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Herzogliche Orgel wieder ein Klangerlebnis

 
2016-08-26

Orgel der Schlosskirche von Schloss Friedenstein restauriert

Die Orgel der Schlosskirche von Schloss Friedenstein in Gotha ist klanglich wieder ein Genuss. Das von der Orgelbauerdynastie Knauf 1856 gefertigte Instrument war stark restaurierungsbedürftig und konnte nun mithilfe großzügiger Spenden restauriert werden.

Anlässlich der Restaurierung lädt die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten am 1. September, um 18 Uhr, in die Schlosskirche zu einem halbstündigen Orgelkonzert.

Die Orgel gehört zu den wichtigsten Ausstattungsstücken der Schlosskirche. Gemeinsam mit Kanzel und Altar prägt sie die liturgisch bedeutsame Ostseite des Kirchenraums. Das barocke Gehäuse stammt aus dem Jahr 1692. Damals baute der in Zwickau ansässige Däne Severin Holbeck für 1.800 Taler eine vollständig neue Orgel ein. In der Mitte des 19. Jahrhunderts genügte das Instrument den Ansprüchen nicht mehr und wurde ersetzt, diesmal durch Friedrich Knauf aus Großtabarz. Das Gehäuse blieb als untrennbarer Bestandteil des barocken Kirchenraums erhalten. Auch die darin eingebauten Prospektpfeifen wurden nicht ausgetauscht, sie hatten allerdings keine musikalische Funktion mehr und blieben stumm.

Im Mittelpunkt der jetzt abgeschlossenen Restaurierung stand die Knauf-Orgel von 1856. Ab Frühjahr 2015 wurde die Orgel teilweise abgebaut, Stück für Stück restauriert und wieder montiert. Mit der gründlichen Überarbeitung wurden die klanglichen Mängel behoben, die in den letzten Jahren die Spielbarkeit des historischen Instruments zunehmend beeinträchtigt hatten. Am Gehäuse war vor allem eine restauratorische Reinigung der Fassungen notwendig, da die Farbigkeit seit der Zeit um 1700 kaum nennenswert verändert wurde. Während der Arbeiten am Prospekt rückten jedoch zunehmend  die Prospektpfeifen ins Blickfeld. Denn nur zu einem geringen Teil handelt es sich noch um die ursprünglichen Zinnpfeifen. Die meisten waren im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen und durch Zinkattrappen ersetzt worden. Mit einem Silberbronzeanstrich versuchte man den ästhetischen Nachteil zu kaschieren.

Die Restaurierung war nur möglich durch großzügige Spenden. Damit konnte etwa die Hälfte der benötigten 164.000 Euro finanziert werden. Den Anstoß gab eine umfangreiche Spendensammlung von Dr. Edgar Jannott, hinzu kamen die Kulturstiftung Gotha, die Regionalstiftung der Kreissparkasse Gotha, die Evangelisch-Lutherische Stadtkirchengemeinde Gotha, der Freundeskreis Kunstsammlungen Schloss Friedenstein Gotha e.V. und zahlreiche Einzelspender. Der übrige Betrag kam von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten.

Als abschließende Maßnahme sollen auch wieder Zinnpfeifen eingesetzt werden. Für die 45 Pfeifen werden noch einmal 9.000 Euro benötigt. Hierfür bittet die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten herzlich um Spenden.

Jeder Spender, der mit mindestens 200 Euro eine Pfeife finanziert, wird mit einer Namensgravur verewigt. Spenden werden auf das Spendenkonto der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten erbeten:

IBAN DE62 8208 0000 0611 8999 00
BIC DRESDEFF827
Stichwort: „Orgelpfeifen Gotha“

Näheres zum Programm des Orgelkonzerts am 1. September 2016 unter www.thueringerschloesser.de

 

Abbildung: Gotha, Schloss Friedenstein, Schlosskirche, Orgel
Foto: Stephan Keilwerth

 
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