Ranis im Saale-Orla-Kreis, wo gerade die Sanierung der baugeschichtlich äußerst spannen-den Vorburg vorbereitet wird.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Saisoneröffnung steht die gesamte Burganlage. Hierzu werden mehrere Führungen angeboten, die von der Vorburg über die Keller-räume, durch den Südflügel bis hin zum Palas einen umfassenden Einblick in die Geschichte der Burg geben.

Die imposante Erscheinung der auf einem Felsrücken über dem gleichnamigen Städtchen Ranis errichteten Burg sticht schon von Ferne ins Auge. Sie gilt als eine der wenigen in ihrem ursprünglichen Gebäudebestand fast vollständig erhaltenen großen mittelalterlichen Burganlagen und ist ein anschauliches Beispiel für den Übergang von der Burg zum Schloss. 1199 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt, jedoch dürfte die Gründung bereits früher erfolgt sein. Weite Teile der Hauptburg mit Bergfried sowie die Vorburg stammen aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Nach mehreren Besitzerwechseln ging die Burg im 16. Jahrhundert an die Herren von Breitenbauch (ab 1906 Breitenbuch) über, die die Anlage schlossartig ausbauten und ihr im Wesentlichen ihre heutige Gestalt gaben.

Seit 1994 ist Burg Ranis im Bestand der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten und zählt zu den Kleinodien der Stiftung. Eine der aktuell anstehenden baulichen Maßnahmen ist die Bestandssanierung des Dachs und der Fassaden der Vorburg. Hierfür wurden bereits bauhistorische Untersuchungen und archivalische Recherchen durchgeführt. Auch die Planer stehen schon fest. Für das Museum der Burg, 1926 von den Breitenbuchs gegründet und mittlerweile von der Stadt Ranis betrieben, wird derzeit eine Neukonzeption erarbeitet, für die auch bauliche Maßnahmen erforderlich sind. Inhaltliche Schwerpunkte sind neben der Burg- und Stadtgeschichte die Themen Seismologie, Geologie sowie Ur- und Frühgeschichte der Region. Am heutigen Saisoneröffnungstag wird der Raum für Seismologie eröffnet und zum ersten Mal die sogenannte gläserne seismologische Station präsentiert.

Überregional bekannt wurde die Burg in den letzten 20 Jahren durch die jährlichen Thüringer Literatur- und Autorentage, die der Jenaer Verein Lesezeichen e.V. veranstaltet. Lesungen namhafter Literaten haben die Anlage zur Literaturburg werden lassen.

 

Verleihung des Christian-August-Vulpius-Preises 2018

In diesem Jahr überreicht die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten ihren Mäzenatenpreis an Herrn Matthias Hey aus Gotha, der sein persönliches Engagement in ganz erheblichem Maße der Orangerie von Schloss Friedenstein in Gotha widmet. Der gebürtige Erfurter ist seit seiner Jugend eng mit Gotha verbunden und daher rührt auch seine Hingabe, Schloss Friedenstein einem breiteren Publikum erfahrbar und nahbar zu machen. Die aus seinen unzähligen Führungen resultierenden Einnahmen hat der Preisträger laufend zugunsten der Anlage gestiftet. Ganz maßgeblich haben davon die Orangerie und die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt profitiert.

Sein Spezialthema gilt der Geschichte des Illuminatenordens, erzählt am Beispiel des umgestalteten Englischen Gartens südlich vom Herzoglichen Museum. Mit der Begräbnisinsel, dem Merkurtempel und verschlungenen Wegen ist dieser Teil des Gothaer Schlossparks als Mysteriengarten zur Zeit Herzog Ernst II. angelegt worden. Herzog Ernst leitete selbst eine Illuminatenloge in Gotha. Anlass, für die Orangerie zu sammeln, gab 2009 ein Brandanschlag auf das Lorbeerhaus der Orangerie. Damals war Hey Dezernent der Stadt Gotha und in seiner Freizeit als Gästeführer tätig. Mit Sonderführungen lockte er unzählige Besucher an und erzielte stattliche Spenden, bis 2017 rund 40.000 Euro. Die Hälfte erhielt der Orangeriefreunde Gotha e.V., der die Mittel für die Orangerie einsetzte, die andere Hälfte ging an den Freundeskreis der Forschungsbibliothek. Matthias Hey verzichtete dafür in all diesen Jahren sogar auf seinen Sommerurlaub.

Zusätzlich sammelt Matthias Hey zusammen mit dem Parkverwalter Jens Scheffler und dem Kamelienfreund Gernot Harnisch in den Wintermonaten mit Kamelien-führungen Spenden für die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten und die Orangeriefreunde. Seit 2011 sind auch hier rund 8.000 Euro zusammengekommen. Mit dem Geld wurden bisher die Restaurierung eines historischen Brunnenbeckens in der Orangerie umgesetzt, eine spezielle Pflanz-Etagere für die Kamelien angefertigt und neue Pflanzkübel angeschafft. Seit drei Jahren gilt die Spendenaktion der Finanzierung eines Kamelienhauses, das künftig als dauerhaftes Winterquartier für mehr als 120 Kamelien entstehen soll.

Der Christian-August-Vulpius-Preis wird in diesem Jahr zum 15. Mal verliehen. Geehrt werden Persönlichkeiten oder Institutionen, die sich in ganz besonderer Weise für die Anlagen der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten engagieren.


Abbildung 1: Burg Ranis, Ansicht von Süden, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Constantin Beyer
Abbildung 2: Burg Ranis, Innenhof, Foto Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten: Constantin Beyer
 
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